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Vortrag über das Möbel des Jahres 2023
Louis-Philippe-Sitzmobiliar aus dem Hornauer Hofgut
Ein Vortrag über das Möbel des Jahres 2023 und der Apfelwein des Ehepaars Krause. Eine hervorragende Kombination!
Als Vertretung für unsere Museumspädagogin Marianne Bopp sprang Historiker und Archivar Julian Wirth ein und hielt im Stadtmuseum Kelkheim einen einstündigen Vortrag über das Gagernsofa. Vortrag trifft den Sachverhalt allerdings nicht so ganz. Es war eher ein amüsantes Gespräch, das Wirth und seine Gäste führten. Jürgen Moog, Vorsitzender des Museumsvereins, brachte sich ebenso ein, wie Katharina Kofler, die Leihgeberin des Sofas.
Links: Katharina Kofler und rechts: Petra Krause
Und auch die Besucherinnen und Besucher wussten immer wieder Wissenswertes beizutragen. Dazu gab es den noch „Kraus’schen“ Äbbelwoi.
Doch warum eigentlich Gagernsofa? Weil Hans Christoph auf seinem Hornauer Hofgut darauf saß bzw. es zu dem Mobiliar der Gagern-Familie gehörte…oder doch nicht? Wir wissen es nicht. Vielleicht war es im Besitz der Familie, die mit Heinrich von Gagern den ersten Präsidenten der Nationalversammlung stellte, vielleicht auch nicht.
Es passt jedenfalls in die Zeit der berühmten Familie, denn es ist ein Mobiliar im Stil von Louis Philippe, also auf die Zeit von 1830 bis etwa 1870 datierbar. Ergänzt wird das Sofa u.a. noch durch passende Stühle und einen schickes Tischlein. Und fertig ist der Salon!
Wirth erzählte allerlei Interessantes zu den Freifrauen und Freiherren aus Hornau.
Julian Wirth und Jürgen Moog präsentieren eine aufwendig restaurierte Fotografie von Max von Gagern, die im Eigentum des Museums steht.
Insbesondere über Max, den jüngsten Gagern und letzten Gagern-Besitzer des Hofguts. Nicht nur war er ein hoher Beamter des Herzogtums Nassau, er leistete auch bedeutende Beiträge zur Revolution und Nationalversammlung von 1848/ 49.
Nachdem Max von Gagern das Hofgut 1852 geerbt hatte, verließ er es 1855 in Richtung Wien. Er hatte einen neuen Job. Nicht mehr beim Herzog, sondern beim Kaiser. Eine verständliche berufliche Umorientierung.
Sein Bruder Moritz sollte das Hofgut für ihn verkaufen und 1866 gelang es. Käufer war Max‘ ehemaliger Arbeitgeber: Adolph von Nassau.
Wirklich rentabel war das Gut jedoch nie. 1907 wurde zudem das Herren- bzw. Haupthaus abgerissen. 1913 kam es zum parzellierten Verkauf des gesamten Hofguts. Um 1910 soll die Großmutter der Leihgeberin Karin Kofler das Sofa bereits ersteigert haben.
Und über 100 Jahre später steht es nun bei uns im Stadtmuseum. Eine tolle Geschichte, die es zu erzählen lohnt.
Der herzliche Dank des Verfassers dieses Artikels gilt den Besuchern seines Vortrags - im Besonderen Kathaarina Kofler - sowie dem Ehepaar Krause, Herrn Pfankuch und Herrn Moog vom Museumsverein.
Text: Julian Wirth
Fotos: Wolfgang Pfankuch und Jürgen Moog
Sonntag, 19. November 2023 16:00 Uhr