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SUMMARY:Führung zur Sonderausstellung "DEMOKRATIE WEITER DENKEN" (Artikel von Julian Wirth)
LOCATION:Alte Kirche Hornau
DESCRIPTION:<p>&nbsp;<img src="images/Sonderausstellung_Gagern_ohne_Termin.jpg" alt="So
 nderausstellung Gagern ohne Termin" width="560" height="462" style="display
 : block; margin-left: auto; margin-right: auto;" /></p><p style="text-align
 : center;"><span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #b
 62f2f; font-size: 18pt; text-decoration: underline;"><strong><span style="c
 olor: #cb2549; text-decoration: underline;">Führung durch die Sonderausstel
 lung</span></strong></span></span></p><p style="text-align: center;"><span 
 style="text-decoration: underline; color: #000000;"><span style="font-size:
  18pt;"><strong><span>am Sonntag, 21. Mai, 2023, 15:00 Uhr</span></strong><
 /span></span></p><p style="text-align: center;"><span style="text-decoratio
 n: underline; color: #000000;"><span style="font-size: 18pt;"><strong><span
 >in der Alten Kirche Hornau, Rotlintallee</span></strong></span></span></p>
 <p style="text-align: center;"><span style="text-decoration: underline;"><s
 pan style="color: #b62f2f; font-size: 18pt; text-decoration: underline;"><s
 trong><span style="color: #cb2549; text-decoration: underline;">mit Stadtar
 chivar Julian Wirth</span></strong></span></span></p><p>175 Jahre Nationalv
 ersammlung! In Kelkheim werden die Erinnerungen und die Errungenschaften de
 s ersten Deutschen Parlaments hochgehalten. Heinrich von Gagern, erster Deu
 tscher Parlamentspräsident, besuchte seinen Vater Hans Christoph häufig auf
  dessen Hofgut in Hornau. Dort diskutierten sie. Dort stritten sie. Dort ta
 uschten sie Ideen aus.</p><p>Die Revolution von 1848 ist auch ein Stück Kel
 kheimer und Hornauer Geschichte. Die Sonderausstellung „DEMOKRATIE WEITER D
 ENKEN: Die Freiherren von Gagern - Wegbereiter der parlamentarischen Demokr
 atie“ der Stadt Kelkheim erinnert daran.</p><p><img src="images/Sonderführu
 ngGagernausstellung_JulianWirth_21.05.2023_1.jpg" alt="SonderführungGagerna
 usstellung_JulianWirth_21.05.2023_1.jpg" width="560" height="313" /></p><p>
 Julian Wirth, Stadtarchivar und Historiker, führte die zahlreichen Besucher
  durch die Ausstellung. Sie erzähle Demokratiegeschichte als Familiengeschi
 chte, führte er aus. Ereignisse seien ohne die Personen nicht zu denken, se
 ien in unserem Fall ohne die Freiherren von Gagern nicht zu denken.</p><p><
 img src="images/SonderführungGagernausstellung_JulianWirth_21.05.2023_2.JPG
 " alt="SonderführungGagernausstellung JulianWirth 21.05.2023 2" width="560"
  height="280" /></p><p>Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Es gäbe
  kein „Ende der Geschichte“. Vergegenwärtigen wir uns das aktuelle Weltgesc
 hehen, werden die Gefahren für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnu
 ng deutlich: China und Russland werden zunehmend autoritärer, in den Verein
 igten Staaten stürmte ein Mob das Kapitol, die Regierungen vieler osteuropä
 ischer Länder und auch jüngst Israels rütteln an der Unabhängigkeit ihrer G
 erichte. Wirth betonte, dass es dementsprechend umso wichtiger sei, sich de
 r eigenen Werte und Normen zu vergewissern.</p><p>Alles begann im Jahr 1789
 , erklärte Wirth. Damals stellte ein französischer Revolutionär eine ebenso
  einfache wie bahnbrechenden Frage: „Was ist der Dritte Stand?“ Die revolut
 ionäre Antwort: „Alles.“ Die Privilegien von Klerus und Adel mussten abgesc
 hafft werden. Jeder sollte jedem in Allem gleich sein.</p><p><img src="imag
 es/SonderführungGagernausstellung_JulianWirth_21.05.2023_3.JPG" alt="Sonder
 führungGagernausstellung JulianWirth 21.05.2023 3" width="560" height="298"
  /></p><p>Hans Christoph von Gagern hat diese Zeit nicht nur miterlebt, er 
 hat sie auch mitgestaltet. Insbesondere während der Herrschaft Napoleons. E
 r hatte einen entscheidenden Anteil an der Gründung Nassaus sowie der Niede
 rlande. Er wohnte der Selbstkrönung des Französischen Kaiser bei. Seine Söh
 ne wiederum erkämpften die endgültige Niederlage des Korsen bei Waterloo 18
 15. Aufstieg und Fall Napoleons - die Gagern waren dabei, so Historiker Wir
 th.</p><p><img src="images/SonderführungGagernausstellung_JulianWirth_21.05
 .2023_4.JPG" alt="SonderführungGagernausstellung JulianWirth 21.05.2023 4" 
 width="560" height="792" /></p><p><em>Karte des Deutschen Bundes - Wikimedi
 a Commons</em></p><p>Nach Napoleon schufen die Diplomaten der Fürsten den D
 eutschen Bund. Ein Gebilde aus fast 40 Staaten und Stadtstaaten, von denen 
 zwei den Rest dominierten: Österreich und Preußen. Hans Christoph hatte dar
 an mitgewirkt, doch seinen Söhnen Heinrich, Friedrich und Max war er verhas
 st. Wirth erläuterte, dass sie ein Reich, ein Deutschland wollten.</p><p>Im
  Jahr 1848 tat sich die Chance für ein geeintes Deutschland unter einer Fah
 ne auf. Eine Revolution entzündete sich in Paris - wo sonst? - und griff au
 f die Staaten des Deutschen Bundes über. An allen Orten ertönte der Ruf nac
 h Veränderung, nach Reform, nach Revolution! Wirth legte die damalige Begei
 sterung anhand einer Schulchronik aus Ruppertshain dar. Auch hier war man e
 lektrisiert von den Ereignissen. Die Stunde der drei „politischen Brüder“ h
 atte geschlagen.</p><p><img src="images/SonderführungGagernausstellung_Juli
 anWirth_21.05.2023_6.JPG" alt="SonderführungGagernausstellung JulianWirth 2
 1.05.2023 6" width="560" height="280" /></p><p>Heinrich und Max zogen in da
 s erste Deutsche Parlament ein.</p><p><img src="images/SonderführungGagerna
 usstellung_JulianWirth_21.05.2023_5.JPG" alt="SonderführungGagernausstellun
 g JulianWirth 21.05.2023 5" width="560" height="280" /></p><p>Friedrich zog
  für die Bundestruppen zu Felde und fiel im Kampf gegen die Aufständischen 
 um Friedrich Hecker.</p><p>Am Ende scheiterte die Revolution an der verblie
 benen Macht der Fürsten, an ihrem Unwillen etwas verändern zu wollen, an ih
 rem Militär, so Wirth. Doch der Historiker betonte auch was blieb: die Idee
  der Freiheit und der Einheit, des Rechts- und Verfassungsstaates. Sie bild
 en das Fundament der heutigen Bundesrepublik. Wirth schloss seine Führung d
 amit, dass die Freiherren von Gagern Wegbereiter der parlamentarischen Demo
 kratie waren. &nbsp;</p><p><img src="images/SonderführungGagernausstellung_
 JulianWirth_21.05.2023_7.JPG" alt="SonderführungGagernausstellung JulianWir
 th 21.05.2023 7" width="560" height="280" /></p><p><em>Der Hinweis auf das 
 wunderbare Portrait der Freiherrn von Gagern in dem Buch von Torsten Weigel
 t über die "Pioniere der Deutschen Demokratie" durfte nicht fehlen.</em></p
 ><p>Der herzliche Dank des Verfassers dieses Artikels gilt den überaus inte
 ressierten Besuchern seiner Führung. Viele Fragen wurden gestellt, viele An
 regungen und Denkimpulse gegeben. Zudem möchte der Verfasser sich ausdrückl
 ich bei Jürgen Moog vom Museumsverein sowie den <em>Bürgern für Hornau</em>
  bedanken.</p><p>Text: Julian Wirth</p><p>Fotos: Jürgen Moog</p>
X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:<p>&nbsp;<img src="https://museum-kelkheim.de/images/Sonderausstellung_Gage
 rn_ohne_Termin.jpg" alt="Sonderausstellung Gagern ohne Termin" width="560" 
 height="462" style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;"
  /></p><p style="text-align: center;"><span style="text-decoration: underli
 ne;"><span style="color: #b62f2f; font-size: 18pt; text-decoration: underli
 ne;"><strong><span style="color: #cb2549; text-decoration: underline;">Führ
 ung durch die Sonderausstellung</span></strong></span></span></p><p style="
 text-align: center;"><span style="text-decoration: underline; color: #00000
 0;"><span style="font-size: 18pt;"><strong><span>am Sonntag, 21. Mai, 2023,
  15:00 Uhr</span></strong></span></span></p><p style="text-align: center;">
 <span style="text-decoration: underline; color: #000000;"><span style="font
 -size: 18pt;"><strong><span>in der Alten Kirche Hornau, Rotlintallee</span>
 </strong></span></span></p><p style="text-align: center;"><span style="text
 -decoration: underline;"><span style="color: #b62f2f; font-size: 18pt; text
 -decoration: underline;"><strong><span style="color: #cb2549; text-decorati
 on: underline;">mit Stadtarchivar Julian Wirth</span></strong></span></span
 ></p><p>175 Jahre Nationalversammlung! In Kelkheim werden die Erinnerungen 
 und die Errungenschaften des ersten Deutschen Parlaments hochgehalten. Hein
 rich von Gagern, erster Deutscher Parlamentspräsident, besuchte seinen Vate
 r Hans Christoph häufig auf dessen Hofgut in Hornau. Dort diskutierten sie.
  Dort stritten sie. Dort tauschten sie Ideen aus.</p><p>Die Revolution von 
 1848 ist auch ein Stück Kelkheimer und Hornauer Geschichte. Die Sonderausst
 ellung „DEMOKRATIE WEITER DENKEN: Die Freiherren von Gagern - Wegbereiter d
 er parlamentarischen Demokratie“ der Stadt Kelkheim erinnert daran.</p><p><
 img src="https://museum-kelkheim.de/images/SonderführungGagernausstellung_J
 ulianWirth_21.05.2023_1.jpg" alt="SonderführungGagernausstellung_JulianWirt
 h_21.05.2023_1.jpg" width="560" height="313" /></p><p>Julian Wirth, Stadtar
 chivar und Historiker, führte die zahlreichen Besucher durch die Ausstellun
 g. Sie erzähle Demokratiegeschichte als Familiengeschichte, führte er aus. 
 Ereignisse seien ohne die Personen nicht zu denken, seien in unserem Fall o
 hne die Freiherren von Gagern nicht zu denken.</p><p><img src="https://muse
 um-kelkheim.de/images/SonderführungGagernausstellung_JulianWirth_21.05.2023
 _2.JPG" alt="SonderführungGagernausstellung JulianWirth 21.05.2023 2" width
 ="560" height="280" /></p><p>Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. E
 s gäbe kein „Ende der Geschichte“. Vergegenwärtigen wir uns das aktuelle We
 ltgeschehen, werden die Gefahren für unsere freiheitlich-demokratische Grun
 dordnung deutlich: China und Russland werden zunehmend autoritärer, in den 
 Vereinigten Staaten stürmte ein Mob das Kapitol, die Regierungen vieler ost
 europäischer Länder und auch jüngst Israels rütteln an der Unabhängigkeit i
 hrer Gerichte. Wirth betonte, dass es dementsprechend umso wichtiger sei, s
 ich der eigenen Werte und Normen zu vergewissern.</p><p>Alles begann im Jah
 r 1789, erklärte Wirth. Damals stellte ein französischer Revolutionär eine 
 ebenso einfache wie bahnbrechenden Frage: „Was ist der Dritte Stand?“ Die r
 evolutionäre Antwort: „Alles.“ Die Privilegien von Klerus und Adel mussten 
 abgeschafft werden. Jeder sollte jedem in Allem gleich sein.</p><p><img src
 ="https://museum-kelkheim.de/images/SonderführungGagernausstellung_JulianWi
 rth_21.05.2023_3.JPG" alt="SonderführungGagernausstellung JulianWirth 21.05
 .2023 3" width="560" height="298" /></p><p>Hans Christoph von Gagern hat di
 ese Zeit nicht nur miterlebt, er hat sie auch mitgestaltet. Insbesondere wä
 hrend der Herrschaft Napoleons. Er hatte einen entscheidenden Anteil an der
  Gründung Nassaus sowie der Niederlande. Er wohnte der Selbstkrönung des Fr
 anzösischen Kaiser bei. Seine Söhne wiederum erkämpften die endgültige Nied
 erlage des Korsen bei Waterloo 1815. Aufstieg und Fall Napoleons - die Gage
 rn waren dabei, so Historiker Wirth.</p><p><img src="https://museum-kelkhei
 m.de/images/SonderführungGagernausstellung_JulianWirth_21.05.2023_4.JPG" al
 t="SonderführungGagernausstellung JulianWirth 21.05.2023 4" width="560" hei
 ght="792" /></p><p><em>Karte des Deutschen Bundes - Wikimedia Commons</em><
 /p><p>Nach Napoleon schufen die Diplomaten der Fürsten den Deutschen Bund. 
 Ein Gebilde aus fast 40 Staaten und Stadtstaaten, von denen zwei den Rest d
 ominierten: Österreich und Preußen. Hans Christoph hatte daran mitgewirkt, 
 doch seinen Söhnen Heinrich, Friedrich und Max war er verhasst. Wirth erläu
 terte, dass sie ein Reich, ein Deutschland wollten.</p><p>Im Jahr 1848 tat 
 sich die Chance für ein geeintes Deutschland unter einer Fahne auf. Eine Re
 volution entzündete sich in Paris - wo sonst? - und griff auf die Staaten d
 es Deutschen Bundes über. An allen Orten ertönte der Ruf nach Veränderung, 
 nach Reform, nach Revolution! Wirth legte die damalige Begeisterung anhand 
 einer Schulchronik aus Ruppertshain dar. Auch hier war man elektrisiert von
  den Ereignissen. Die Stunde der drei „politischen Brüder“ hatte geschlagen
 .</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/SonderführungGagernauss
 tellung_JulianWirth_21.05.2023_6.JPG" alt="SonderführungGagernausstellung J
 ulianWirth 21.05.2023 6" width="560" height="280" /></p><p>Heinrich und Max
  zogen in das erste Deutsche Parlament ein.</p><p><img src="https://museum-
 kelkheim.de/images/SonderführungGagernausstellung_JulianWirth_21.05.2023_5.
 JPG" alt="SonderführungGagernausstellung JulianWirth 21.05.2023 5" width="5
 60" height="280" /></p><p>Friedrich zog für die Bundestruppen zu Felde und 
 fiel im Kampf gegen die Aufständischen um Friedrich Hecker.</p><p>Am Ende s
 cheiterte die Revolution an der verbliebenen Macht der Fürsten, an ihrem Un
 willen etwas verändern zu wollen, an ihrem Militär, so Wirth. Doch der Hist
 oriker betonte auch was blieb: die Idee der Freiheit und der Einheit, des R
 echts- und Verfassungsstaates. Sie bilden das Fundament der heutigen Bundes
 republik. Wirth schloss seine Führung damit, dass die Freiherren von Gagern
  Wegbereiter der parlamentarischen Demokratie waren. &nbsp;</p><p><img src=
 "https://museum-kelkheim.de/images/SonderführungGagernausstellung_JulianWir
 th_21.05.2023_7.JPG" alt="SonderführungGagernausstellung JulianWirth 21.05.
 2023 7" width="560" height="280" /></p><p><em>Der Hinweis auf das wunderbar
 e Portrait der Freiherrn von Gagern in dem Buch von Torsten Weigelt über di
 e "Pioniere der Deutschen Demokratie" durfte nicht fehlen.</em></p><p>Der h
 erzliche Dank des Verfassers dieses Artikels gilt den überaus interessierte
 n Besuchern seiner Führung. Viele Fragen wurden gestellt, viele Anregungen 
 und Denkimpulse gegeben. Zudem möchte der Verfasser sich ausdrücklich bei J
 ürgen Moog vom Museumsverein sowie den <em>Bürgern für Hornau</em> bedanken
 .</p><p>Text: Julian Wirth</p><p>Fotos: Jürgen Moog</p>
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