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Eppsteiner Abordnung besucht Ausstellung
über Ella Bergmann und Robert Michel
Noch bis zum 1. Dezember ist im Museum Kelkheim die Ausstellung „Ella Bergmann Robert Michel, Avantgardisten im Taunus“ zu sehen.
Am vergangenen Freitag hatten Eppsteins Bürgermeister Alexander Simon, Erste Stadträtin Sabine Bergold und Museumsleiterin Monika Rohde-Reith Gelegenheit, an einer Führung durch die Ausstellung teilzunehmen. Sie nutzten die seltene Gelegenheit, Originalbilder der beiden bekanntesten Eppsteiner Künstler zu sehen. Sammler Alfred Peter Keller ist Kelkheimer, stammt jedoch aus Vockenhausen und kannte die beiden Künstler von Kindheit an.
Linkes Foto v.l.: Erste Stadträtin Sabine Bergold, Bürgermeister Alexander Simon, MdL Christian Heinz, Leihgeber Alfred Peter Keller und Vorsitzender des Museumsvereins Jürgen Moog; mittleres Foto v.l.: Journalistin Beate Palmert-Adorff und Kulturreferentin Dr. Beate Matuschek
Kelkheims Museumsleiterin Beate Matuschek, der Vorsitzende des Museums-Fördervereins Jürgen Moog und Museumspädagogin Marianne Bopp berichteten über die Pläne für das Kelkheimer Stadtmuseum – und über den vorausgegangenen Bürgerentscheid zugunsten eines neuen Museumsstandortes. Sie hoffen auf einen Baubeginn im kommenden Jahr.
Der Ausstellung über die beiden Vockenhäuser Künstler in der Nachbarstadt mit Leihgaben von Kelkheimer Kunstsammlern waren im vergangenen Jahr zwei große Ausstellungen im Sprengel-Museum Hannover und in der Galerie Eric Mouchet in Paris vorausgegangen.
Matuschek und ihr Team wiesen auf die Verbindung zum Bauhaus in Weimar hin, das vor genau 100 Jahren gegründet wurde, und erläuterten die Einflüsse von Bauhaus-Lehrern wie Lyonel Feininger auf die Arbeit der beiden Künstler. Bergmann und Michel lernten sich an der Kunsthochschule in Weimar kennen, beide gehörten 1919 zu den ersten Schülern des neu gegründeten Bauhauses.
Links: "Der Rhön-Vater", rechts "Plankton-Express"
Zusammen mit Sammler Alfred Keller erklärte Matuschek wiederkehrende Motive in den Werken und wie Alltagserlebnisse und Beobachtungen in die Werke der beiden Künstler einflossen: Das Bild „Der Rhön-Vater“ ist dem Flieger Oskar Ursinus gewidmet und zeigt aus Dreiecken und Kreisen konstruierte Flugzeuge, aber auch ziehende Kraniche, wie sie im Herbst und im Frühjahr am Himmel über Eppstein zu beobachten sind. Zu Robert Michels Plankton-Express von 1956 regten ihn, vermutet Keller, möglicherweise Beobachtungen an, die er an Pflanzen aus dem Dattenbach unter dem Mikroskop machte.
Dem in Eppstein lebenden früheren ZDF-Journalisten Dieter Schwarzenau sei es zu verdanken, dass Ella Bergmann-Michels Kurzfilme restauriert und deshalb neu entdeckt wurden. Auch sie werden in der Ausstellung gezeigt und sind einzigartige Dokumente ihrer Zeit. Im Film über den „Wahlkampf 1932“ dokumentiert EBM die Aufmärsche der NSDAP und weist fast schon visionär auf die drohende Kriegsgefahr hin.
Zur Finissage am Sonntag, 1. Dezember, „Mit Wein und Canapés, auf ein Wort…“ mit dem Sammler Alfred Peter Keller lädt das Museum in der Frankfurter Straße 21 um 16 Uhr ein. Keller berichtet vom Leben des Künstlerpaares in der Schmelzmühle. Die Ausstellung ist freitags, samstags, sonntags, jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet.
Text: Beate Palmert-Adorff
Fotos: Wolfgang Pfankuch
Freitag, 15. November 2019 15:00 Uhr