Seit 2012 präsentiert der Museumsverein Möbel des Jahres. Dafür wurden bisher immer Möbel aus der Vergangenheit ausgewählt, z.B. ein Frankfurter Schrank, Meisterstücke Kelkheimer Schreiner usw. In diesem Jahr möchte der Verein zeigen, dass Kelkheimer Möbelbetriebe auch heute noch qualitativ hochwertige Möbel entwickeln und fertigen, indem sie alte Handwerkstechniken mit technisch anspruchsvoller Maschinenarbeit und modernem Design verbinden.

Ein perfektes Beispiel hierfür stellt der Hocker „Gral“ dar, den wir deshalb zum

Möbel des Jahres 2019.

kürten.

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Alte Handwerkstechnik und modernes Design: Der Hocker „Gral“

Im Rahmen der arbeitstechnischen Erforschung und gestalterischen Entwicklung von modernen, charaktervollen Massivholzmöbeln entwarf das Team von Lange Innenausbau den Hocker „Gral“.

Die Herstellung des Hockers bedarf umfangreicher Materialkenntnis und ästhetischen Blicks für die Struktur und Auswahl des Holzes sowie die gewünschte Gesamtwirkung aller massiven Holzteile des späteren Möbels.

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Foto links: Verleimen der konisch zugeschnittenen Teile vor dem Zusammenfügen zum Vieleck-Kegel. Foto rechts: Der Drechler setzt den Vieleck-Kegel zum Drehen auf der Drehbank an.

Ein ganzer Tag Arbeit. Der Hocker „Gral“ verbindet klassisches Möbelhandwerk mit neuem Design. Maschinengesteuerter, exakter Zuschnitt gewährleistet die passgenaue Verbindung der Holzteile. Nach sensibler Handarbeit beim Verleimen, Drechseln, Montieren, Schleifen, Ölen und Wachsen erhält jeder Hocker seine ganz individuelle Wirkung und wird so zum Unikat.

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Massives Nussbaumholz* verleiht dem handgedrechselten Hocker seine unverwechselbare Note.

Mittlerweile selten geworden: Der Schreiner Ulf Buhs beherrscht das alte Handwerk des Drechslers noch perfekt. Gedreht wird manuell auf der Drehbank, wobei sich das Werkstück horizontal um seine Achse dreht und das handgeführte Werkzeug die gewünschte Kontur abfährt.

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V.l.: Tobias Duckhorn, Ulf Buhs sowie Sabine und Dieter Lange

Als besondere Variante wird der gedrechselte Hocker „Gral“ – dann aus einer fest verpressten Holzfaserplatte als Grundlage – in Handarbeit mit feinem Blattgold belegt und schließlich gebrauchsfertig mit Lack überzogen angeboten.

 

Nussbaum: Ein traditionelles Möbelholz

Europäischer Nussbaum (Walnuss) ist auch heute ein begehrtes Möbelholz. Schon zu allen Zeiten wurde es zur Herstellung von Möbeln verwendet.

Das Holz des Nussbaums ist feinporig, hart und stabil. Es lässt sich sehr gut ver- und bearbeiten. Es hat eine schöne warme Farbe und sieht edel aus.

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Im Gegensatz zu vielen anderen Baumarten wachsen Nussbäume nicht in Wäldern, sondern nur vereinzelt in Gärten oder am Wiesenrand. Die geringe Verfügbarkeit des Holzes erklärt sowohl den relativ hohen Holz-Einkaufspreis für die Möbelhersteller als auch den hohen Verkaufspreis für Nussbaum-Möbel.

Lange Innenausbau Kelkheim

1980 wurde Lange Innenausbau von Dieter und Sabine Lange in Kelkheim gegründet. Die ersten Werkstatträume befanden sich in der ehemaligen Schreinerei Frank in Fischbach.

1990 erfolgte mit mittlerweile sechs Angestellten der Umzug in die heutigen Räumlichkeiten der früheren Schreinerei Bender in die Hornauer Straße in Kelkheim-Hornau.

Seitdem werden hier nicht nur Möbel hergestellt, sondern zunehmend auch passgenaue Einbauten und Einrichtungen entworfen und geplant – sowohl für den privaten als auch für den öffentlichen Bereich.

Im Jahr 2000 entstand zusätzlich ein eigener Bereich für die Massivholzproduktion.

Im Jahr 2003 wurden außerdem die vorhandenen Räume erweitert und umgebaut, sodass heute 600 m2 Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen. Hier werden eigene Entwürfe sowie vorwiegend Produkte italienischer Möbelmarken präsentiert.

2007 wurde das Möbelprogramm „madeintaunus“ entwickelt und mit Erfolg auf den Markt gebracht. Wegen steigender Auftragszahlen wuchs die Belegschaft im Laufe der Jahre auf 24 Mitarbeiter an.

Seit vielen Jahren liefert Lange Innenausbau Möbel ins Ausland, den mit Blattgold belegten Hocker „Gral“ z.B. nach China.

Dipl.-Designer Dieter Lange hat nach der Ausbildung zum Gesellen im Tischlerhandwerk an der Fachhochschule Wiesbaden Innenarchitektur studiert. 

Dipl.-Designerin Sabine Lange hat an der Fachhochschule Wiesbaden Innenarchitektur studiert. Bis zur Gründung des eigenen Unternehmens 1980 war sie in der Planungsabteilung der Steigenberger Hotels angestellt. 

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