Veranstaltungen
Das Alte Rathaus in Kelkheim-Münster

Seine Geschichte, Architektur und die spektakuläre Rettung eines einmaligen Baudenkmals
Eine Führung mit Marianne Bopp und Dr. Kirstin Funke
am Sonntag, 14. Juni 2026, 15.00 Uhr
Zahlreiche Besucher hatten sich trotz des Regens am Vormittag vor dem Alten Rathaus Münster auf den Stühlen der Gaststätte niedergelassen.
Vor ihnen flatterten zwei Reihen von Bildern und Texten zur Historie des Gebäudes und des Hofguts, auf dem das Alte Rathaus errichtet worden war.

Marianne Bopp, Gästeführerin des Museumsvereins, und Dr. Kirstin Funke, Museumspädagogin ebendort, begrüßten die Besucher mit dem Dank an alle Unterstützer.

Nach einigen Basisdaten zum Kelkheimer Stadtteil, vorgetragen von Marianne Bopp, übernahm Dr. Kirstin Funke mit einem lebhaften Vortrag zum Hofgut und den wechselnden Besitzern.

Näher befasste sie sich mit dem Freifräulein von Bettendorf, die ein neues Wohnhaus auf ihrem Gut bauen ließ: das heutige Alte Rathaus. Alte Pläne und Dokumente erschließen dessen Maße und die Architektur.
Marianne Bopp resümierte den Streit über den Abriss des Alten Rathauses. Unterlagen aus diversen Archiven erhellen den Vorgang. Stadt und Kreis beabsichtigten seit 1965 die Entfernung des Verkehrshindernisses an der scharfen Kurve in der schmalen Straße in Kelkheim-Münster. Landeskonservatoren, Regierungspräsident und vor allem die Münsterer Bevölkerung setzten sich entschieden für das erhaltenswertes Denkmal ein. So ging es über Jahre zwischen den Parteien hin und her. Den Gipfel erreichte die Auseinandersetzung als im Jahr 1970 ein Polizist erschrocken erfuhr, er solle beim Abriss des Rathauses den Verkehr regeln. Die Bagger standen bereit, die ersten Dachziegel wurden schon entfernt. Im letzten Moment gelang es, die Aktion zu stoppen.
Der Denkmalschutz und die Bürgervereinigung Alt Münster e.V. erreichten schließlich die Sanierung. Gründungsmitglied und Architekt Friedrich E. Rosenberg plante sie und führte sie 1983 durch. Der Verein unterstützte die 1,1 Mio. DM teure Baumaßnahme, unter anderem mit 50.000 DM. Nach fast 20 Jahren fand der Kampf so sein gutes Ende.

Passend dazu brachte eine Gruppe der Bürgervereinigung deren Flagge zur Führung mit und steuerte weitere Informationen bei zum Verlauf der Rathausrettung.
Letztendlich hatte also die Einsicht gesiegt:
Das Alte Rathaus Münster ist wertvoll und unersetzlich!
Aber die Führung ging weiter:

hinein ins Gebäude in den Schankraum des beliebten Wirts Bernd Geis mit den Ausschmückungen des Hornauer Bildhauers Johannes N. Klarmann

und im Erdgeschoss zu den Keramiken der Kelkheimer Künstlerin Ursula Motz-Schönhaber.

Der letzte Blick der Besucher galt dem Wappenstein aus der Münsterer Mühle, die im Gegensatz zum Alten Rathaus nicht vor dem Abriss bewahrt werden konnte, sondern dem Straßenbau weichen musste.
Die Bürgervereinigung und die beiden Vortragenden warben noch für die Mitgliedschaft im jeweiligen Verein, sie dankten dem interessierten Publikum für die Aufmerksamkeit und wünschten einen angenehmen Sonntagabend.
Text: Marianne Bopp
Fotos: Jürgen Moog
Sonntag, 14. Juni 2026 15:00 Uhr




