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SUMMARY:Sonderführung und Finissage  zur Ausstellung Kuriositäten und Kostbarkeiten (Artikel von Rüdiger Kraatz)
DESCRIPTION:Kuriositäten und Kostbarkeiten aus Kelkheimer Privatsammlungen\nRückblick a
 uf die Sonderausstellung im Museum Kelkheim \nvom 27.10. bis 26.11.2017\nWi
 r dürfen zurückschauen auf eine wirklich besondere Ausstellung. Zum zweiten
  Mal nach 2014 (zum Internationalen Museumstag) hat das Museumsteam Kelkhei
 mer Bürgerinnen und Bürger gebeten, ausgewählte Teile ihrer sehr beeindruck
 enden Sammlungen vorzustellen. Wir haben uns damit einen lang gehegten Wuns
 ch erfüllt, nämlich eine Bühne zu öffnen für normalerweise verborgene „Schä
 tze“.\n\nMarianne Baumann aus Kelkheim-Münster stellte dieses Mal eine Ausw
 ahl ihrer historischen Bildpostkarten zur Verfügung. Diese wertvolle Sammlu
 ng spiegelt die Liebe zu ihrer Heimatstadt: Ansichtspostkarten aus allen St
 adtteilen von Kelkheim.\n\nSie besitzt inzwischen über 1800 verschiedene Mo
 tive. Erwerben konnte sie sie auf verschiedenen Postkartenbörsen, z.B. hier
  in der Nähe in der Jahrhunderthalle. Aber auch bis nach Köln, Stuttgart un
 d München führte sie die Suche nach seltenen Exemplaren. Wenn es eben ging,
  war sie an den Wochenenden dafür unterwegs. Von Beginn an hat sie das Muse
 um Kelkheim mit Leihgaben aus ihrer Sammlung unterstützt. In der Dauerausst
 ellung veranschaulichten sie Kelkheim, wie es früher war.\n\nDie Postkarten
  regten an, mit den Augen durch die Orte zu spazieren. Vieles hat sich verä
 ndert, manches ging verloren. Hier konnte man es wieder neu entdecken.   \n
 Der Ausstellungsteil mit 4 ausgewählten Puppenstuben von Evi Scheiber wurde
  überschrieben mit „Ein großes Herz für kleine Welten“. Frau Scheiber hat i
 hre umfangreiche Sammlung seit ca. 30 Jahren vorrangig auf Antikmärkten zus
 ammengetragen. Inspiriert von einer Freundin liegt ein Schwerpunkt der Samm
 lung auf den hier ausgestellten Biedermeier-Puppenstuben, aber auch andere 
 Epochen wie Jugendstil sind vertreten.\n\nMeistens kauft Frau Scheiber die 
 leeren Gehäuse und richtet diese dann Stück für Stück liebevoll und detailg
 enau ein.  Das Geld hierfür hat sie von Anfang an mit ihrer Malerei verdien
 t.  Immer wenn sie eines ihrer wunderschönen Aquarelle verkauft hat, wurde 
 dieses ,Malgeld“ zur Anschaffung neuer Puppenstuben genutzt.\n\nMit ,,Biede
 rmeier“ bezeichnet man die Zeitspanne vom Ende des Wiener Kongresses 1815 b
 is zum Beginn der bürgerlichen Revolution 1848 in den Ländern des Deutschen
  Bundes. Diese Zeit ist geprägt von der Rückwendung zur Innerlichkeit, zum 
 gemütlichen und trauten Heim, bedingt durch eine Sehnsucht nach einem Idyll
 , nach einer sicheren Heimat. In den bürgerlichen Familien wurde viel musiz
 iert und vorgelesen, Kleidermode und Literatur waren ,,konservativ“ bis ,,h
 ausbacken“. Die Wohnungseinrichtungen aus dieser Zeit werden heute allgemei
 n als sehr hochwertig angesehen.\nSigrid Stieler ist die Enkelin von Peter 
 Enders und lebt als gebürtige Frankfurterin seit 2016 in Fischbach. Damit w
 ohnt sie jetzt in dem Ort, in dem ihr Großvater als Holzbildhauer viele Jah
 re wirkte. In ihrer Kindheit hat sie den Großvater häufig in seiner Werksta
 tt besucht, was damals per Zug, Bus und zu Fuß eine ,,kleine Weltreise“ war
 .\nFrau Stieler hat sich zur Aufgabe gemacht, Leben und Werk des von ihr ve
 rehrten Großvaters in Erinnerung zu behalten und zu bewahren. Einige der hi
 er ausgestellten Holzkunstwerke begleiten Frau Stieler als ,,Gebrauchsgegen
 stand“ im Alltag.\n\nPeter Enders, 1888 in Steinfurt geboren, zog 1914 nach
  dem Studium an der Kunsthochschule Frankfurt und praktischer Ausbildung mi
 t seiner Frau Emma nach Fischbach und eröffnete dort seine eigene Werkstatt
 . Er war ein Holzkünstler der ,,alten Schule“. Erst nachdem eine Skizze und
  eventuell ein Gipsabdruck gemacht und das passende Holzstück ausgesucht wa
 r, wurde das gewünschte Objekt aus EINEM Stück Holz herausgearbeitet und ev
 entuell verziert. In seiner Werkstatt arbeitete er eng mit Schreinern aus K
 elkheim und Umgebung zusammen.\nPeter Enders wird als nachdenklicher, mensc
 hlicher, politisch interessierter und philosophischer Mensch beschrieben. 1
 968 kam er bei einem tragischen Unfall (er wurde von einem Motorrad erfasst
 , der Fahrer beging Fahrerflucht) ums Leben.\nJutta Schulze-Eckardt ist es 
 gelungen, sich mit schönen Dingen zu umgeben. Ihre Wohnung ist geschmückt m
 it Antiquitäten aus Fernost und Malstudien im chinesischen Stil, Ausdruck i
 hrer Begeisterung für asiatische Kulturen, besonders China und für das indo
 nesisch-malayische Archipel. \n\n6 Jahre lebte sie in Singapur, 2 Jahre in 
 Djakarta (Indonesien), während ihr Mann als Repräsentant von Hapag-Lloyd be
 sonders die Geschäftsbeziehungen. Frau Schulze-Eckardt besuchte vor allem A
 ntiquitätenhändler oder andere exotische Geschäfte. So kam sie in Kontakt m
 it außergewöhnlichen Objekten, von denen einige hier ausgestellt werden kön
 nen.\nNeben diesen wunderbaren Gegenständen waren es die Gespräche mit den 
 Menschen dort, die Frau Schulze-Eckardt besonders faszinierten und ihr Lebe
 n bereicherten. Unter den kostbaren Exponaten befand sich neben Lackarbeite
 n, einem Bronzetablett aus dem 15. Jahrhundert, Tonwaren und bezaubernden S
 chränkchen auch eine Opiumliege und Opiumgewichte. Letztere gaben Anlass, ü
 ber die Zeit der Opiumkriege und die imperialistische Expansion der Großmäc
 hte in Ostasien nachzudenken.\nZu den Leihgebern zählte auch Hans Grimm, ei
 n begeisterter Sammler von Zinnfiguren, der sich außerdem intensiv mit sein
 er Familiengeschichte beschäftigt. Zugleich ist er ein interessierter Bewun
 derer der Familie von Gagern. Alle drei Interessensgebiete spiegelten sich 
 in der Ausstellung.\n\nAus seiner umfangreichen Sammlung stammten eine Reih
 e von Zinnfiguren in einer Tischvitrine. Dargestellt waren Abteilungen des 
 Kaiserlichen Husaren-Regiments „König Humbert von Italien“ (1. Kurhessische
 s). In diesem Regiment hat der Großvater von Hans Grimm, Adam Löw, zur Zeit
  des Kaiserreiches gedient.\nEinige Postkarten aus der Kaiserzeit illustrie
 ren die Bedeutung des Militärs in jener Epoche. Der Husar Adam Löw war von 
 1884 bis 1887 als Rekrut in Bockenheim stationiert. Nach seiner Dienstzeit 
 war er Landwirt in Hornau.\n\nDie Großväter von Adam Löw waren beide Schult
 heißen in Hornau. Es wurden Dokumente gezeigt, auf denen ihre Unterschrifte
 n zusammen mit der von Hans Christoph von Gagern zu finden sind.\nPeter Ros
 enthal hat seine Sammlung von weit über hundert Spieldosen seit 1978 zusamm
 engetragen. In seiner Kindheit konnten und wollten die Eltern kein Geld für
  Spielsachen aufwenden. Deshalb wurde beim Besuch von Flohmärkten sein Inte
 resse für Spielzeug aller Art, besonders aber für Spieldosen, geweckt. Die 
 umfangreiche Sammlung umfasst sowohl einfache Plastikobjekte als auch handw
 erklich aufwändige und sehr hochwertige Exponate.\n\nMit ,,Spieldose“ bezei
 chnet man ein mechanisches, selbstspielendes Instrument in Form einer Dose 
 oder eines Kastens. Dieses spielt, wenn es aufgezogen wird, eine oder mehre
 re Melodien. Umgangssprachlich bezeichnet man Spieldosen häufig als ,,Spiel
 uhren“. Im Unterschied zur Spieldose ist die Spieluhr aber eine mit einem S
 pielwerk ausgestattete Uhr, die die Zeit durch das Spielen einer kleinen Me
 lodie auch akustisch anzeigt.\nKlaus Weiß und seine Familie sind internatio
 nal und regional hoch geschätzte „Fossilienjäger“, die sich durch über Jahr
 zehnte geleistete harte Arbeit ein großartiges Renommee erworben haben. Sei
 n Spürsinn ist legendär: Vor einigen Wochen hat er wieder für eine Sensatio
 n gesorgt, als er die Versteinerung eines Flügels eines Vorfahren der Vögel
  aus dem Altmühltal mit nach Kelkheim brachte.\n\nSeit seiner frühen Kindhe
 it hat sich der gelernte Maschinenschlosser für Fossilien begeistert. Als A
 utodidakt hat er mit seinen Erfolgen die Fachwelt in Bewunderung versetzt u
 nd viele Ehrungen, z.B. das Bundesverdienstkreuz, erhalten. Ein kleiner Tei
 l seiner Funde kann in seinem Museum in Fischbach gezeigt werden. Alle ande
 ren stellt er kostenlos Museen und Universitätsinstituten zur Verfügung.\nK
 laus-Dieter Weiß ist Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft „Paläo-Geo“ (Grün
 dung 2004). Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das Vermächtnis des Planeten Erd
 e zu bewahren und die paläontologische Wissenschaft zu unterstützen. Die he
 rausragenden Leistungen von Klaus-Dieter Weiß und seiner Familie können nic
 ht hoch genug geschätzt werden.\n\nDas Museum Kelkheim durfte eine größere 
 Anzahl von Funden ausstellen, die Klaus Weiß in der Grube Messel fand, dana
 ch präparierte und in seinem Privatmuseum zeigte.\nFazit: Nach der Eröffnun
 g durch Herrn Bürgermeister Kündiger konnten fast 400 Besucher durch die So
 nderausstellung schlendern. Sehr gut besucht waren die drei Sonderführungen
 , besonders die Finissage, bei der sich Leihgeber, Besucher und Kuratoren b
 ei einem Glas Wein oder Wasser über die Erfahrungen während der vergangenen
  Wochen unterhalten konnten. Die Sonderausstellung wurde von allen hoch gel
 obt, was u.a. auch der Arbeit unserer Fachfrau für Museumsdesign, Frau Susa
 nne Michelsky, zu verdanken war.\nDer Museumsverein ist allen Unterstützern
  und vor allem den Leihgebern sehr dankbar. Wir sind sicher, dass dieses Ko
 nzept einer Verbindung von Museum und den Einwohnern der Stadt unbedingt em
 pfehlenswert ist und weiterentwickelt werden sollte.\nText: Rüdiger Kraatz 
 mit Beiträgen der Kuratoren Andrea Hillebrecht-Schulte und Marianne Bopp\nF
 otos: Jürgen Moog\n
X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:<p style="text-align: center;"><span style="font-size: 18pt;"><strong>Kurio
 sitäten und Kostbarkeiten aus Kelkheimer Privatsammlungen</strong></span></
 p><p style="text-align: center;"><span style="font-size: 14pt;"><strong>Rüc
 kblick auf die Sonderausstellung im Museum Kelkheim </strong></span></p><p 
 style="text-align: center;"><span style="font-size: 12pt;"><strong>vom 27.1
 0. bis 26.11.2017</strong></span></p><p>Wir dürfen zurückschauen auf eine w
 irklich besondere Ausstellung. Zum zweiten Mal nach 2014 (zum International
 en Museumstag) hat das Museumsteam Kelkheimer Bürgerinnen und Bürger gebete
 n, ausgewählte Teile ihrer sehr beeindruckenden Sammlungen vorzustellen. Wi
 r haben uns damit einen lang gehegten Wunsch erfüllt, nämlich eine Bühne zu
  öffnen für normalerweise verborgene „Schätze“.</p><p><img src="https://mus
 eum-kelkheim.de/images/Finissage1.JPG" alt="Finissage1" /></p><p><strong>Ma
 rianne Baumann</strong> aus Kelkheim-Münster stellte dieses Mal eine Auswah
 l ihrer historischen Bildpostkarten zur Verfügung. Diese wertvolle Sammlung
  spiegelt die Liebe zu ihrer Heimatstadt: Ansichtspostkarten aus allen Stad
 tteilen von Kelkheim.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Fin
 issage2.1.JPG" alt="Finissage2.1" /></p><p>Sie besitzt inzwischen über 1800
  verschiedene Motive. Erwerben konnte sie sie auf verschiedenen Postkartenb
 örsen, z.B. hier in der Nähe in der Jahrhunderthalle. Aber auch bis nach Kö
 ln, Stuttgart und München führte sie die Suche nach seltenen Exemplaren. We
 nn es eben ging, war sie an den Wochenenden dafür unterwegs. Von Beginn an 
 hat sie das Museum Kelkheim mit Leihgaben aus ihrer Sammlung unterstützt. I
 n der Dauerausstellung veranschaulichten sie Kelkheim, wie es früher war.</
 p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Finissage3.jpg" alt="Finis
 sage3" /></p><p>Die Postkarten regten an, mit den Augen durch die Orte zu s
 pazieren. Vieles hat sich verändert, manches ging verloren. Hier konnte man
  es wieder neu entdecken.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p><p>Der Ausstellungsteil mit 
 4 ausgewählten Puppenstuben von <strong>Evi Scheiber</strong> wurde übersch
 rieben mit „Ein großes Herz für kleine Welten“. Frau Scheiber hat ihre umfa
 ngreiche Sammlung seit ca. 30 Jahren vorrangig auf Antikmärkten zusammenget
 ragen. Inspiriert von einer Freundin liegt ein Schwerpunkt der Sammlung auf
  den hier ausgestellten Biedermeier-Puppenstuben, aber auch andere Epochen 
 wie Jugendstil sind vertreten.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/i
 mages/Finissage4.JPG" alt="Finissage4" /></p><p>Meistens kauft Frau Scheibe
 r die leeren Gehäuse und richtet diese dann Stück für Stück liebevoll und d
 etailgenau ein.&nbsp; Das Geld hierfür hat sie von Anfang an mit ihrer Male
 rei verdient.&nbsp; Immer wenn sie eines ihrer wunderschönen Aquarelle verk
 auft hat, wurde dieses ,Malgeld“ zur Anschaffung neuer Puppenstuben genutzt
 .</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Finissage5.1.JPG" alt="
 Finissage5.1" /></p><p>Mit ,,Biedermeier“ bezeichnet man die Zeitspanne vom
  Ende des Wiener Kongresses 1815 bis zum Beginn der bürgerlichen Revolution
  1848 in den Ländern des Deutschen Bundes. Diese Zeit ist geprägt von der R
 ückwendung zur Innerlichkeit, zum gemütlichen und trauten Heim, bedingt dur
 ch eine Sehnsucht nach einem Idyll, nach einer sicheren Heimat. In den bürg
 erlichen Familien wurde viel musiziert und vorgelesen, Kleidermode und Lite
 ratur waren ,,konservativ“ bis ,,hausbacken“. Die Wohnungseinrichtungen aus
  dieser Zeit werden heute allgemein als sehr hochwertig angesehen.</p><p><s
 trong>Sigrid Stieler</strong> ist die Enkelin von <strong>Peter Enders</str
 ong> und lebt als gebürtige Frankfurterin seit 2016 in Fischbach. Damit woh
 nt sie jetzt in dem Ort, in dem ihr Großvater als Holzbildhauer viele Jahre
  wirkte. In ihrer Kindheit hat sie den Großvater häufig in seiner Werkstatt
  besucht, was damals per Zug, Bus und zu Fuß eine ,,kleine Weltreise“ war.<
 /p><p>Frau Stieler hat sich zur Aufgabe gemacht, Leben und Werk des von ihr
  verehrten Großvaters in Erinnerung zu behalten und zu bewahren. Einige der
  hier ausgestellten Holzkunstwerke begleiten Frau Stieler als ,,Gebrauchsge
 genstand“ im Alltag.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Fini
 ssage6.JPG" alt="Finissage6" /></p><p>Peter Enders, 1888 in Steinfurt gebor
 en, zog 1914 nach dem Studium an der Kunsthochschule Frankfurt und praktisc
 her Ausbildung mit seiner Frau Emma nach Fischbach und eröffnete dort seine
  eigene Werkstatt. Er war ein Holzkünstler der ,,alten Schule“. Erst nachde
 m eine Skizze und eventuell ein Gipsabdruck gemacht und das passende Holzst
 ück ausgesucht war, wurde das gewünschte Objekt aus EINEM Stück Holz heraus
 gearbeitet und eventuell verziert. In seiner Werkstatt arbeitete er eng mit
  Schreinern aus Kelkheim und Umgebung zusammen.</p><p>Peter Enders wird als
  nachdenklicher, menschlicher, politisch interessierter und philosophischer
  Mensch beschrieben. 1968 kam er bei einem tragischen Unfall (er wurde von 
 einem Motorrad erfasst, der Fahrer beging Fahrerflucht) ums Leben.</p><p><s
 trong>Jutta Schulze-Eckardt</strong> ist es gelungen, sich mit schönen Ding
 en zu umgeben. Ihre Wohnung ist geschmückt mit Antiquitäten aus Fernost und
  Malstudien im chinesischen Stil, Ausdruck ihrer Begeisterung für asiatisch
 e Kulturen, besonders China und für das indonesisch-malayische Archipel.&nb
 sp;</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Finissage7.JPG" alt="
 Finissage7" /></p><p>6 Jahre lebte sie in Singapur, 2 Jahre in Djakarta (In
 donesien), während ihr Mann als Repräsentant von Hapag-Lloyd besonders die 
 Geschäftsbeziehungen. Frau Schulze-Eckardt besuchte vor allem Antiquitätenh
 ändler oder andere exotische Geschäfte. So kam sie in Kontakt mit außergewö
 hnlichen Objekten, von denen einige hier ausgestellt werden können.</p><p>N
 eben diesen wunderbaren Gegenständen waren es die Gespräche mit den Mensche
 n dort, die Frau Schulze-Eckardt besonders faszinierten und ihr Leben berei
 cherten. Unter den kostbaren Exponaten befand sich neben Lackarbeiten, eine
 m Bronzetablett aus dem 15. Jahrhundert, Tonwaren und bezaubernden Schränkc
 hen auch eine Opiumliege und Opiumgewichte. Letztere gaben Anlass, über die
  Zeit der Opiumkriege und die imperialistische Expansion der Großmächte in 
 Ostasien nachzudenken.</p><p>Zu den Leihgebern zählte auch <strong>Hans Gri
 mm</strong>, ein begeisterter Sammler von Zinnfiguren, der sich außerdem in
 tensiv mit seiner Familiengeschichte beschäftigt. Zugleich ist er ein inter
 essierter Bewunderer der Familie von Gagern. Alle drei Interessensgebiete s
 piegelten sich in der Ausstellung.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.
 de/images/finissage9.JPG" alt="finissage9" /></p><p>Aus seiner umfangreiche
 n Sammlung stammten eine Reihe von Zinnfiguren in einer Tischvitrine. Darge
 stellt waren Abteilungen des Kaiserlichen Husaren-Regiments „König Humbert 
 von Italien“ (1. Kurhessisches). In diesem Regiment hat der Großvater von H
 ans Grimm, Adam Löw, zur Zeit des Kaiserreiches gedient.</p><p>Einige Postk
 arten aus der Kaiserzeit illustrieren die Bedeutung des Militärs in jener E
 poche. Der Husar Adam Löw war von 1884 bis 1887 als Rekrut in Bockenheim st
 ationiert. Nach seiner Dienstzeit war er Landwirt in Hornau.</p><p><img src
 ="https://museum-kelkheim.de/images/Finissage8.1.JPG" alt="Finissage8.1" />
 </p><p>Die Großväter von Adam Löw waren beide Schultheißen in Hornau. Es wu
 rden Dokumente gezeigt, auf denen ihre Unterschriften zusammen mit der von 
 Hans Christoph von Gagern zu finden sind.</p><p><strong>Peter Rosenthal</st
 rong> hat seine Sammlung von weit über hundert Spieldosen seit 1978 zusamme
 ngetragen. In seiner Kindheit konnten und wollten die Eltern kein Geld für 
 Spielsachen aufwenden. Deshalb wurde beim Besuch von Flohmärkten sein Inter
 esse für Spielzeug aller Art, besonders aber für Spieldosen, geweckt. Die u
 mfangreiche Sammlung umfasst sowohl einfache Plastikobjekte als auch handwe
 rklich aufwändige und sehr hochwertige Exponate.</p><p><img src="https://mu
 seum-kelkheim.de/images/Finissage9.1.JPG" alt="Finissage9.1" /></p><p>Mit ,
 ,Spieldose“ bezeichnet man ein mechanisches, selbstspielendes Instrument in
  Form einer Dose oder eines Kastens. Dieses spielt, wenn es aufgezogen wird
 , eine oder mehrere Melodien. Umgangssprachlich bezeichnet man Spieldosen h
 äufig als ,,Spieluhren“. Im Unterschied zur Spieldose ist die Spieluhr aber
  eine mit einem Spielwerk ausgestattete Uhr, die die Zeit durch das Spielen
  einer kleinen Melodie auch akustisch anzeigt.</p><p><strong>Klaus Weiß und
  seine Familie</strong> sind international und regional hoch geschätzte „Fo
 ssilienjäger“, die sich durch über Jahrzehnte geleistete harte Arbeit ein g
 roßartiges Renommee erworben haben. Sein Spürsinn ist legendär: Vor einigen
  Wochen hat er wieder für eine Sensation gesorgt, als er die Versteinerung 
 eines Flügels eines Vorfahren der Vögel aus dem Altmühltal mit nach Kelkhei
 m brachte.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Finissage10.1.
 JPG" alt="Finissage10.1" /></p><p>Seit seiner frühen Kindheit hat sich der 
 gelernte Maschinenschlosser für Fossilien begeistert. Als Autodidakt hat er
  mit seinen Erfolgen die Fachwelt in Bewunderung versetzt und viele Ehrunge
 n, z.B. das Bundesverdienstkreuz, erhalten. Ein kleiner Teil seiner Funde k
 ann in seinem Museum in Fischbach gezeigt werden. Alle anderen stellt er ko
 stenlos Museen und Universitätsinstituten zur Verfügung.</p><p>Klaus-Dieter
  Weiß ist Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft „Paläo-Geo“ (Gründung 2004).
  Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das Vermächtnis des Planeten Erde zu bewahr
 en und die paläontologische Wissenschaft zu unterstützen. Die herausragende
 n Leistungen von Klaus-Dieter Weiß und seiner Familie können nicht hoch gen
 ug geschätzt werden.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Fini
 ssage11.JPG" alt="Finissage11" /></p><p>Das Museum Kelkheim durfte eine grö
 ßere Anzahl von Funden ausstellen, die Klaus Weiß in der Grube Messel fand,
  danach präparierte und in seinem Privatmuseum zeigte.</p><p><strong>Fazit:
 </strong> Nach der Eröffnung durch Herrn Bürgermeister Kündiger konnten fas
 t 400 Besucher durch die Sonderausstellung schlendern. Sehr gut besucht war
 en die drei Sonderführungen, besonders die Finissage, bei der sich Leihgebe
 r, Besucher und Kuratoren bei einem Glas Wein oder Wasser über die Erfahrun
 gen während der vergangenen Wochen unterhalten konnten. Die Sonderausstellu
 ng wurde von allen hoch gelobt, was u.a. auch der Arbeit unserer Fachfrau f
 ür Museumsdesign, Frau Susanne Michelsky, zu verdanken war.</p><p>Der Museu
 msverein ist allen Unterstützern und vor allem den Leihgebern sehr dankbar.
  Wir sind sicher, dass dieses Konzept einer Verbindung von Museum und den E
 inwohnern der Stadt unbedingt empfehlenswert ist und weiterentwickelt werde
 n sollte.</p><p>Text: Rüdiger Kraatz mit Beiträgen der Kuratoren Andrea Hil
 lebrecht-Schulte und Marianne Bopp</p><p>Fotos: Jürgen Moog</p>
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