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Präsentation von Bildern des Ruppertshainer Expressionisten Adam Wallauer (Artikel von Marianne Bopp)
Sonntag, 04. Dezember 2022, 15:00 Uhr
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Kunstentdeckungen in Kelkheim

Bilder des Ruppertshainer Expressionisten Adam Wallauer

aus der Kunstsammlung des Museums Kelkheim

am Sonntag, 4. Dezember 2022, 15:00 bis 16:00 Uhr

im Museum Kelkheim

 präsentiert von

Museumspädagogin Marianne Bopp

Es war die letzte Gelegenheit, einen Vortrag nachzuholen, der schon für den November 2020 geplant war und der – Sie ahnen es – wegen Corona verschoben werden musste. Denn die im Museum Kelkheim ausgestellten Werke des Ruppertshainer Expressionisten Adam Wallauer werden jetzt nach zwei Jahren gut verpackt, um den Platz wieder für das Möbel des Jahres freizumachen und auf eine noch bessere Präsentation im neuen Museum an der Feldbergstraße zu warten.

Vortrag Marianne Bopp über Adam Wallauer 04.12.2022 1

So hatten sich interessierte Kelkheimer am zweiten Advent im Museum eingefunden, um Adam Wallauer (1915 – 2003) und seine Werke näher kennenzulernen.

Der Ruppertshainer wuchs direkt neben der Schule auf. Es waren schwere Zeiten, wie die Chronik über Ruppertshain berichtet, mit Besatzung und Naturkatastrophen. Auch sein Vater bekam wie alle Bäcker genaue Vorschriften, wann und wieviel er backen durfte. Der Junge aber nutzte die Zeit der Schuljahre, um Zeichnungen seines großen Vorbilds Albrecht Dürer zu kopieren, so viele, dass in Zimmer und Küche bald alle Wände gefüllt waren. In seiner Lehrzeit als Weißbinder lernte er den bekannten Münchener Künstler Max Haenger jr. (1898-1961) kennen, der einige Jahre in Kelkheim wohnte.

Vortrag Marianne Bopp über Adam Wallauer 04.12.2022 2

Marianne Bopp zeigt eine Radierung von Max Haenger von 1929, die Kelkheim mit Blick auf das Kloster darstellt.

Von ihm stammt das große Gemälde im Gartensaal des Kelheimer Rathaus‘, zu dem in der Ausstellung das Werk „Kelkheim 1924“ hing. Haenger förderte den begabten Jungen und erreichte für ihn ein Stipendium an der Städelschen Kunstschule in Frankfurt. Dort lernte er bei Max Beckmann, dessen Selbstportrait wenige Tage vor dem Vortrag für 20 Millionen Euro als teuerstes Gemälde bei einer deutschen Auktion versteigert worden war. Ganz so hoch werden die Werke von Wallauer leider nicht gehandelt. Und deshalb wollte das Museum Wiesbaden die ihm angebotenen Gemälde auch nicht übernehmen, fädelte aber den Kontakt zum Museumsverein Kelkheim ein. Wie diese 11 Wallauer-Werke eines Sammlers dann aus einem Container gerettet werden konnten und ins Museum kamen, berichtete Jürgen Moog, Vorstand des Museumsvereins.

Vortrag Marianne Bopp über Adam Wallauer 04.12.2022 4

Vortrag Marianne Bopp über Adam Wallauer 04.12.2022 5

Am 13.11.2021 wurden in Offenbach durch die Erbengemeinschaft Dr. Heinrich König -11- Gemälde des Malers Adam Wallauer übergeben. Die Gemälde lagerten seit vielen Jahren in einem Container einer Offenbacher Firma. Das Museum Wiesbaden hatte den Kontakt der Erbengemeinschaft zum Museum Kelkheim vermittelt, da es wusste, dass hier bereits einer Wallauer-Sammlung bestand. Ansonsten wären die Bilder entsorgt worden.

Weiter ging der Vortrag über die nächsten Stationen Wallauers: an der Weimarer Kunsthochschule bei Walther Klemm, in Düsseldorf an der Landakademie von Heinrich Nauen und in Berlin bei Karl Schmidt-Rottluff. Jeweils wurde ein Werk der Lehrer in Beziehung gesetzt zu einem Werk Wallauers in der Ausstellung. So wurde deutlich, dass seine Werke die Kunstströmungen der Klassischen Moderne in Deutschland spiegeln. Der Künstler Adam Wallauer konnte immerhin mit seiner Malerei den Lebensunterhalt für sich, seine Frau und die 6 Stiefkinder verdienen. Er hatte zahlreiche Ausstellungen in Deutschland, 1957 in den USA, 1958 in Südafrika, 1962 in Brasilien und im Jahr 2000 in Paris.

Unter den Zuhörern war auch eine entfernte Verwandte des Künstlers. Sie erinnerte sich an den Besuch der Wallauer-Ausstellung in Wiesbaden, bei dem sie vergeblich gehofft hatte, Wolfgang Nesselberger, einen Stiefsohn Wallauers, zu treffen. Diese Hoffnung wurde auch bei unserem Vortrag leider nicht erfüllt. Aber er war es, der im Jahr 2000 in der Ruppertshainer Matthäuskirche mit einer Tagesausstellung seinen Stiefvater den Kelkheimern wieder ins Gedächtnis rief.

AdamWallauer

Den Abschluss des Vortrags bildete das großformatige und besonders beeindruckende Gemälde „Hof Leni Roth in Lenzhahn“, aus den letzten Jahren des Künstlers.

Ich bedanke mich für die große Unterstützung bei Dorothee Sommer, Willi Dorn und Jürgen Moog, der auch die wunderbaren Fotos beigesteuert hat.

Text: Marianne Bopp

Fotos: Jürgen Moog

Sonntag, 04. Dezember 2022 15:00 Uhr
Ort Museum Kelkheim

Öffnungszeiten

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