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SUMMARY:Der Zauberberg – Führungen an den Tagen der Industriekultur (Artikel von Marianne Bopp)
LOCATION:Zauberberg\, Kelkheim-Ruppertshain
DESCRIPTION:Der Zauberberg\nVon der ersten Volks-Lungenheilstätte Deutschlands \nzum Ku
 lturzentrum mit Flair\nFührungen im Rahmen der Tage der Industriekultur Fra
 nkfurt RheinMain und Besichtigung der Klangkunst-Installationen des Kulturf
 onds Frankfurt RheinMain\n25., 26., 27. und 28. August 2021\nSeit 2010 nimm
 t das Museum Kelkheim an den Tagen der Industriekultur teil, immer zum Foku
 sthema – in diesem Jahr: Vernetzung.\nDa lag es nahe, den Zauberberg in Rup
 pertshain zu wählen. Als erste Volks-Lungenheilstätte für Arbeiterinnen und
  Arbeiter gehört er zur Route der Industriekultur. Schon für die Entstehung
  war es nötig, dass sich der Rekonvaleszenten-Verein in Frankfurt vernetzte
  für die nötige ärztliche Beratung, finanzielle Unterstützung und Bauplanun
 g. Und auch heute vernetzt der denkmalgeschützte „Zauberberg“ mit seinem pu
 lsierenden kulturellen Leben Musiker, Literaten, Maler und Bildhauer.\nDas 
 Interesse war so groß, dass statt der zwei geplanten vier Termine mit insge
 samt mehr als 100 Gästen angeboten wurden.\n\nV.l. Stadtrat Thomas Weck (CC
 Z Creativ Concept Zauberberg), Bürgermeister Albrecht Kündiger und die Küns
 tlerin Lea Letzel bei der Begrüßung\nDie Führungen teilten sich Marianne Bo
 pp, Museumspädagogin im Museum Kelkheim, und die Kölner Künstlerin Lea Letz
 el. Im ersten Abschnitt ging es um die Geschichte des Zauberbergs, im zweit
 en stellte die Künstlerin ihre Klangkunst-Skulpturen vor, zwei Liegen, die 
 auch gleich von den Gästen ausprobiert werden konnten.\n\nMarianne Bopp erl
 äuterte die Gründe und Voraussetzungen für den Bau der Heilstätte für „unbe
 mittelte“ Arbeiter und Arbeiterinnen, die im Jahr 1895 in Ruppertshain eröf
 fnet werden konnte. Damals gab es 72 Plätze für an Tuberkulose Erkrankte. A
 lles war streng, aber schon gleichberechtigt nach Geschlechtern getrennt.\n
 \nSo gab es eigene Treppenhäuser, Speisesäle und Liegehallen für jeweils 36
  Männer und 36 Frauen. Die Behandlung bestand damals vor allem aus guter Lu
 ft, viel Ruhe und gutem, fettreichen Essen. Besonders wichtig war dabei die
  Liegekur, übernommen vom ärztlichen Berater Dr. Peter Dettweiler vom Sanat
 orium in Falkenstein: Über Stunden lagen die Erkrankten vormittags, nachmit
 tags und bis in den Abend hinein in den offenen Liegehallen. Die besondere 
 Architektur des imposanten Gebäudes war ein weiterer Aspekt der Führung.\n\
 nWenig bekannt ist heute, wie wichtig damals die Dachkämme waren - hier sti
 lisierte Liliensträuße -, die sich gut sichtbar gegen den Himmel abheben so
 llten. Noch heute ziehen sie sich über die Firste der Dachlandschaft, die s
 chon von Weitem mit ihren bunten Bändern und Zick-Zack-Linien in den Bann z
 ieht.\nIm Jahr 1900 wurde die Volks-Lungenheilstätte Ruppertshain auf der W
 eltausstellung in Paris beispielgebend präsentiert, und schon bald orientie
 rten sich an ihr auch die Vorschriften für den Heilstätten-Bau.\n\nMarianne
  Bopp zeigt den "Blauen Heinrich" (Taschenspucknapf für Tuberkulosekranke) 
 und die Davoser Liege, die in Ruppertshain erfunden wurde.\nImmer wieder ga
 b es Erweiterungen. Der Anspruch war, den Patienten die jeweils modernsten 
 Behandlungsmethoden zu bieten. Das bedeutete z.B., dass ein Röntgengerät an
 geschafft wurde und auch die Aufnahmen vor Ort entwickelt wurden. Weitere S
 penden ermöglichten es, ein zweites Gebäude zu erstellen, den sogenannten F
 rauenbau. In etwas einfacheren Formen gehalten, stimmt vor allem das Dach m
 it dem ersten Gebäude überein, das nun Männerbau genannt wurde. Da Küche un
 d Speisesäle gleich mit neu gebaut wurden, konnten im Männerbau seitdem 100
  Patienten unterkommen. Im Frauenbau gab es nur 34 Plätze, der Tatsache ges
 chuldet, dass Frauen weniger anfällig für Tuberkulose waren.\n\nBeim Weg um
  den großen Gebäudekomplex machte Marianne Bopp auch immer wieder auf die K
 ünstlerateliers aufmerksam und die zahlreichen Skulpturen verschiedener Kün
 stler, die das Gelände bereichern.\n\nIm Norden fiel der Blick auf die letz
 ten Aufstockungen, die die Kapazität auf 250 Betten steigerten, und auf das
  Betriebsgebäude von 1909, das zudem Schwitz- und Inhalationsräume enthielt
 . Dabei ging es auch um die Fortschritte in der Tuberkulose-Behandlung. Die
  revolutionäre Nutzung der Sulfonamide für Medikamente durch Gerhard Domagk
  führte dazu, dass die Heilstätte lange Jahre nach diesem Nobelpreisträger 
 benannt war. Die Entwicklung einer Art Chemotherapie mit mehreren Antibioti
 ka war letztlich so erfolgreich, dass die Patientenzahlen deutlich zurückgi
 ngen.\nAls Folge wurde die Gerhard-Domagk-Klinik im Jahr 1982 geschlossen. 
 Das Schicksal der Gebäude war ungewiss, selbst der Abriss drohte. Das konnt
 e zum Glück verhindert werden. Heute steht der Zustand von 1910 unter Denkm
 alschutz, dazu gehören auch jenseits der Robert-Koch-Straße bzw. der Straße
  nach Eppenhain die Arztvilla, das Maschinenhaus, das Werkstattgebäude und 
 das Ökonomiegebäude. Der ganze Komplex genießt Ensembleschutz.\nUnter viele
 n Kaufinteressenten setzte sich eine Investorengruppe durch, die hier deuts
 che Spätaussiedler unterbrachte. In der Folge wurde der Komplex aufwändig r
 enoviert, um hier Wohnungen, Ateliers, Praxen, Büros und Gastronomie unterz
 ubringen, dem Motto der Investoren gemäß, „Wohnen – Leben – Arbeiten – Frei
 zeit“ an diesem Ort zu vereinen. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurden
  dafür leichte Veränderungen vorgenommen. Z.B. wurden an der Südseite des M
 ännerbaus Balkone angefügt und die Gauben geändert.\n1997 setzte sich der N
 ame „Zauberberg“ für die Anlage durch, in Anlehnung an den Roman von Thomas
  Mann, der in einem Schweizer Lungen-Sanatorium spielt. Dort erhielten die 
 Patienten die gleiche Behandlung wie die Arbeiterinnen und Arbeiter in der 
 Volksheilstätte Ruppertshain.\nAuf dem Weg zu den Klanginstallationen genos
 sen die Gäste noch den atemberaubenden Blick auf die Frankfurter Skyline, h
 ier aus einem ungewohnten Blickwinkel zu genießen und bei der letzten Führu
 ng in ein ganz besonderes Wechselspiel aus Sonnenlicht und Wolkenschatten g
 etaucht.\nMarianne Bopp dankte den Gästen für ihre Teilnahme und übergab di
 e Gruppe nach Applaus an Lea Letzel.\nDie Künstlerin führte zu den beiden L
 iegen auf der Wiese unterhalb des Parkplatzes.\nNachdem sie ihren Werdegang
  skizziert hatte, beschrieb sie ihre Faszination für den Zauberberg seit de
 m ersten Anblick bei der Fahrt von Fischbach hoch. Bei dieser Fahrt hatte i
 hr Dr. Julia Cloot vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain verschiedene Orte fü
 r das Klangkunstfestival angeboten. Die Wahl fiel nicht schwer.\nEs folgte 
 die intensive Beschäftigung mit der Liegekur bis zu den Davoser Liegen von 
 Dr. Peter Dettweiler, auch erwähnt im ersten Teil der Führung. Dabei ging e
 s Lea Letzel um ein niedrigschwelliges Angebot.\n\nSo entwickelte sie zum e
 inen die große wippende Liege. Statt Wasser, das bei bestimmten Therapie-Li
 egen durch deren Rohre geführt wurde, bewegen sich hier Kugeln in den Kufen
 . Beim Wippen erzeugen sie einen kullernden Klang. Das wurde bei allen Führ
 ungsterminen von den Besuchern sofort und gerne ausprobiert.\nBei der zweit
 en Konstruktion ist eine gleichartige Liege als Schaukel in ein großes Gest
 ell eingehängt. Beide Enden der Liege enthalten Windharfen, eine Kombinatio
 n von über die gesamte Breite gespannten Gitarrensaiten und einem flachen T
 richter, der den Wind auf die Saiten führt. Nicht bei allen Terminen kam de
 r Wind ausreichend aus der erforderlichen Richtung, um die magisch klingend
 en Töne zu erzeugen. Es ist halt ein bisschen Geduld nötig, um auf den rich
 tigen Wind zu warten. Schließlich forderte die Liegekur auch Zeit und Gedul
 d.\n\nV.l.: Dr. Julia Cloot (stellv. Geschäftsführerin des Kulturfonds Fran
 kfurt RheinMain), Museumspädagogin Marianne Bopp, Bürgermeister Albrecht Kü
 ndiger, Kultureferentin Dr. Beate Matuschek und Künstlerin Lea Letzel\nDie 
 Künstlerin stellte heraus, dass auch die schwefelgelbe Farbe Bezug nimmt au
 f die Liegekur: Sie verfremdet das satte Gelb der Bambusgestelle der Davose
 r Liegen. Trotz des Namens wurden sie in Falkenstein von Dr. Peter Dettweil
 er entwickelt.\nBeide Kunstwerke entsprechen außerdem den Sicherheitsbestim
 mungen. Sie sind von einem Spielplatzgutachter überprüft und abgenommen wor
 den.\nImmer wieder wurde die Frage gestellt, ob die Kunstwerke nicht über d
 as geplante Ende am 29.08.2021 hinaus hier stehenbleiben könnten. Vielleich
 t gelingt es, dass Kulturfonds, Stadt und CCZ Zauberberg für die Beibehaltu
 ng zusammenwirken. Das würde auch die Künstlerin freuen.\nSo konnte jeweils
  der Nachmittag mit Schaukeln und Wippen ausklingen, vielleicht noch gefolg
 t von einem Stopp im Café Zauberberg, im Restaurant Merlin oder an der Bar 
 im Felsenkeller.\nVorher gab es aber auch für Lea Letzel noch den verdiente
 n Applaus.\nText: Marianne Bopp\nFotos: Wolfgang Pfankuch und Jürgen Moog\n
X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:<p style="text-align: center;"><span style="color: #ff0000; font-size: 36pt
 ;"><strong>Der Zauberberg</strong></span></p><p style="text-align: center;"
 ><span style="color: #ff0000; font-size: 18pt;"><strong>Von der ersten Volk
 s-Lungenheilstätte Deutschlands </strong></span></p><p style="text-align: c
 enter;"><span style="color: #ff0000; font-size: 18pt;"><strong>zum Kulturze
 ntrum mit Flair</strong></span></p><p style="text-align: center;"><span sty
 le="font-size: 14pt;"><strong>Führungen im Rahmen der Tage der Industriekul
 tur Frankfurt RheinMain und&nbsp;</strong><strong>Besichtigung der Klangkun
 st-Installationen des Kulturfonds Frankfurt RheinMain</strong></span></p><p
  style="text-align: center;"><span style="font-size: 14pt;"><strong>25., 26
 ., 27. und 28. August 2021</strong></span></p><p><span style="font-size: 10
 pt;">Seit 2010 nimmt das Museum Kelkheim an den Tagen der Industriekultur t
 eil, immer zum Fokusthema – in diesem Jahr: Vernetzung.</span></p><p><span 
 style="font-size: 10pt;">Da lag es nahe, den Zauberberg in Ruppertshain zu 
 wählen. Als erste Volks-Lungenheilstätte für Arbeiterinnen und Arbeiter geh
 ört er zur Route der Industriekultur. Schon für die Entstehung war es nötig
 , dass sich der Rekonvaleszenten-Verein in Frankfurt vernetzte für die nöti
 ge ärztliche Beratung, finanzielle Unterstützung und Bauplanung. Und auch h
 eute vernetzt der denkmalgeschützte „Zauberberg“ mit seinem pulsierenden ku
 lturellen Leben Musiker, Literaten, Maler und Bildhauer.</span></p><p><span
  style="font-size: 10pt;">Das Interesse war so groß, dass statt der zwei ge
 planten vier Termine mit insgesamt mehr als 100 Gästen angeboten wurden.</s
 pan></p><p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://museum-kelkheim
 .de/images/FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021_1.JPG" alt="FührungZa
 uberbergLiegekurMBoppLetzel082021 1" width="560" height="373" /></span></p>
 <p><em>V.l.&nbsp;Stadtrat Thomas Weck (CCZ Creativ Concept Zauberberg), Bür
 germeister Albrecht Kündiger und die Künstlerin Lea Letzel bei der Begrüßun
 g</em></p><p><span style="font-size: 10pt;">Die Führungen teilten sich Mari
 anne Bopp, Museumspädagogin im Museum Kelkheim, und die Kölner Künstlerin L
 ea Letzel. Im ersten Abschnitt ging es um die Geschichte des Zauberbergs, i
 m zweiten stellte die Künstlerin ihre Klangkunst-Skulpturen vor, zwei Liege
 n, die auch gleich von den Gästen ausprobiert werden konnten.</span></p><p>
 <img src="https://museum-kelkheim.de/images/FührungZauberbergLiegekurMBoppL
 etzel082021_2.JPG" alt="FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021 2" width
 ="560" height="373" /></p><p><span style="font-size: 10pt;">Marianne Bopp e
 rläuterte die Gründe und Voraussetzungen für den Bau der Heilstätte für „un
 bemittelte“ Arbeiter und Arbeiterinnen, die im Jahr 1895 in Ruppertshain er
 öffnet werden konnte. Damals gab es 72 Plätze für an Tuberkulose Erkrankte.
  Alles war streng, aber schon gleichberechtigt nach Geschlechtern getrennt.
 </span></p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/SonderführungAnsi
 chtskartenausstellung01.03.2020_7.JPG" alt="SonderführungAnsichtskartenauss
 tellung01.03.2020 7" width="560" height="363" /></p><p><span style="font-si
 ze: 10pt;">So gab es eigene Treppenhäuser, Speisesäle und Liegehallen für j
 eweils 36 Männer und 36 Frauen. Die Behandlung bestand damals vor allem aus
  guter Luft, viel Ruhe und gutem, fettreichen Essen. Besonders wichtig war 
 dabei die Liegekur, übernommen vom ärztlichen Berater Dr. Peter Dettweiler 
 vom Sanatorium in Falkenstein: Über Stunden lagen die Erkrankten vormittags
 , nachmittags und bis in den Abend hinein in den offenen Liegehallen. Die b
 esondere Architektur des imposanten Gebäudes war ein weiterer Aspekt der Fü
 hrung.</span></p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/FührungZaub
 erbergLiegekurMBoppLetzel082021_3.JPG" alt="FührungZauberbergLiegekurMBoppL
 etzel082021 3" width="560" height="156" /></p><p><span style="font-size: 10
 pt;">Wenig bekannt ist heute, wie wichtig damals die Dachkämme waren - hier
  stilisierte Liliensträuße -, die sich gut sichtbar gegen den Himmel abhebe
 n sollten. Noch heute ziehen sie sich über die Firste der Dachlandschaft, d
 ie schon von Weitem mit ihren bunten Bändern und Zick-Zack-Linien in den Ba
 nn zieht.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Im Jahr 1900 wurde di
 e Volks-Lungenheilstätte Ruppertshain auf der Weltausstellung in Paris beis
 pielgebend präsentiert, und schon bald orientierten sich an ihr auch die Vo
 rschriften für den Heilstätten-Bau.</span></p><p><img src="https://museum-k
 elkheim.de/images/FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021_4.JPG" alt="Fü
 hrungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021 4" width="560" height="280" /></p>
 <p><em>Marianne Bopp zeigt den "Blauen Heinrich" (Taschenspucknapf für Tube
 rkulosekranke) und die Davoser Liege, die in Ruppertshain erfunden wurde.</
 em></p><p><span style="font-size: 10pt;">Immer wieder gab es Erweiterungen.
  Der Anspruch war, den Patienten die jeweils modernsten Behandlungsmethoden
  zu bieten. Das bedeutete z.B., dass ein Röntgengerät angeschafft wurde und
  auch die Aufnahmen vor Ort entwickelt wurden. Weitere Spenden ermöglichten
  es, ein zweites Gebäude zu erstellen, den sogenannten Frauenbau. In etwas 
 einfacheren Formen gehalten, stimmt vor allem das Dach mit dem ersten Gebäu
 de überein, das nun Männerbau genannt wurde. Da Küche und Speisesäle gleich
  mit neu gebaut wurden, konnten im Männerbau seitdem 100 Patienten unterkom
 men. Im Frauenbau gab es nur 34 Plätze, der Tatsache geschuldet, dass Fraue
 n weniger anfällig für Tuberkulose waren.</span></p><p><img src="https://mu
 seum-kelkheim.de/images/FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021_5.JPG" a
 lt="FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021 5" width="560" height="280" 
 /></p><p><span style="font-size: 10pt;">Beim Weg um den großen Gebäudekompl
 ex machte Marianne Bopp auch immer wieder auf die Künstlerateliers aufmerks
 am und die zahlreichen Skulpturen verschiedener Künstler, die das Gelände b
 ereichern.</span></p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Führung
 ZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021_6.JPG" alt="FührungZauberbergLiegekurMB
 oppLetzel082021 6" width="560" height="280" /></p><p><span style="font-size
 : 10pt;">Im Norden fiel der Blick auf die letzten Aufstockungen, die die Ka
 pazität auf 250 Betten steigerten, und auf das Betriebsgebäude von 1909, da
 s zudem Schwitz- und Inhalationsräume enthielt. Dabei ging es auch um die F
 ortschritte in der Tuberkulose-Behandlung. Die revolutionäre Nutzung der Su
 lfonamide für Medikamente durch Gerhard Domagk führte dazu, dass die Heilst
 ätte lange Jahre nach diesem Nobelpreisträger benannt war. Die Entwicklung 
 einer Art Chemotherapie mit mehreren Antibiotika war letztlich so erfolgrei
 ch, dass die Patientenzahlen deutlich zurückgingen.</span></p><p><span styl
 e="font-size: 10pt;">Als Folge wurde die Gerhard-Domagk-Klinik im Jahr 1982
  geschlossen. Das Schicksal der Gebäude war ungewiss, selbst der Abriss dro
 hte. Das konnte zum Glück verhindert werden. Heute steht der Zustand von 19
 10 unter Denkmalschutz, dazu gehören auch jenseits der Robert-Koch-Straße b
 zw. der Straße nach Eppenhain die Arztvilla, das Maschinenhaus, das Werksta
 ttgebäude und das Ökonomiegebäude. Der ganze Komplex genießt Ensembleschutz
 .</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Unter vielen Kaufinteressente
 n setzte sich eine Investorengruppe durch, die hier deutsche Spätaussiedler
  unterbrachte. In der Folge wurde der Komplex aufwändig renoviert, um hier 
 Wohnungen, Ateliers, Praxen, Büros und Gastronomie unterzubringen, dem Mott
 o der Investoren gemäß, „Wohnen – Leben – Arbeiten – Freizeit“ an diesem Or
 t zu vereinen. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurden dafür leichte Ver
 änderungen vorgenommen. Z.B. wurden an der Südseite des Männerbaus Balkone 
 angefügt und die Gauben geändert.</span></p><p><span style="font-size: 10pt
 ;">1997 setzte sich der Name „Zauberberg“ für die Anlage durch, in Anlehnun
 g an den Roman von Thomas Mann, der in einem Schweizer Lungen-Sanatorium sp
 ielt. Dort erhielten die Patienten die gleiche Behandlung wie die Arbeiteri
 nnen und Arbeiter in der Volksheilstätte Ruppertshain.</span></p><p><span s
 tyle="font-size: 10pt;">Auf dem Weg zu den Klanginstallationen genossen die
  Gäste noch den atemberaubenden Blick auf die Frankfurter Skyline, hier aus
  einem ungewohnten Blickwinkel zu genießen und bei der letzten Führung in e
 in ganz besonderes Wechselspiel aus Sonnenlicht und Wolkenschatten getaucht
 .</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Marianne Bopp dankte den Gäst
 en für ihre Teilnahme und übergab die Gruppe nach Applaus an Lea Letzel.</s
 pan></p><p><span style="font-size: 10pt;">Die Künstlerin führte zu den beid
 en Liegen auf der Wiese unterhalb des Parkplatzes.</span></p><p><span style
 ="font-size: 10pt;">Nachdem sie ihren Werdegang skizziert hatte, beschrieb 
 sie ihre Faszination für den Zauberberg seit dem ersten Anblick bei der Fah
 rt von Fischbach hoch. Bei dieser Fahrt hatte ihr Dr. Julia Cloot vom Kultu
 rfonds Frankfurt RheinMain verschiedene Orte für das Klangkunstfestival ang
 eboten. Die Wahl fiel nicht schwer.</span></p><p><span style="font-size: 10
 pt;">Es folgte die intensive Beschäftigung mit der Liegekur bis zu den Davo
 ser Liegen von Dr. Peter Dettweiler, auch erwähnt im ersten Teil der Führun
 g. Dabei ging es Lea Letzel um ein niedrigschwelliges Angebot.</span></p><p
 ><img src="https://museum-kelkheim.de/images/FührungZauberbergLiegekurMBopp
 Letzel082021_7.JPG" alt="FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021 7" widt
 h="560" height="280" /></p><p><span style="font-size: 10pt;">So entwickelte
  sie zum einen die große wippende Liege. Statt Wasser, das bei bestimmten T
 herapie-Liegen durch deren Rohre geführt wurde, bewegen sich hier Kugeln in
  den Kufen. Beim Wippen erzeugen sie einen kullernden Klang. Das wurde bei 
 allen Führungsterminen von den Besuchern sofort und gerne ausprobiert.</spa
 n></p><p><span style="font-size: 10pt;">Bei der zweiten Konstruktion ist ei
 ne gleichartige Liege als Schaukel in ein großes Gestell eingehängt. Beide 
 Enden der Liege enthalten Windharfen, eine Kombination von über die gesamte
  Breite gespannten Gitarrensaiten und einem flachen Trichter, der den Wind 
 auf die Saiten führt. Nicht bei allen Terminen kam der Wind ausreichend aus
  der erforderlichen Richtung, um die magisch klingenden Töne zu erzeugen. E
 s ist halt ein bisschen Geduld nötig, um auf den richtigen Wind zu warten. 
 Schließlich forderte die Liegekur auch Zeit und Geduld.</span></p><p><img s
 rc="https://museum-kelkheim.de/images/FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel0
 82021_8.JPG" alt="FührungZauberbergLiegekurMBoppLetzel082021 8" width="560"
  height="373" /></p><p><em>V.l.: Dr. Julia Cloot (stellv. Geschäftsführerin
  des Kulturfonds Frankfurt RheinMain), Museumspädagogin Marianne Bopp, Bürg
 ermeister Albrecht Kündiger, Kultureferentin Dr. Beate Matuschek und Künstl
 erin Lea Letzel</em></p><p><span style="font-size: 10pt;">Die Künstlerin st
 ellte heraus, dass auch die schwefelgelbe Farbe Bezug nimmt auf die Liegeku
 r: Sie verfremdet das satte Gelb der Bambusgestelle der Davoser Liegen. Tro
 tz des Namens wurden sie in Falkenstein von Dr. Peter Dettweiler entwickelt
 .</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Beide Kunstwerke entsprechen 
 außerdem den Sicherheitsbestimmungen. Sie sind von einem Spielplatzgutachte
 r überprüft und abgenommen worden.</span></p><p><span style="font-size: 10p
 t;">Immer wieder wurde die Frage gestellt, ob die Kunstwerke nicht über das
  geplante Ende am 29.08.2021 hinaus hier stehenbleiben könnten. Vielleicht 
 gelingt es, dass Kulturfonds, Stadt und CCZ Zauberberg für die Beibehaltung
  zusammenwirken. Das würde auch die Künstlerin freuen.</span></p><p><span s
 tyle="font-size: 10pt;">So konnte jeweils der Nachmittag mit Schaukeln und 
 Wippen ausklingen, vielleicht noch gefolgt von einem Stopp im Café Zauberbe
 rg, im Restaurant Merlin oder an der Bar im Felsenkeller.</span></p><p><spa
 n style="font-size: 10pt;">Vorher gab es aber auch für Lea Letzel noch den 
 verdienten Applaus.</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Text: Maria
 nne Bopp</span></p><p><span style="font-size: 10pt;">Fotos: Wolfgang Pfanku
 ch und Jürgen Moog</span></p>
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