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Künstlergespräch mit 431art zur Sonderausstellung mit interaktiver Raum- und Klanginstallation
Freitag, 30. Oktober 2026, 18:00 Uhr
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Sonderausstellung EM Field Aboretum vom 23.10. 20.12.2026 1

Künstlergespräch mit 431art - Haike Rausch und Torsten Grosch zur Sonderausstellung im Rahmen des World Design Capital

im Museum Kelkheim

Einen Austausch in kleiner Runde zur Installation „EM-Field Arboretum“ bot der Abend am 30. Oktober 2026 im Museum Kelkheim. Wer im Anschluss an die Ausstellung blieb oder extra zum Gespräch kam, konnte Einblick erhalten in die Entstehung und Hintergründe der Arbeit.

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Christof Wolf, Kulturreferent der Stadt Kelkheim eröffnete den Abend und begrüßte zu Beginn alle Gäste, darunter auch Julia Cloot, ehemals Kulturfonds Rhein Main, die 2025 den Kontakt zwischen uns – 431art (Haike Rausch und Torsten Grosch) – und dem Museum hergestellt hatte. Zu den Gästen zählten auch Frau Dr. Beate Matuschek, erste Vorsitzende des Museumsvereins, interessierte Mitglieder des Museumsvereins, weitere Gäste sowie KünstlerkollegInnen. In dieser interessierten Runde konnten wir angefangen von den ersten konzeptuellen Überlegungen hin zu den verschiedenen inhaltlichen Strängen der Installation einen Überblick geben über unsere Arbeit in Form grossformatiger Bilder, Audiokompositionen sowie über gestalterische Entscheidungen der Rauminstallation, den Einsatz der Materialien, die Auswahl des Möbels aus der Sammlung und deren komplexes Zusammenspiel.

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So waren wir im Dialog über elektromagnetische Felder von Bäumen, über Hölzer und Furniere, über Nachhaltigkeit in Zusammenhang mit der Möbelherstellung oder Artenschutz. Und natürlich über die Kunst und unsere Motivation, diese neue Arbeit eigens für das neue Museum zu entwickeln. Im zweiten Teil des Abends wurde die verschiedene Sinne ansprechende Installation mit allen Gästen erkundet, bevor der Abend nach vielen interessanten Gesprächen ausklang. Dankend erwähnt von Christof Wolf wurden alle an der Arbeit Beteiligten. Denn nicht nur der Museumsverein hatte uns in vielen Stunden Arbeit und auf vielen Ebenen unterstützt. In diesem Zusammenhang gilt unser Dank besonders Jürgen Moog und Hartmut Hartleb für ihr großes Engagement beim Aufbau der Installation. Aber auch die MitarbeiterInnen der Stadt Kelkheim waren uns eine große Unterstützung z.B. im Know-how in Bezug auf Holzhackschnitzel sowie bei der Herstellung des Podestes für den Tisch und vielem mehr. Ermöglicht hat die Realisierung der Installation der Kulturfonds Rhein-Main.

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Die Installation spannt mehrere Bögen: zum einen den Bogen vom Lebewesen Baum zum Rohstoff Holz. Innerhalb des Rohstoffs Holz wird die Verbindung vom hochwertigen Furnier einer Schreinerarbeit am Beispiel des Tisches von Martin Tippl aus dem Jahr 1933 zu Verarbeitung von Holz zu Holzhackschnitzeln hergestellt. Das Furnier des Tisches aus Makassar-Ebenholz der indonesischen Insel Sulawesi steht seit 1994 unter internationalem Schutz. Damit verkörpert der Tisch sowohl den Wandel in der Möbelproduktion innerhalb der letzten 100 Jahre mit dem einhergehenden Wandel in der Verwendung tropischer Hölzer. In Zeiten einer dramatischen Klimakrise werden ebenso Fragen von Biodiversität und Artenschutz umrissen. Bei Holzhackschnitzeln hingegen bleibt unbekannt, welche Baumarten dafür geschreddert wurden. Sicher ist, dass ihr Holz aus der Region stammt.

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Ein Wegesystem führt BesucherInnen zwischen den Holzhackschnitzeln durch die Rauminstallation über die historische Karte am Boden und damit quasi über Wälder zwischen den heutigen Stadtteilen Kelkheims. Über diese geschwungenen Wege gelangt man zu vier Stationen, von denen jede einen großen Baum repräsentiert, der über die GPS-Daten unter den großformatigen Bildern im öffentlichen Raum auffindbar ist. Die Bilder basieren auf Fotografien von Rindenstrukturen und wurden in vielen Schritten digital bearbeitet und transformiert zu großformatigen Arbeiten, die als Landschaft oder Topografie gelesen werden können. Tritt man vor ein Bild, wird ein interaktiver Deckenlautsprecher aktiviert, der je eine Soundkomposition hörbar macht. Diese Komposition basiert auf dem elektromagnetischen Feld je eines Baumes, das in den hörbaren Bereich transformiert wurde und in komplexen Prozessen in die Audiokomposition mündete, die das lebendige Fließen innerhalb eines Baumes akustisch erlebbar macht.

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So kann man von Baum zu Baum schlendern über historische Wälder durch Holzhackschnitzel vorbei an einem Tisch mit Ebenholzfurnier und die Installation mit allen Sinnen aufnehmen. „EM-Field Arboretum“ ist noch bis einschließlich Sonntag, den 20. Dezember zu erleben.

Text: Haike Rausch

Fotos: Jürgen Moog

Freitag, 30. Oktober 2026 18:00 Uhr
Ort Museum Kelkheim