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SUMMARY:30  Jahre Krieg: Ereignisse und Spuren in Kelkheim und Umgebung (1618 – 1648)
LOCATION:Museum Kelkheim
DESCRIPTION:Zum Jahresjubiläum 1518 - 2018\n30 Jahre Krieg\n1618 – 1648: \nEreignisse u
 nd Spuren in Kelkheim und seiner Umgebung\nVortrag von Gerhard Schmidt (Fis
 chbach)\nModeration: Rüdiger Kraatz\nMuseum Kelkheim, Frankfurter Straße 21
 \nAnlässlich des Gedenkens an den 400 Jahre zurückliegenden Beginn des 30-j
 ährigen Krieges (1618) hielt der Fischbacher Kulturwissenschaftler und ange
 hende Historiker Gerhard Schmidt am 14. September im Museum Kelkheim einen 
 Vortrag über die Ereignisse und Spuren jener Jahre im heutigen Kelkheimer S
 tadtgebiet und in seiner Umgebung.\n\nZur Einleitung gab Rüdiger Kraatz ein
 en kurzen Überblick über die allgemeinen technischen, kulturellen und polit
 ischen Entwicklungen, die diesem Krieg vorausgingen und ihn erst möglich ma
 chten.\n\nNach dieser beeindruckenden Vorbereitung begann Gerhard Schmidt s
 einen Vortrag mit einer Vorbemerkung zur Problematik der Quellen, auf die d
 er Historiker bei der Erkundung eines solchen Themas angewiesen ist: Augenz
 eugenberichte sind selten und subjektiv, Bilder oft von propagandistischen 
 Zielen beeinflusst und „Statistiken“ im heutigen Sinne gab es nicht. Alle u
 ns aus der damaligen Zeit vorliegenden Zahlen, z.B. zur Bevölkerungsentwick
 lung und zur Sterblichkeit, sind nach unterschiedlichen Kriterien erstellt 
 und vor allem mit großer Vorsicht zu betrachten.\n\nDass es sich damals um 
 einen „Krieg aus Kriegen“ handelte, verdeutlichte er am Beispiel der Eppste
 iner Burg, die in den verschiedenen Kriegsphasen insgesamt sechs Mal von un
 terschiedlichen Akteuren und Koalitionen belagert und erobert wurde – mit o
 ft drastischen Auswirkungen für jene nahegelegenen  Dörfer, die heute die S
 tadt Kelkheim bilden.\n\nEine Darstellung zur hohen Mobilität der Beteiligt
 en (egal, ob als Soldaten oder Flüchtlinge), welche die Ermittlung komplett
 er Lebensläufe erschwert, schloss die methodische Einführung ab.\n\nDie eig
 entliche Darstellung zum Geschehen in unserer Gegend begann G. Schmidt mit 
 der Schlacht bei Höchst im Jahre 1622, wo evangelische Braunschweiger Trupp
 en auf katholische Liga-Truppen trafen.\n\nErstgenannte hatten sich kurz zu
 vor vor im heutigen Kelkheimer Stadtteil Münster einquartiert und dort erhe
 bliche Schäden und auch Tote hinterlassen, was sich aufgrund der erhaltenen
  Kirchenrechnungen detailliert nachzeichnen lässt.\n\nEs folgten Ausführung
 en zur sog. „Schwedenzeit“: Von 1631 bis 1636 war Mainz von schwedischen Tr
 uppen besetzt, mit harten Konsequenzen für die damals zu Kurmainz gehörigen
  heutigen Kelkheimer Stadtteile. Plünderungen, in deren Folge Hungersnöte s
 owie Seuchen suchten in dieser Zeit unsere Gegend heim.\nG. Schmidt betrach
 tete im Folgenden drei kriegstypische Lebensläufe bzw. Lebensabschnitte von
  damaligen Einwohnern unserer Gegend. Er begann mit Christoph Blum aus Mass
 enheim, einem ev. Pfarrerssohn, der als „Kriegsunternehmer“ und Kompanieche
 f mit seiner Truppe in wechselnden Diensten kämpfte und durch Taufsteinstif
 tungen in unserem Landkreis (Massenheim und Eddersheim) im öffentlichen Ged
 ächtnis blieb.\n\nFür die zwei weiteren biographischen Beispiele hatte G. S
 chmidt zwei zeitgenössische Texte ausgewählt. Für deren Vortrag konnte Chri
 stian Pohl, in Kelkheim-Münster aufgewachsener ev. Pfarrer, gewonnen werden
 .\n\nEr begann mit dem erschütternden und im Originaltext erhaltenen Brief,
  in welchem der kath. Fischbacher Pfarrer Jakob Kummer schildert, wie er 16
 45 fast sechs Wochen auf Burg Eppstein gefangen gehalten wurde. Dann folgte
  ein von C. Pohl vorgetragener Ausschnitt aus Grimmmelshausens bekanntem Ze
 itroman „Simplicissimus“, in dem dieser mit drastischen Worten das Leben de
 r Söldner im 30-jähriggen Krieg schildert. Dieser Text leitete über zu drei
  namentlich bekannten Ex-Soldaten, die sich auf heutigem Kelkheimer Stadtge
 biet niederließen und deren Herkünfte und Lebensläufe G. Schmidt kurz umris
 s.\n\nEs folgte die - unter den anfangs genannten Einschränkungen der damal
 igen Statistik zu betrachtende - Darstellung des „Großen Sterbens“, des dur
 ch den 30-jährigen Krieg und seine Folgen – Hunger und Pest – verursachten 
 massiven Bevölkerungsrückganges in den Dörfern, die heute Kelkheim bilden. 
 Manche, wie Münster, wurden immer wieder heimgesucht und verloren drei Vier
 tel, andere wie Fischbach „nur“ ein Drittel der Bevölkerung, Ruppertshain h
 atte noch einen einzigen Überlebenden.\n\nZum Schluss des Vortrages hin ric
 htete G. Schmidt den Blick noch auf den Friedensschluss 1648, dem allerding
 s noch die verheerende Pest von 1666 und einzelne weitere Heimsuchungen dur
 ch Kriegszüge im verbleibenden 17. Jahrhundert folgten.\n\nAls „Nachklänge“
  beschrieb er zuletzt die bis heute feststellbaren Spuren des beschriebenen
  Geschehens in Kelkheim und Umgebung. Ein versöhnlicher Blick auf die - nac
 h mündlicher Tradition – 1648 gepflanzte „Friedenslinde“ am Gimbacher Hof b
 eendete den mit vielem Applaus belohnten Vortrag.\n\nDie 2. Vorsitzende des
  Museumsvereins, Andrea Hillebrecht-Schulte, bedankte sich im Namen des Mus
 eumsvereins und überreichte Herrn Schmidt ein Präsent. Der Historiker Rüdig
 er Kraatz wies auf die Kampagne der Bürgerinitiative Kelkheim 2018 hin, die
  sich für die Sanierung des ehemaligen Pfarrzentrums St. Franziskus und die
  dortige  Unterbringung des Stadtmuseums einsetzen. Um Unterstützung beim B
 ürgerentscheid im Zusammenhang mit der Landtagswahl am 28.10.2018 wird gebe
 ten!\nText und Folien: Gerhard Schmidt\nFotos: Jürgen Moog\n \n\n
X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:<p style="text-align: center;"><strong><span style="font-size: 14pt;">Zum J
 ahresjubiläum 1518 - 2018</span></strong></p><p style="text-align: center;"
 ><strong style="color: #ff0000; font-size: 36pt;">30 Jahre Krieg</strong></
 p><p style="text-align: center;"><span style="font-size: 18pt;"><strong>161
 8 – 1648: </strong></span></p><p style="text-align: center;"><span style="f
 ont-size: 14pt;"><strong>Ereignisse und Spuren in Kelkheim&nbsp;</strong></
 span><span style="font-size: 14pt;"><strong>und seiner Umgebung</strong></s
 pan></p><p style="text-align: center;"><span style="color: #0000ff; font-si
 ze: 18pt;"><strong>Vortrag von Gerhard Schmidt (Fischbach)</strong></span><
 /p><p style="text-align: center;"><strong><span style="font-size: 14pt;">Mo
 deration: Rüdiger Kraatz</span></strong></p><p style="text-align: center;">
 <strong><span style="font-size: 14pt;">Museum Kelkheim, Frankfurter Straße 
 21</span></strong></p><p>Anlässlich des Gedenkens an den 400 Jahre zurückli
 egenden Beginn des 30-jährigen Krieges (1618) hielt der Fischbacher Kulturw
 issenschaftler und angehende Historiker Gerhard Schmidt am 14. September im
  Museum Kelkheim einen Vortrag über die Ereignisse und Spuren jener Jahre i
 m heutigen Kelkheimer Stadtgebiet und in seiner Umgebung.</p><p><img src="h
 ttps://museum-kelkheim.de/images/VortragG.Schmidt14.09.2018_1.JPG" alt="Vor
 tragG.Schmidt14.09.2018 1" /></p><p>Zur Einleitung gab Rüdiger Kraatz einen
  kurzen Überblick über die allgemeinen technischen, kulturellen und politis
 chen Entwicklungen, die diesem Krieg vorausgingen und ihn erst möglich mach
 ten.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/VortragG.Schmidt14.0
 9.2018_2.JPG" alt="VortragG.Schmidt14.09.2018 2" /></p><p>Nach dieser beein
 druckenden Vorbereitung begann Gerhard Schmidt seinen Vortrag mit einer Vor
 bemerkung zur Problematik der Quellen, auf die der Historiker bei der Erkun
 dung eines solchen Themas angewiesen ist: Augenzeugenberichte sind selten u
 nd subjektiv, Bilder oft von propagandistischen Zielen beeinflusst und „Sta
 tistiken“ im heutigen Sinne gab es nicht. Alle uns aus der damaligen Zeit v
 orliegenden Zahlen, z.B. zur Bevölkerungsentwicklung und zur Sterblichkeit,
  sind nach unterschiedlichen Kriterien erstellt und vor allem mit großer Vo
 rsicht zu betrachten.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/1Vo
 rtrag_Gerhard_Schmidt.jpg" alt="1Vortrag Gerhard Schmidt" /></p><p>Dass es 
 sich damals um einen „Krieg aus Kriegen“ handelte, verdeutlichte er am Beis
 piel der Eppsteiner Burg, die in den verschiedenen Kriegsphasen insgesamt s
 echs Mal von unterschiedlichen Akteuren und Koalitionen belagert und erober
 t wurde – mit oft drastischen Auswirkungen für jene nahegelegenen &nbsp;Dör
 fer, die heute die Stadt Kelkheim bilden.</p><p><img src="https://museum-ke
 lkheim.de/images/VortragG.Schmidt14.09.2018_3.JPG" alt="VortragG.Schmidt14.
 09.2018 3" /></p><p>Eine Darstellung zur hohen Mobilität der Beteiligten (e
 gal, ob als Soldaten oder Flüchtlinge), welche die Ermittlung kompletter Le
 bensläufe erschwert, schloss die methodische Einführung ab.</p><p><img src=
 "https://museum-kelkheim.de/images/VortragG.Schmidt14.09.2018_6.JPG" alt="V
 ortragG.Schmidt14.09.2018 6" /></p><p>Die eigentliche Darstellung zum Gesch
 ehen in unserer Gegend begann G. Schmidt mit der Schlacht bei Höchst im Jah
 re 1622, wo evangelische Braunschweiger Truppen auf katholische Liga-Truppe
 n trafen.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/VortragG.Schmid
 t14.09.2018_5.JPG" alt="VortragG.Schmidt14.09.2018 5" /></p><p>Erstgenannte
  hatten sich kurz zuvor vor im heutigen Kelkheimer Stadtteil Münster einqua
 rtiert und dort erhebliche Schäden und auch Tote hinterlassen, was sich auf
 grund der erhaltenen Kirchenrechnungen detailliert nachzeichnen lässt.</p><
 p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/MünsterVortrag_Gerhard_Schmid
 t.jpg" alt="MünsterVortrag Gerhard Schmidt" /></p><p>Es folgten Ausführunge
 n zur sog. „Schwedenzeit“: Von 1631 bis 1636 war Mainz von schwedischen Tru
 ppen besetzt, mit harten Konsequenzen für die damals zu Kurmainz gehörigen 
 heutigen Kelkheimer Stadtteile. Plünderungen, in deren Folge Hungersnöte so
 wie Seuchen suchten in dieser Zeit unsere Gegend heim.</p><p>G.&nbsp;Schmid
 t betrachtete im Folgenden drei kriegstypische Lebensläufe bzw. Lebensabsch
 nitte von damaligen Einwohnern unserer Gegend. Er begann mit Christoph Blum
  aus Massenheim, einem ev. Pfarrerssohn, der als „Kriegsunternehmer“ und Ko
 mpaniechef mit seiner Truppe in wechselnden Diensten kämpfte und durch Tauf
 steinstiftungen in unserem Landkreis (Massenheim und Eddersheim) im öffentl
 ichen Gedächtnis blieb.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/L
 ebenslaufBlumVortrag_Gerhard_Schmidt.jpg" alt="LebenslaufBlumVortrag Gerhar
 d Schmidt" /></p><p>Für die zwei weiteren biographischen Beispiele hatte G.
  Schmidt zwei zeitgenössische Texte ausgewählt. Für deren Vortrag konnte Ch
 ristian Pohl, in Kelkheim-Münster aufgewachsener ev. Pfarrer, gewonnen werd
 en.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/VortragG.Schmidt14.09
 .2018_C.Pohl.JPG" alt="VortragG.Schmidt14.09.2018 C.Pohl" /></p><p>Er began
 n mit dem erschütternden und im Originaltext erhaltenen Brief, in welchem d
 er kath. Fischbacher Pfarrer Jakob Kummer schildert, wie er 1645 fast sechs
  Wochen auf Burg Eppstein gefangen gehalten wurde. Dann folgte ein von C. P
 ohl vorgetragener Ausschnitt aus Grimmmelshausens bekanntem Zeitroman „Simp
 licissimus“, in dem dieser mit drastischen Worten das Leben der Söldner im 
 30-jähriggen Krieg schildert. Dieser Text leitete über zu drei namentlich b
 ekannten Ex-Soldaten, die sich auf heutigem Kelkheimer Stadtgebiet niederli
 eßen und deren Herkünfte und Lebensläufe G. Schmidt kurz umriss.</p><p><img
  src="https://museum-kelkheim.de/images/VortragG.Schmidt14.09.2018_7.JPG" a
 lt="VortragG.Schmidt14.09.2018 7" /></p><p>Es folgte die - unter den anfang
 s genannten Einschränkungen der damaligen Statistik zu betrachtende - Darst
 ellung des „Großen Sterbens“, des durch den 30-jährigen Krieg und seine Fol
 gen – Hunger und Pest – verursachten massiven Bevölkerungsrückganges in den
  Dörfern, die heute Kelkheim bilden. Manche, wie Münster, wurden immer wied
 er heimgesucht und verloren drei Viertel, andere wie Fischbach „nur“ ein Dr
 ittel der Bevölkerung, Ruppertshain hatte noch einen einzigen Überlebenden.
 </p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/berlebendeMünsterVortrag
 _Gerhard_Schmidt.jpg" alt="berlebendeMünsterVortrag Gerhard Schmidt" /></p>
 <p>Zum Schluss des Vortrages hin richtete G. Schmidt den Blick noch auf den
  Friedensschluss 1648, dem allerdings noch die verheerende Pest von 1666 un
 d einzelne weitere Heimsuchungen durch Kriegszüge im verbleibenden 17. Jahr
 hundert folgten.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/EndlichF
 riedenVortrag_Gerhard_Schmidt.jpg" alt="EndlichFriedenVortrag Gerhard Schmi
 dt" /></p><p>Als „Nachklänge“ beschrieb er zuletzt die bis heute feststellb
 aren Spuren des beschriebenen Geschehens in Kelkheim und Umgebung. Ein vers
 öhnlicher Blick auf die - nach mündlicher Tradition – 1648 gepflanzte „Frie
 denslinde“ am Gimbacher Hof beendete den mit vielem Applaus belohnten Vortr
 ag.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/VortragG.Schmidt14.09
 .2018_8.JPG" alt="VortragG.Schmidt14.09.2018 8" /></p><p><em>Die 2. Vorsitz
 ende des Museumsvereins, Andrea Hillebrecht-Schulte, bedankte sich im Namen
  des Museumsvereins und überreichte Herrn Schmidt ein Präsent. Der Historik
 er Rüdiger Kraatz wies auf die Kampagne der Bürgerinitiative Kelkheim 2018 
 hin, die sich für die Sanierung des ehemaligen Pfarrzentrums St. Franziskus
  und die dortige&nbsp; Unterbringung des Stadtmuseums einsetzen. Um Unterst
 ützung beim Bürgerentscheid im Zusammenhang mit der Landtagswahl am 28.10.2
 018 wird gebeten!</em></p><p>Text und Folien: Gerhard Schmidt</p><p>Fotos: 
 Jürgen Moog</p><p style="text-align: left;"><span style="color: #0000ff; fo
 nt-size: 14pt;"><strong>&nbsp;</strong></span></p><p></p>
DTSTAMP:20260419T135729
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