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Vorstellung der Broschüre „10 Jahre Meisterstücke made in Kelkheim“
Donnerstag, 19. August 2021, 08:00 Uhr
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Vorstellung der Broschüre

„10 Jahre Meisterstücke made in Kelkheim“

Der Museumsverein hatte zu einem Pressegespräch am 19.08.2021, 11:00 Uhr in das Museum Kelkheim eingeladen, um die Hochglanzbroschüre zu präsentieren, mit der die „Möbel des Jahres“ 2012 – 2021 gewürdigt werden.

Vorstellung Broschüre MöbeldesJahres 19.08.2021 1

Der 1. Vorsitzende des Museumsvereins, Jürgen Moog (links) stellte die Organisatoren der „Möbel des Jahres“ (MdJ) und das Redaktionsteam für die Broschüre vor. V.l.: Inge Voigt  (Ideengeberin und Organisatorin der MdJ 2012-2014), Torsten Weigelt (Redaktion), Dr. Beate Matuschek (Idee für Broschüre und Redaktion), Marianne Bopp (Redaktion und Recherche), Edelgard Kleemann (Mitorganisation des MdJ 2014), Andrea Hillebrecht-Schulte (Organisation der MdJ 2019 und 2020/2021), Rüdiger Kraatz (Organisation der MdJ 2015-2018).

Erfolgsmodell MdJ

Wir sind stolz darauf, dass wir in Kelkheim ein anerkanntes Stadtmuseum mit einer Spezialsammlung für Möbelhandwerk und Stadtgeschichte haben. Somit können wir dafür sorgen, dass die Vergangenheit unserer Stadt bewahrt wird und Anregungen für unsere Zukunft gegeben werden. Dies gelingt jedoch nur, wenn das Museum attraktiv ist.

2012 hatte die damalige 2. Vorsitzende Inge Voigt die wunderbare Idee, mit der Wahl des „Möbel des Jahres“ den Besucherinnen und Besuchern des Museums Kelkheim ein besonderes Möbelstück vorzustellen und dabei an die 100-jährige Kelkheimer Möbelgeschichte zu erinnern.

Vorstellung Broschüre MöbeldesJahres 19.08.2021 2

Laut Inge Voigt sind für den Erfolg des Museums Kelkheim eine hervorragende Zusammenarbeit im Team und daraus resultierend Ideen zur Steigerung der Attraktivität des Museums erforderlich. Eine gute Idee in 2012 war beispielsweise die Durchführung von Trauungen im Museum. Leider scheiterte dies an fehlenden Parkplätzen.

Das MdJ sorgte nicht nur bei seiner Vorstellung, sondern auch bei den Führungen zur Möbelgeschichte und auch beim normalen Museumsbetrieb für viele interessierte Besucherinnen und Besucher.

Zusammen mit den im Museum ausgestellten Exponaten bietet das MdJ eine Bühne für die Geschichte der Kelkheimer Schreinereien und Möbelhäuser, sowie für die Auseinandersetzung mit ihren Familientraditionen. Außerdem werden die Kunstfertigkeit und der Ideenreichtum unserer Handwerker gewürdigt, mit denen sie zur „Möbelstadt Kelkheim“ beigetragen haben.

Das „Möbel des Jahres“ entwickelte sich zum Erfolgsmodell, welches ein fester, sehr erfolgreicher Bestandteil unseres Museumsprogramms geworden ist.

Rückblick auf die Anfänge der Sammlung und das Museum für Möbelhandwerk und Stadtgeschichte

Die Ursprünge des heutigen Museums reichen bis in das Jahr 1985 zurück. Die Kulturreferentin Dr. Beate Matuschek berichtete, dass sich damals eine „Bürgerinitiative Kelkheimer Heimatmuseum, ein Haus für Vergangenheit und Zukunft“ gründete. Ziel war es, an die ausgeprägte Handwerksgeschichte Kelkheims zu erinnern.

Vorstellung Broschüre MöbeldesJahres 19.08.2021 4

Initiatoren waren der legendäre Stadtbaumeister Franz Ball sowie Innungsehrenobermeister Gregor Wolf, Schreinermeister Karl Wiesemann und der Ingenieur Günter Stempel - allesamt historisch engagierte Spezialisten im Ruhestand.

Die Stadt Kelkheim förderte ihr Anliegen und motivierte sie, 1987 den Verein „Förderkreis Handwerk“ zu gründen. Damit nahm eine wechselvolle Entwicklung nimmt ihren Lauf.

Mit Blick auf ein zukünftiges Museum entstand im Verlauf der Jahre eine umfangreiche Sammlung aus Handwerksgeräten, Maschinen und Möbeln, die zunächst im Depot der Firma Sieder in der Pestalozzistraße, dann in den Räumen des alten Hallenbades und schließlich in der Werkhalle der Zimmerei Prokasky in Eppenhain gelagert wurde.

Das erstrebte Museum blieb jedoch 15 Jahre lang ein Traum. Zwar wurden verschiedene Museumsstandorte diskutiert, aus unterschiedlichen Gründen allerdings verworfen.

Nach Einrichtung eines Kulturreferats innerhalb der Stadtverwaltung Kelkheim im Jahr 1994 entstand ein Museumskonzept, das zunächst für freiwerdende Räumlichkeiten am Zauberberg entworfen wurde.

Völlig unerwartet erhielt die Sammlung im Jahr 2000 eine Heimat am Standort der ehemaligen Schreinerei Bender an der Frankfurter Straße 21.

Mit Freiwerden eines Ausstellungsraumes im ersten Geschoss des Holunder Hofes bereitete Bürgermeister Thomas Horn den Weg für die Anmietung und Einrichtung eines vereinsgeführten Museums. Die Mietkosten übernahm ein Sponsor.

Damit verbunden war eine Neuausrichtung der Sammlung: weg vom allgemeinen „Handwerk“, hin zur Spezialisierung auf das „Möbelhandwerk“, - ein Alleinstellungsmerkmal, das Kelkheim im Verlauf von 150 Jahren zur überregional bekannten „Möbelstadt“ werden ließ.

Im Jahr 2004 konnte erstmals ein „Museum Kelkheim – Sammlung für Möbelhandwerk und Stadtgeschichte“ im Beisein der damaligen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Ruth Wagner, eröffnet werden. Der Verein nennt sich fortan „Museumsverein Kelkheim - Förderkreis für Möbelhandwerks- und Stadtgeschichte“.

Das Museum – Wertschätzung der Kreativität von Kelkheimer Schreinern

Kelkheimer Handwerker zeichnten sich durch Erfindungsreichtum aus. Sie gehörten zu den ersten, die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts im Nebenerwerb günstiges Mobiliar für eine industriell aufstrebende Region fertigen und sich nicht scheuen, dafür raumsparende Maschinenkombinationen herzustellen. Die ehemals armen Taunusdörfer entwickelten sich zur wirtschaftlich aufstrebenden „Möbelstadt“.

Im 20. Jahrhundert wuchsen die Schreinereien in den Stadtteilen des heutigen Kelkheim auf rund 300 Betriebe an. Bei der Möbelfabrikation werden laut Stadtchronik (1955) immer wieder „Neue Ideen…  in das handwerkliche Schaffen hineingetragen“. Selbstbewusst wird die Qualität des Holzhandwerks seit 1925 einer Möbelmesse präsentiert.

Und so verwundert es nicht, dass auch illustre Gäste eintrafen und umfangreich einkauften: Im Oktober 1955 besuchte der Bruder des Königs von Saudi - Arabien, Prinz Abdulla mit Gefolge die Kelkheimer Möbelausstellung und erteilte einen Großauftrag zur Lieferung von Möbeln in Kelkheim. Der Kaiser von Abessinien zeichnete 1956 die Kelkheimer Möbelfabrik Heinrich Bender & Söhne für die Lieferung eines Arbeits- und zweier Schlafzimmer mit einer Goldmedaille aus. Der Innenarchitekt Richard Oppermann erhielt ebenso eine Goldmedaille für die Entwürfe der gesamten Inneneinrichtung des neuen kaiserlichen Schlosses, deren Mobiliar in Kelkheim hergestellt wurde.

Heute ist zwar die Anzahl der Betriebe in Kelkheim erheblich geschrumpft, dennoch wird weiterhin hochkarätiges Mobiliar für namhafte Unternehmen und Persönlichkeiten hergestellt: Dezente Hocker für Apple Stores oder Blattgold belegte Sitzmöbel für begüterte chinesische Kunden stammen ebenso aus Kelkheim wie Designertische für bekannte Schauspieler wie Brad Pitt und Gudrun Landgrebe oder für Fußballlegende Rudi Völler.

Kursorische Vorstellung der Möbel des Jahres

Bei dem Rückblick auf die MdJ wurde deutlich, dass jedes Möbel eine besondere Geschichte erzählt – über den Handwerker / die Handwerkerin, die Familie, den Schreinereibetrieb und auch wie das Möbelstück zum Museum fand und MdJ wurde.

MdJ 2012 01

Die Stifter Cornelia und Peter Faber mit Bild seines Großvaters, Peter Kunz, sowie der ehemalige Polizist Josef Becker

Als erstes MdJ wurde in 2012 eine Vitrine aus hochglanzpoliertem Nussbaumholz vorgestellt: das Meisterstück von Peter Kunz. Frau Dr. Matuschek konstatiert dem bodenständigen Schreinermeister, dass er mit der Gestaltung des edlen Stückes eine Versachlichung des Jugendstils verfolgt hatte.

MdJ 2014 1

Angesprochen wurde auch das einzig erhaltene Klavier, das von Georg Kilp VI. als selbstspielendes Klavier mit mechanischen Notenrollen-Betrieb geplant, dann aber als bespielbares Klavier ausgebaut wurde. Der Münsterer Markus Watzlawik hatte das Klavier in seiner Garage und stiftete es dem Museum. Es wurde zum MdJ 2014.

MdJ 2015 1

Rüdiger Kraatz stellte beim MdJ 2015, einem im Bauhaus-Stil gearbeiteten Schreib- und Zeichentisch aus Esche, die besondere Geschichte der Abiturientin Karin Schade heraus, der zunächst ein Studium verwehrt war. Sie begann in 1958 eine Schreinerlehre und wurde mit einem Einser-Zeugnis die erste Schreinergesellin im Main-Taunus-Kreis. Später studierte sie Kulturwissenschaften, ließ sich als Bauzeichnerin ausbilden und erwarb das Diplom des Bauingenieurs.

MdJ 2017 1

Das MdJ 2017, ein Frankfurter Schrank, der Ende der 1980er Jahre von dem Kelkheimer Schreinermeister Erwin Pleines und dem Schreiner Josip Gretic gefertigt wurde, ist fester Bestandteil der Straße der Schaufenster in unserem Museum. Er besteht aus 500 kg Massivholz und 150 Teilen.

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Auch das MdJ 2018 war ein Meisterstück. Der Schreinergeselle Martin Tippel baute hierfür einen dreiteiligen Vitrinenschrank mit ausziehbarem Esstisch mit Makassar-Ebenholz-Furnier. Herr Kraatz schilderte Herrn Tippel als Fischbacher Original, dessen Leidenschaft die Musik war. Er lernte Geige und brachte sich Mandoline, Gitarre, Cello, Kontrabass, Trompete und Schlagzeug selbst bei. Mit seinem Bruder spielte er bei Veranstaltungen, in Cafes und selbst mit 90 Jahren noch im Altersheim.

MdJ 2019 1a

Die 2. Vorsitzende Andrea Hillebrecht-Schulte berichtete zum MDJ 2019 über die zukunftsweisende Idee der Fa. Lange Innenausbau Kelkheim, altes Handwerk in neuem Design zu präsentieren. So ist für den Hocker „Gral“ zwar klassisches Möbelhandwerk erforderlich, dies jedoch mit Unterstützung des Computers, um Passgenauigkeit zu erreichen. Die Firma wurde 1980 gegründet und produziert u.a. die Hocker für die Apple-Stores.

MdJ 2020 1

Geplant war das MdJ 2020 / 2021 nur als Marketing-Gag. Das von Franz Kraemer in 1956 erfundene Rundbett erwies sich jedoch als Verkaufsschlager für das Möbelhaus Stelzer und wurde rund 1.000 Mal verkauft. Frau Hillebrecht-Schulte wies daraufhin, dass die Familie Stelzer seit über 100 Jahren im Möbelgeschäft ist und auch heute noch erfolgreich Haus- und Wohnungseinrichtungen plant und verkauft.

Die sehr gelungene Broschüre wird kostenlos weitergegeben und liegt im Museum und im Rathaus aus. Den fast 300 Mitgliedern des Museumsvereins wird sie zugestellt.

Dr. Beate Matuschek und Jürgen Moog

Donnerstag, 19. August 2021 08:00 Uhr

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