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Clotilde Koch-Gontard – Gagern-Freundin zu Gast in Hornau! (Artikel von Julian Wirth)
Mittwoch, 28. Februar 2024, 18:00 Uhr - 19:00 Uhr
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KELKHEIM KENNENLERNEN 2024

„Besuchen Sie meinen Salon“

Clotilde Koch Gontard in der Alten Kirche Hornau 28.02.2024 1

Die allseits bekannte und geschätzte Frankfurter Salondame Clotilde Koch-Gontard (verkörpert durch Pirkko Cremer von der Fliegenden Volksbühne Frankfurt) war abends, am 28. Februar 2024, in Kelkheim-Hornau zu Besuch, um aus Ihrem besonderen Leben zu erzählen. Doch sie war nicht nur zu Besuch, sie lud auch in ihren „Hornauer Salon“ in der Alten Kirche Hornau ein.

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Links: Portraitbild der Clotilde Koch-Gontard von Eduard von Heuss, 1848; Mitte: Kulturreferent Christof Wolf begrüßte die Gäste in der Alten Kirche;  rechts: Dr. Helma Brunck, Autorin des Buchs über Clotilde Koch-Gontard

Als Vertraute der Familie von Gagern und besondere Freundin Heinrichs von Gagerns sprach die Chronistin der 1848er-Revolution über ihr aufregendes Leben in einer turbulenten Zeit. Sie berichtete über amüsante Anekdoten und Geschichten der Emanzipation sowie der Revolution während der Frankfurter Nationalversammlung. Der Kirche, wir meinen natürlich der Salon, war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Gäste lauschten der Salonière, hörten ihr gespannt zu.

Clotilde Koch Gontard in der Alten Kirche Hornau 28.02.2024 2

Die Salondame reicht Gebäck zum Tee.

Dabei sah Clotilde Koch-Gontard, es war nicht anders zu erwarten, auch hervorragend aus. Das Kostüm saß perfekt, die Frisur war „top gestylt“. Das authentische Inventar des Salons, Stühle und ein Tisch, wurden vom Museumsverein Kelkheim zur Verfügung gestellt. Eine wahre Dame zur Mitte des 19. Jahrhunderts eben, die auch noch, klassisch und der Zeit geschuldet, ein Tagebuch führte, aus dem sie ihren Gästen vorlas. Mal Privates, mal Politisches, und dabei immer Spannendes. 

Landschaft und Leute beeindruckten und bewegten Clotilde emotional: „Herrliche Wälder, die reichsten Fruchtfelder, Erntesegen ohne Ende und dabei eine fast unglaubliche Armut.“ Als Unternehmerin versuchte sie dieser Armut entgegenzuwirken, indem sie Textilfabriken im Taunus gründete. Jungen Frauen, auch aus Hornau, fanden dort ein Auskommen.

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Die Salon-Gäste waren sichtlich angetan, auch beeindruckt von den (geo)politischen Kenntnissen Clotildes um 1848. Der Wiener Kongress, die Karlsbader Beschlüsse, die hochpolitisierten Studenten, Metternich; zu allem wusste die Salonière bestens Bescheid.

Doch es wurde nicht nur erzählt; es wurde auch gesungen. Clotilde sang über die Freiheit und die damit verbundenen Leidenschaften und singend verließ sie den Salon, während die Gäste applaudierten. Es bleibt zu hoffen, dass Clotilde ein weiteres Mal Hornau besuchen wird.

Doch wir gehen fest davon aus!

Text: Julian Wirth

Bilder: Wolfgang Pfankuch

Mittwoch, 28. Februar 2024 18:00 Uhr
Ort Alte Kirche Hornau

Öffnungszeiten

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