Zurückliegende Veranstaltungen
ZUM TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT:
Auf dem Gagernweg durch Alt-Hornau
Ein Rundgang mit Rüdiger Kraatz zu den Gagernstätten,
die an die Vorkämpfer für eine Deutsche Einheit erinnern.
Treffpunkt des historischen Rundgangs war die Gagernanlage Rotlintallee in Kelkheim-Hornau. Da es regnete, bat Historiker Rüdiger Kraatz die Teinehmer des Rundgangs in die St. Martinskirche.
Als Einleitung diente ein Zitat von Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier vom Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in der Frankfurter Paulskirche:
„Auch die zukünftigen Generationen müssen sich mit der Geschichte befassen … Gedenkstätten besuchen und sich bürgerschaftlich mit Projekten der Erinnerungskultur beschäftigen. .. Hier sind Ideenreichtum und Kreativität im digitalen Zeitalter gefragt.“
Vor dem Hintergrund der aktuellen Gefahren für den Parlamentarismus in Deutschland, den Ablenkungen im digitalen und Medienzeitalter und der Notwendigkeit bürgerschaftlichen Engagements wurde dieses Treffen durchgeführt.
Zunächst wurde die Vorgeschichte des Ortes Hornau und der Gagernanlage beschrieben. Als nächstes folgte eine Übersicht über die historischen Bedingungen nach der Französischen Revolution und dem Zeitalter Napoleons. Damit wurden die Umstände illustriert, die die Geschichte der Familie von Gagern in Hornau bestimmte.
Die etwas über 40 Teilnehmer folgten dann den Tafeln des Gagern-Rundweges bis zur Vorstellung der Ereignisse um die Revolutionsjahre 1848/49. Hier ging es darum, die Entwicklung heute vertrauter parlamentarischer Gepflogenheiten nachzuvollziehen. Die außerordentlich wichtige Rolle des Parlamentspräsidenten Heinrich von Gagern stand hier im Zentrum. Im Anschluss fasste Rüdiger Kraatz in einem Überblick die Entwicklung der Verfassungen in Deutschland bis zur Bundesrepublik zusammen.
Es wurde aus einem sehr kritischen Leserbrief von 1989 zitiert, in dem die politische Wirkung besonders des Präsidenten Heinrich von Gagern als rückschrittlich und gegen das Volk gerichtet angegriffen wurde. Dieser als unhistorisch bezeichneten Deutung wurde ebenso widersprochen wie der in heutiger Zeit oft leichtfertigen Verfassungs- und Parlamentskritik in der Bundesrepublik. Das Beispiel der Zerstörung des parlamentarischen Systems in der Weimarer Republik durch nationale und nationalsozialistische Gruppierungen sollte uns zu denken geben.
An dieser Stelle wurde noch einmal auf die Bedeutung der Erinnerungskultur hingewiesen. Vor diesem Hintergrund wurde die Notwendigkeit einer Erhaltung und Pflege dieser Gagernstätte betont. In diesem Zusammenhang wurde auf die vielfältigen Aktivitäten der Hornauer Historikerin Christa Wittekind hingewiesen, ohne die die Errichtung diese Anlage nicht möglich gewesen wäre.
Die Führung wurde entlang des Gagernrundweges fortgesetzt mit Anmerkungen zur Hornauer Geschichte, der kleinstädtischen Architektur und der Bedeutung des persönlichen Engagement einiger Bürger für ihre Heimat.
Auf dem Friedhof angekommen, erläuterte Rüdiger Kraatz einige der ikonographischen Details der verschiedenen Gräber.
Der Weg führte dann zurück zum Liederbach, wo die letzten Informationstafeln des Rundweges vorgestellt und erläutert wurden.
Text: Rüdiger Kraatz
Fotos: Jürgen Moog
Donnerstag, 03. Oktober 2019 16:00 Uhr