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SUMMARY:Sonderführung und Finissage  zur Ausstellung Kuriositäten und Kostbarkeiten (Artikel von Rüdiger Kraatz)
DESCRIPTION:<p style="text-align: center;"><span style="font-size: 18pt;"><strong>Kurio
 sitäten und Kostbarkeiten aus Kelkheimer Privatsammlungen</strong></span></
 p><p style="text-align: center;"><span style="font-size: 14pt;"><strong>Rüc
 kblick auf die Sonderausstellung im Museum Kelkheim </strong></span></p><p 
 style="text-align: center;"><span style="font-size: 12pt;"><strong>vom 27.1
 0. bis 26.11.2017</strong></span></p><p>Wir dürfen zurückschauen auf eine w
 irklich besondere Ausstellung. Zum zweiten Mal nach 2014 (zum International
 en Museumstag) hat das Museumsteam Kelkheimer Bürgerinnen und Bürger gebete
 n, ausgewählte Teile ihrer sehr beeindruckenden Sammlungen vorzustellen. Wi
 r haben uns damit einen lang gehegten Wunsch erfüllt, nämlich eine Bühne zu
  öffnen für normalerweise verborgene „Schätze“.</p><p><img src="images/Fini
 ssage1.JPG" alt="Finissage1" /></p><p><strong>Marianne Baumann</strong> aus
  Kelkheim-Münster stellte dieses Mal eine Auswahl ihrer historischen Bildpo
 stkarten zur Verfügung. Diese wertvolle Sammlung spiegelt die Liebe zu ihre
 r Heimatstadt: Ansichtspostkarten aus allen Stadtteilen von Kelkheim.</p><p
 ><img src="images/Finissage2.1.JPG" alt="Finissage2.1" /></p><p>Sie besitzt
  inzwischen über 1800 verschiedene Motive. Erwerben konnte sie sie auf vers
 chiedenen Postkartenbörsen, z.B. hier in der Nähe in der Jahrhunderthalle. 
 Aber auch bis nach Köln, Stuttgart und München führte sie die Suche nach se
 ltenen Exemplaren. Wenn es eben ging, war sie an den Wochenenden dafür unte
 rwegs. Von Beginn an hat sie das Museum Kelkheim mit Leihgaben aus ihrer Sa
 mmlung unterstützt. In der Dauerausstellung veranschaulichten sie Kelkheim,
  wie es früher war.</p><p><img src="images/Finissage3.jpg" alt="Finissage3"
  /></p><p>Die Postkarten regten an, mit den Augen durch die Orte zu spazier
 en. Vieles hat sich verändert, manches ging verloren. Hier konnte man es wi
 eder neu entdecken.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p><p>Der Ausstellungsteil mit 4 ausg
 ewählten Puppenstuben von <strong>Evi Scheiber</strong> wurde überschrieben
  mit „Ein großes Herz für kleine Welten“. Frau Scheiber hat ihre umfangreic
 he Sammlung seit ca. 30 Jahren vorrangig auf Antikmärkten zusammengetragen.
  Inspiriert von einer Freundin liegt ein Schwerpunkt der Sammlung auf den h
 ier ausgestellten Biedermeier-Puppenstuben, aber auch andere Epochen wie Ju
 gendstil sind vertreten.</p><p><img src="images/Finissage4.JPG" alt="Finiss
 age4" /></p><p>Meistens kauft Frau Scheiber die leeren Gehäuse und richtet 
 diese dann Stück für Stück liebevoll und detailgenau ein.&nbsp; Das Geld hi
 erfür hat sie von Anfang an mit ihrer Malerei verdient.&nbsp; Immer wenn si
 e eines ihrer wunderschönen Aquarelle verkauft hat, wurde dieses ,Malgeld“ 
 zur Anschaffung neuer Puppenstuben genutzt.</p><p><img src="images/Finissag
 e5.1.JPG" alt="Finissage5.1" /></p><p>Mit ,,Biedermeier“ bezeichnet man die
  Zeitspanne vom Ende des Wiener Kongresses 1815 bis zum Beginn der bürgerli
 chen Revolution 1848 in den Ländern des Deutschen Bundes. Diese Zeit ist ge
 prägt von der Rückwendung zur Innerlichkeit, zum gemütlichen und trauten He
 im, bedingt durch eine Sehnsucht nach einem Idyll, nach einer sicheren Heim
 at. In den bürgerlichen Familien wurde viel musiziert und vorgelesen, Kleid
 ermode und Literatur waren ,,konservativ“ bis ,,hausbacken“. Die Wohnungsei
 nrichtungen aus dieser Zeit werden heute allgemein als sehr hochwertig ange
 sehen.</p><p><strong>Sigrid Stieler</strong> ist die Enkelin von <strong>Pe
 ter Enders</strong> und lebt als gebürtige Frankfurterin seit 2016 in Fisch
 bach. Damit wohnt sie jetzt in dem Ort, in dem ihr Großvater als Holzbildha
 uer viele Jahre wirkte. In ihrer Kindheit hat sie den Großvater häufig in s
 einer Werkstatt besucht, was damals per Zug, Bus und zu Fuß eine ,,kleine W
 eltreise“ war.</p><p>Frau Stieler hat sich zur Aufgabe gemacht, Leben und W
 erk des von ihr verehrten Großvaters in Erinnerung zu behalten und zu bewah
 ren. Einige der hier ausgestellten Holzkunstwerke begleiten Frau Stieler al
 s ,,Gebrauchsgegenstand“ im Alltag.</p><p><img src="images/Finissage6.JPG" 
 alt="Finissage6" /></p><p>Peter Enders, 1888 in Steinfurt geboren, zog 1914
  nach dem Studium an der Kunsthochschule Frankfurt und praktischer Ausbildu
 ng mit seiner Frau Emma nach Fischbach und eröffnete dort seine eigene Werk
 statt. Er war ein Holzkünstler der ,,alten Schule“. Erst nachdem eine Skizz
 e und eventuell ein Gipsabdruck gemacht und das passende Holzstück ausgesuc
 ht war, wurde das gewünschte Objekt aus EINEM Stück Holz herausgearbeitet u
 nd eventuell verziert. In seiner Werkstatt arbeitete er eng mit Schreinern 
 aus Kelkheim und Umgebung zusammen.</p><p>Peter Enders wird als nachdenklic
 her, menschlicher, politisch interessierter und philosophischer Mensch besc
 hrieben. 1968 kam er bei einem tragischen Unfall (er wurde von einem Motorr
 ad erfasst, der Fahrer beging Fahrerflucht) ums Leben.</p><p><strong>Jutta 
 Schulze-Eckardt</strong> ist es gelungen, sich mit schönen Dingen zu umgebe
 n. Ihre Wohnung ist geschmückt mit Antiquitäten aus Fernost und Malstudien 
 im chinesischen Stil, Ausdruck ihrer Begeisterung für asiatische Kulturen, 
 besonders China und für das indonesisch-malayische Archipel.&nbsp;</p><p><i
 mg src="images/Finissage7.JPG" alt="Finissage7" /></p><p>6 Jahre lebte sie 
 in Singapur, 2 Jahre in Djakarta (Indonesien), während ihr Mann als Repräse
 ntant von Hapag-Lloyd besonders die Geschäftsbeziehungen. Frau Schulze-Ecka
 rdt besuchte vor allem Antiquitätenhändler oder andere exotische Geschäfte.
  So kam sie in Kontakt mit außergewöhnlichen Objekten, von denen einige hie
 r ausgestellt werden können.</p><p>Neben diesen wunderbaren Gegenständen wa
 ren es die Gespräche mit den Menschen dort, die Frau Schulze-Eckardt besond
 ers faszinierten und ihr Leben bereicherten. Unter den kostbaren Exponaten 
 befand sich neben Lackarbeiten, einem Bronzetablett aus dem 15. Jahrhundert
 , Tonwaren und bezaubernden Schränkchen auch eine Opiumliege und Opiumgewic
 hte. Letztere gaben Anlass, über die Zeit der Opiumkriege und die imperiali
 stische Expansion der Großmächte in Ostasien nachzudenken.</p><p>Zu den Lei
 hgebern zählte auch <strong>Hans Grimm</strong>, ein begeisterter Sammler v
 on Zinnfiguren, der sich außerdem intensiv mit seiner Familiengeschichte be
 schäftigt. Zugleich ist er ein interessierter Bewunderer der Familie von Ga
 gern. Alle drei Interessensgebiete spiegelten sich in der Ausstellung.</p><
 p><img src="images/finissage9.JPG" alt="finissage9" /></p><p>Aus seiner umf
 angreichen Sammlung stammten eine Reihe von Zinnfiguren in einer Tischvitri
 ne. Dargestellt waren Abteilungen des Kaiserlichen Husaren-Regiments „König
  Humbert von Italien“ (1. Kurhessisches). In diesem Regiment hat der Großva
 ter von Hans Grimm, Adam Löw, zur Zeit des Kaiserreiches gedient.</p><p>Ein
 ige Postkarten aus der Kaiserzeit illustrieren die Bedeutung des Militärs i
 n jener Epoche. Der Husar Adam Löw war von 1884 bis 1887 als Rekrut in Bock
 enheim stationiert. Nach seiner Dienstzeit war er Landwirt in Hornau.</p><p
 ><img src="images/Finissage8.1.JPG" alt="Finissage8.1" /></p><p>Die Großvät
 er von Adam Löw waren beide Schultheißen in Hornau. Es wurden Dokumente gez
 eigt, auf denen ihre Unterschriften zusammen mit der von Hans Christoph von
  Gagern zu finden sind.</p><p><strong>Peter Rosenthal</strong> hat seine Sa
 mmlung von weit über hundert Spieldosen seit 1978 zusammengetragen. In sein
 er Kindheit konnten und wollten die Eltern kein Geld für Spielsachen aufwen
 den. Deshalb wurde beim Besuch von Flohmärkten sein Interesse für Spielzeug
  aller Art, besonders aber für Spieldosen, geweckt. Die umfangreiche Sammlu
 ng umfasst sowohl einfache Plastikobjekte als auch handwerklich aufwändige 
 und sehr hochwertige Exponate.</p><p><img src="images/Finissage9.1.JPG" alt
 ="Finissage9.1" /></p><p>Mit ,,Spieldose“ bezeichnet man ein mechanisches, 
 selbstspielendes Instrument in Form einer Dose oder eines Kastens. Dieses s
 pielt, wenn es aufgezogen wird, eine oder mehrere Melodien. Umgangssprachli
 ch bezeichnet man Spieldosen häufig als ,,Spieluhren“. Im Unterschied zur S
 pieldose ist die Spieluhr aber eine mit einem Spielwerk ausgestattete Uhr, 
 die die Zeit durch das Spielen einer kleinen Melodie auch akustisch anzeigt
 .</p><p><strong>Klaus Weiß und seine Familie</strong> sind international un
 d regional hoch geschätzte „Fossilienjäger“, die sich durch über Jahrzehnte
  geleistete harte Arbeit ein großartiges Renommee erworben haben. Sein Spür
 sinn ist legendär: Vor einigen Wochen hat er wieder für eine Sensation geso
 rgt, als er die Versteinerung eines Flügels eines Vorfahren der Vögel aus d
 em Altmühltal mit nach Kelkheim brachte.</p><p><img src="images/Finissage10
 .1.JPG" alt="Finissage10.1" /></p><p>Seit seiner frühen Kindheit hat sich d
 er gelernte Maschinenschlosser für Fossilien begeistert. Als Autodidakt hat
  er mit seinen Erfolgen die Fachwelt in Bewunderung versetzt und viele Ehru
 ngen, z.B. das Bundesverdienstkreuz, erhalten. Ein kleiner Teil seiner Fund
 e kann in seinem Museum in Fischbach gezeigt werden. Alle anderen stellt er
  kostenlos Museen und Universitätsinstituten zur Verfügung.</p><p>Klaus-Die
 ter Weiß ist Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft „Paläo-Geo“ (Gründung 200
 4). Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das Vermächtnis des Planeten Erde zu bew
 ahren und die paläontologische Wissenschaft zu unterstützen. Die herausrage
 nden Leistungen von Klaus-Dieter Weiß und seiner Familie können nicht hoch 
 genug geschätzt werden.</p><p><img src="images/Finissage11.JPG" alt="Finiss
 age11" /></p><p>Das Museum Kelkheim durfte eine größere Anzahl von Funden a
 usstellen, die Klaus Weiß in der Grube Messel fand, danach präparierte und 
 in seinem Privatmuseum zeigte.</p><p><strong>Fazit:</strong> Nach der Eröff
 nung durch Herrn Bürgermeister Kündiger konnten fast 400 Besucher durch die
  Sonderausstellung schlendern. Sehr gut besucht waren die drei Sonderführun
 gen, besonders die Finissage, bei der sich Leihgeber, Besucher und Kuratore
 n bei einem Glas Wein oder Wasser über die Erfahrungen während der vergange
 nen Wochen unterhalten konnten. Die Sonderausstellung wurde von allen hoch 
 gelobt, was u.a. auch der Arbeit unserer Fachfrau für Museumsdesign, Frau S
 usanne Michelsky, zu verdanken war.</p><p>Der Museumsverein ist allen Unter
 stützern und vor allem den Leihgebern sehr dankbar. Wir sind sicher, dass d
 ieses Konzept einer Verbindung von Museum und den Einwohnern der Stadt unbe
 dingt empfehlenswert ist und weiterentwickelt werden sollte.</p><p>Text: Rü
 diger Kraatz mit Beiträgen der Kuratoren Andrea Hillebrecht-Schulte und Mar
 ianne Bopp</p><p>Fotos: Jürgen Moog</p>
X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:<p style="text-align: center;"><span style="font-size: 18pt;"><strong>Kurio
 sitäten und Kostbarkeiten aus Kelkheimer Privatsammlungen</strong></span></
 p><p style="text-align: center;"><span style="font-size: 14pt;"><strong>Rüc
 kblick auf die Sonderausstellung im Museum Kelkheim </strong></span></p><p 
 style="text-align: center;"><span style="font-size: 12pt;"><strong>vom 27.1
 0. bis 26.11.2017</strong></span></p><p>Wir dürfen zurückschauen auf eine w
 irklich besondere Ausstellung. Zum zweiten Mal nach 2014 (zum International
 en Museumstag) hat das Museumsteam Kelkheimer Bürgerinnen und Bürger gebete
 n, ausgewählte Teile ihrer sehr beeindruckenden Sammlungen vorzustellen. Wi
 r haben uns damit einen lang gehegten Wunsch erfüllt, nämlich eine Bühne zu
  öffnen für normalerweise verborgene „Schätze“.</p><p><img src="https://mus
 eum-kelkheim.de/images/Finissage1.JPG" alt="Finissage1" /></p><p><strong>Ma
 rianne Baumann</strong> aus Kelkheim-Münster stellte dieses Mal eine Auswah
 l ihrer historischen Bildpostkarten zur Verfügung. Diese wertvolle Sammlung
  spiegelt die Liebe zu ihrer Heimatstadt: Ansichtspostkarten aus allen Stad
 tteilen von Kelkheim.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Fin
 issage2.1.JPG" alt="Finissage2.1" /></p><p>Sie besitzt inzwischen über 1800
  verschiedene Motive. Erwerben konnte sie sie auf verschiedenen Postkartenb
 örsen, z.B. hier in der Nähe in der Jahrhunderthalle. Aber auch bis nach Kö
 ln, Stuttgart und München führte sie die Suche nach seltenen Exemplaren. We
 nn es eben ging, war sie an den Wochenenden dafür unterwegs. Von Beginn an 
 hat sie das Museum Kelkheim mit Leihgaben aus ihrer Sammlung unterstützt. I
 n der Dauerausstellung veranschaulichten sie Kelkheim, wie es früher war.</
 p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Finissage3.jpg" alt="Finis
 sage3" /></p><p>Die Postkarten regten an, mit den Augen durch die Orte zu s
 pazieren. Vieles hat sich verändert, manches ging verloren. Hier konnte man
  es wieder neu entdecken.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p><p>Der Ausstellungsteil mit 
 4 ausgewählten Puppenstuben von <strong>Evi Scheiber</strong> wurde übersch
 rieben mit „Ein großes Herz für kleine Welten“. Frau Scheiber hat ihre umfa
 ngreiche Sammlung seit ca. 30 Jahren vorrangig auf Antikmärkten zusammenget
 ragen. Inspiriert von einer Freundin liegt ein Schwerpunkt der Sammlung auf
  den hier ausgestellten Biedermeier-Puppenstuben, aber auch andere Epochen 
 wie Jugendstil sind vertreten.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/i
 mages/Finissage4.JPG" alt="Finissage4" /></p><p>Meistens kauft Frau Scheibe
 r die leeren Gehäuse und richtet diese dann Stück für Stück liebevoll und d
 etailgenau ein.&nbsp; Das Geld hierfür hat sie von Anfang an mit ihrer Male
 rei verdient.&nbsp; Immer wenn sie eines ihrer wunderschönen Aquarelle verk
 auft hat, wurde dieses ,Malgeld“ zur Anschaffung neuer Puppenstuben genutzt
 .</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Finissage5.1.JPG" alt="
 Finissage5.1" /></p><p>Mit ,,Biedermeier“ bezeichnet man die Zeitspanne vom
  Ende des Wiener Kongresses 1815 bis zum Beginn der bürgerlichen Revolution
  1848 in den Ländern des Deutschen Bundes. Diese Zeit ist geprägt von der R
 ückwendung zur Innerlichkeit, zum gemütlichen und trauten Heim, bedingt dur
 ch eine Sehnsucht nach einem Idyll, nach einer sicheren Heimat. In den bürg
 erlichen Familien wurde viel musiziert und vorgelesen, Kleidermode und Lite
 ratur waren ,,konservativ“ bis ,,hausbacken“. Die Wohnungseinrichtungen aus
  dieser Zeit werden heute allgemein als sehr hochwertig angesehen.</p><p><s
 trong>Sigrid Stieler</strong> ist die Enkelin von <strong>Peter Enders</str
 ong> und lebt als gebürtige Frankfurterin seit 2016 in Fischbach. Damit woh
 nt sie jetzt in dem Ort, in dem ihr Großvater als Holzbildhauer viele Jahre
  wirkte. In ihrer Kindheit hat sie den Großvater häufig in seiner Werkstatt
  besucht, was damals per Zug, Bus und zu Fuß eine ,,kleine Weltreise“ war.<
 /p><p>Frau Stieler hat sich zur Aufgabe gemacht, Leben und Werk des von ihr
  verehrten Großvaters in Erinnerung zu behalten und zu bewahren. Einige der
  hier ausgestellten Holzkunstwerke begleiten Frau Stieler als ,,Gebrauchsge
 genstand“ im Alltag.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Fini
 ssage6.JPG" alt="Finissage6" /></p><p>Peter Enders, 1888 in Steinfurt gebor
 en, zog 1914 nach dem Studium an der Kunsthochschule Frankfurt und praktisc
 her Ausbildung mit seiner Frau Emma nach Fischbach und eröffnete dort seine
  eigene Werkstatt. Er war ein Holzkünstler der ,,alten Schule“. Erst nachde
 m eine Skizze und eventuell ein Gipsabdruck gemacht und das passende Holzst
 ück ausgesucht war, wurde das gewünschte Objekt aus EINEM Stück Holz heraus
 gearbeitet und eventuell verziert. In seiner Werkstatt arbeitete er eng mit
  Schreinern aus Kelkheim und Umgebung zusammen.</p><p>Peter Enders wird als
  nachdenklicher, menschlicher, politisch interessierter und philosophischer
  Mensch beschrieben. 1968 kam er bei einem tragischen Unfall (er wurde von 
 einem Motorrad erfasst, der Fahrer beging Fahrerflucht) ums Leben.</p><p><s
 trong>Jutta Schulze-Eckardt</strong> ist es gelungen, sich mit schönen Ding
 en zu umgeben. Ihre Wohnung ist geschmückt mit Antiquitäten aus Fernost und
  Malstudien im chinesischen Stil, Ausdruck ihrer Begeisterung für asiatisch
 e Kulturen, besonders China und für das indonesisch-malayische Archipel.&nb
 sp;</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Finissage7.JPG" alt="
 Finissage7" /></p><p>6 Jahre lebte sie in Singapur, 2 Jahre in Djakarta (In
 donesien), während ihr Mann als Repräsentant von Hapag-Lloyd besonders die 
 Geschäftsbeziehungen. Frau Schulze-Eckardt besuchte vor allem Antiquitätenh
 ändler oder andere exotische Geschäfte. So kam sie in Kontakt mit außergewö
 hnlichen Objekten, von denen einige hier ausgestellt werden können.</p><p>N
 eben diesen wunderbaren Gegenständen waren es die Gespräche mit den Mensche
 n dort, die Frau Schulze-Eckardt besonders faszinierten und ihr Leben berei
 cherten. Unter den kostbaren Exponaten befand sich neben Lackarbeiten, eine
 m Bronzetablett aus dem 15. Jahrhundert, Tonwaren und bezaubernden Schränkc
 hen auch eine Opiumliege und Opiumgewichte. Letztere gaben Anlass, über die
  Zeit der Opiumkriege und die imperialistische Expansion der Großmächte in 
 Ostasien nachzudenken.</p><p>Zu den Leihgebern zählte auch <strong>Hans Gri
 mm</strong>, ein begeisterter Sammler von Zinnfiguren, der sich außerdem in
 tensiv mit seiner Familiengeschichte beschäftigt. Zugleich ist er ein inter
 essierter Bewunderer der Familie von Gagern. Alle drei Interessensgebiete s
 piegelten sich in der Ausstellung.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.
 de/images/finissage9.JPG" alt="finissage9" /></p><p>Aus seiner umfangreiche
 n Sammlung stammten eine Reihe von Zinnfiguren in einer Tischvitrine. Darge
 stellt waren Abteilungen des Kaiserlichen Husaren-Regiments „König Humbert 
 von Italien“ (1. Kurhessisches). In diesem Regiment hat der Großvater von H
 ans Grimm, Adam Löw, zur Zeit des Kaiserreiches gedient.</p><p>Einige Postk
 arten aus der Kaiserzeit illustrieren die Bedeutung des Militärs in jener E
 poche. Der Husar Adam Löw war von 1884 bis 1887 als Rekrut in Bockenheim st
 ationiert. Nach seiner Dienstzeit war er Landwirt in Hornau.</p><p><img src
 ="https://museum-kelkheim.de/images/Finissage8.1.JPG" alt="Finissage8.1" />
 </p><p>Die Großväter von Adam Löw waren beide Schultheißen in Hornau. Es wu
 rden Dokumente gezeigt, auf denen ihre Unterschriften zusammen mit der von 
 Hans Christoph von Gagern zu finden sind.</p><p><strong>Peter Rosenthal</st
 rong> hat seine Sammlung von weit über hundert Spieldosen seit 1978 zusamme
 ngetragen. In seiner Kindheit konnten und wollten die Eltern kein Geld für 
 Spielsachen aufwenden. Deshalb wurde beim Besuch von Flohmärkten sein Inter
 esse für Spielzeug aller Art, besonders aber für Spieldosen, geweckt. Die u
 mfangreiche Sammlung umfasst sowohl einfache Plastikobjekte als auch handwe
 rklich aufwändige und sehr hochwertige Exponate.</p><p><img src="https://mu
 seum-kelkheim.de/images/Finissage9.1.JPG" alt="Finissage9.1" /></p><p>Mit ,
 ,Spieldose“ bezeichnet man ein mechanisches, selbstspielendes Instrument in
  Form einer Dose oder eines Kastens. Dieses spielt, wenn es aufgezogen wird
 , eine oder mehrere Melodien. Umgangssprachlich bezeichnet man Spieldosen h
 äufig als ,,Spieluhren“. Im Unterschied zur Spieldose ist die Spieluhr aber
  eine mit einem Spielwerk ausgestattete Uhr, die die Zeit durch das Spielen
  einer kleinen Melodie auch akustisch anzeigt.</p><p><strong>Klaus Weiß und
  seine Familie</strong> sind international und regional hoch geschätzte „Fo
 ssilienjäger“, die sich durch über Jahrzehnte geleistete harte Arbeit ein g
 roßartiges Renommee erworben haben. Sein Spürsinn ist legendär: Vor einigen
  Wochen hat er wieder für eine Sensation gesorgt, als er die Versteinerung 
 eines Flügels eines Vorfahren der Vögel aus dem Altmühltal mit nach Kelkhei
 m brachte.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Finissage10.1.
 JPG" alt="Finissage10.1" /></p><p>Seit seiner frühen Kindheit hat sich der 
 gelernte Maschinenschlosser für Fossilien begeistert. Als Autodidakt hat er
  mit seinen Erfolgen die Fachwelt in Bewunderung versetzt und viele Ehrunge
 n, z.B. das Bundesverdienstkreuz, erhalten. Ein kleiner Teil seiner Funde k
 ann in seinem Museum in Fischbach gezeigt werden. Alle anderen stellt er ko
 stenlos Museen und Universitätsinstituten zur Verfügung.</p><p>Klaus-Dieter
  Weiß ist Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft „Paläo-Geo“ (Gründung 2004).
  Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das Vermächtnis des Planeten Erde zu bewahr
 en und die paläontologische Wissenschaft zu unterstützen. Die herausragende
 n Leistungen von Klaus-Dieter Weiß und seiner Familie können nicht hoch gen
 ug geschätzt werden.</p><p><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Fini
 ssage11.JPG" alt="Finissage11" /></p><p>Das Museum Kelkheim durfte eine grö
 ßere Anzahl von Funden ausstellen, die Klaus Weiß in der Grube Messel fand,
  danach präparierte und in seinem Privatmuseum zeigte.</p><p><strong>Fazit:
 </strong> Nach der Eröffnung durch Herrn Bürgermeister Kündiger konnten fas
 t 400 Besucher durch die Sonderausstellung schlendern. Sehr gut besucht war
 en die drei Sonderführungen, besonders die Finissage, bei der sich Leihgebe
 r, Besucher und Kuratoren bei einem Glas Wein oder Wasser über die Erfahrun
 gen während der vergangenen Wochen unterhalten konnten. Die Sonderausstellu
 ng wurde von allen hoch gelobt, was u.a. auch der Arbeit unserer Fachfrau f
 ür Museumsdesign, Frau Susanne Michelsky, zu verdanken war.</p><p>Der Museu
 msverein ist allen Unterstützern und vor allem den Leihgebern sehr dankbar.
  Wir sind sicher, dass dieses Konzept einer Verbindung von Museum und den E
 inwohnern der Stadt unbedingt empfehlenswert ist und weiterentwickelt werde
 n sollte.</p><p>Text: Rüdiger Kraatz mit Beiträgen der Kuratoren Andrea Hil
 lebrecht-Schulte und Marianne Bopp</p><p>Fotos: Jürgen Moog</p>
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