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SUMMARY:Vortrag des Stadtarchivars über den abscheulichen Abschnitt der Geschichte des Franziskanerklosters (Artikel von Julian Wirth)
LOCATION:Kelkheim (Taunus)\, Rathaus
DESCRIPTION:\n \nAls die Wölfe über die Burg Gottes kamen\nDas Kloster Kelkheim und die
  Gestapo\n \n\nDer Plenarsaal des Kelkheimer Rathauses reichte nicht aus, u
 m die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Vortrag des Stadtarchivars
  Julian Wirth am 27. Februar 2026 unterzubringen.\n\nBürgermeister Albrecht
  Kündiger und Erster Stadtrat Dirk Hofmann begrüßten die Gäste.\nDas Franzi
 skanerkloster Kelkheim ist nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt und der Regi
 on, sondern auch ein bedeutendes Zeugnis katholischer Religiosität.\nBei de
 r Grundsteinlegung des Klosters im Jahr 1908 fasste der damalige Kelkheimer
  Bürgermeister die Intention des Baus in folgende Worte:\n\n„Dieses Haus so
 ll erstehen Gott zur Ehr, Kelkheim zum Frieden und dem schönen Taunus zur Z
 ier!“\n\nDer Grundstein für den Kirchenbau wurde 1906 gelegt.\n\nEin zentra
 les Jahr in der Geschichte des Klosters ist das Jahr 1939. In diesem Jahr w
 urde das Franziskanerkloster Kelkheim von der Frankfurter Gestapo gestürmt 
 – ein Akt willkürlicher Gewalt, der das „Recht des Stärkeren“ schonungslos 
 demonstrierte.\nGewalt und Schamlosigkeit als Mittel der Politik schienen ü
 berwunden. Doch die Geschichte zeigt: Sie sind es nicht. Aktuelle Beispiele
  wie die Praktiken der US-Einwanderungsbehörde ICE oder politische Führungs
 stile, die eher an absolutistische Herrscher als an demokratische Prinzipie
 n erinnern, belegen dies auf erschreckende Weise.\n\nPater Ivo Trautscheidt
  links und rechts mit den Patres des Franziskanerklosters \nDer erste Pfarr
 er Kelkheims, Pater Ivo Trauscheidt, war ein Franziskaner vom Niederrhein. 
 Ursprünglich für die Missionsarbeit in Japan bestimmt, änderte der Ausbruch
  des Ersten Weltkriegs 1914 seinen Lebensweg. Statt nach Asien zu gehen, bl
 ieb er im Deutschen Reich und übernahm 1919 die seelsorgerische Verantwortu
 ng in Kelkheim.\nPater Ivo Trauscheidt übernahm sein Amt in Kelkheim zu ein
 er Zeit tiefer Krisen. Die Folgen des Ersten Weltkriegs lasteten schwer auf
  der Bevölkerung: Die Männer litten nicht nur körperlich, sondern waren, wi
 e er selbst formulierte, „am Herzen krank“. Die Hungerblockade hatte das Vo
 lk geschwächt, und die politischen Umbrüche entfesselten unkontrollierbare 
 Leidenschaften.\nDie Lage war prekär: Der Krieg war verloren, die Stimmung 
 gedrückt. Viele wissen heute nicht mehr, dass Kelkheim ab Dezember 1918 sog
 ar unter französischer Besatzung stand. 400 Soldaten quartierten sich in de
 r Stadt ein, und die Trikolore wehte über dem Kloster – ein sichtbares Zeic
 hen der Fremdbestimmung.\n\nAufmarsch in der Kelkheimer Bahnstraße 1934\nDe
 r nationalsozialistische Staat war nicht nur auf Adolf Hitler ausgerichtet 
 – er war seine Schöpfung. Hitler verkörperte als „Führer“ die absolute Spit
 ze und zugleich den Architekten des Systems. In dieser totalitären Ordnung 
 gab es keinen Platz für konkurrierende Autoritäten. Während gläubige Kathol
 iken sich ideologisch am Papst in Rom orientierten, widersprach dies fundam
 ental dem NS-Anspruch: Keine Götter neben dem einen Gott.\n\nDas Kelkheimer
  Kloster galt bereits früh als Symbol katholischen Widerstands. Bereits 192
 5 bezeichnete das evangelische „Der evangelische Samaritan“ das Kloster als
  „Hochburg des Katholizismus“. Für die Nationalsozialisten wurde dieser Ums
 tand zunehmend unhaltbar. \n\nIm Februar 1939 eskalierte die Situation: Die
  Gestapo stürmte das Kloster – im NS-Jargon „überholte“ man es, als handele
  es sich um eine technische Anlage. Auch andere Einrichtungen der Peter-Jos
 ef-Stiftung, wie das Kloster in Hadamar oder das Schwesternhaus „Zum Guten 
 Hirten“ in Marxheim, wurden auf diese Weise „überholt“.\nAlle kirchlichen P
 roteste gegen die Schließung des Klosters blieben unbeantwortet. In letzter
  Instanz wandte sich der Kirchenvorstand sogar direkt an Adolf Hitler mit d
 en Worten:\n„Lieber Führer, im Vertrauen, dass Sie, unser Führer, der stets
  für das Recht gekämpft hat, auch uns zu unserem Recht verhelfen wird.“\nDi
 e Forderung war klar: Kirche und Kloster sollten wieder freigegeben werden.
  Doch die Antwort aus der „Kanzlei des Führers“ vom 8. Mai 1939 war eine kl
 are Absage. Statt Unterstützung wurde die Gemeinde an die „Geheime Staatspo
 lizei in Berlin“ verwiesen – ein unmissverständliches Signal, dass es keine
  Hilfe geben würde.\nDer propagandistisch beschworene „Endsieg“ blieb aus. 
 Mit dem Vorrücken der Alliierten überschritten 1945 amerikanische Truppen d
 en Rhein. Die NS-Lagerleitung floh Hals über Kopf aus dem Kloster, zusammen
  mit den Arbeitsmaiden. Bis August 1945 nutzten die Amerikaner das Gebäude 
 als Quartier. Nach ihrem Abzug kehrten die Franziskaner zurück.\nDie Patres
  vollzogen im Kloster sogar einen Exorzismus – ein symbolischer Akt der Rei
 nigung nach den Gräueltaten der NS-Zeit. Doch dieser Exorzismus war mehr al
 s ein Ritual: Er spiegelte die verzweifelte Lage einer Gesellschaft wider, 
 deren Staat zusammengebrochen war, deren moralische Grundfesten zerstört wa
 ren und die Millionen Tote zu verantworten hatte. Eine Hornauer Quelle besc
 hreibt die Zeit so:\n„Die Zeit ist von Not und Leid erfüllt. Zur Zeit beste
 ht keine Zentralregierung und keine Repräsentation. Das Reich ist völlig ze
 rbrochen, in vier Zonen aufgeteilt.“\nWer hatte die Gestapo-Aktion gegen da
 s Kloster 1939 tatsächlich veranlasst? Ein Bericht des Gendarmerie-Gruppenp
 ostens Sulzbach an den Landrat des Main-Taunus-Kreises vom November 1945 gi
 bt Aufschluss:\n„Als der Anzeigende [des Klosters bei der Gestapo] kann nur
  Bürgermeister Graf in Frage kommen, da der Bericht der Geheimen Staatspoli
 zei zu Berlin den damaligen Bürgermeister von Kelkheim angibt. Graf bezeich
 nete laut Bericht das Franziskanerkloster als ‚Hochburg der katholischen Ak
 tion für Kelkheim und Umgebung‘ und behauptete, dass in dem Kloster ‚staats
 feindliche Schriften hergestellt worden seien‘. Eine Vernehmung des in Frag
 e kommenden Schuldigen kann nicht durchgeführt werden. Graf ist tot.“\nText
 : Julian Wirth\nFotos: Jürgen Moog\n
X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:<p style="text-align: center;"><img src="https://museum-kelkheim.de/images/
 KlostervortragMatuschekBerger_22.02.2025_3.jpg" alt="KlostervortragMatusche
 kBerger 22.02.2025 3" width="650" height="248" /></p><p>&nbsp;</p><p style=
 "text-align: center;"><span style="font-size: 24pt; color: #ff0000;"><stron
 g>Als die Wölfe über die Burg Gottes kamen</strong></span></p><p style="tex
 t-align: center;"><span style="font-size: 24pt; color: #ff0000;"><strong>Da
 s Kloster Kelkheim und die Gestapo</strong></span></p><p>&nbsp;</p><p style
 ="text-align: center;"><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Vortrag_
 Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_1.jpg" alt="Vortrag Ju
 lian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 1" width="650" height="1
 74" /></p><p><span style="font-size: 12pt;">Der Plenarsaal des Kelkheimer R
 athauses reichte nicht aus, um die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer be
 im Vortrag des Stadtarchivars Julian Wirth am 27. Februar 2026 unterzubring
 en.</span></p><p style="text-align: center;"><img src="https://museum-kelkh
 eim.de/images/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_
 2.jpg" alt="Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 2"
  width="650" height="188" /></p><p><span style="font-size: 12pt;">Bürgermei
 ster Albrecht Kündiger und Erster Stadtrat Dirk Hofmann begrüßten die Gäste
 .</span></p><p><span style="font-size: 12pt;">Das Franziskanerkloster Kelkh
 eim ist nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt und der Region, sondern auch ei
 n bedeutendes Zeugnis katholischer Religiosität.</span></p><p><span style="
 font-size: 12pt;">Bei der Grundsteinlegung des Klosters im Jahr 1908 fasste
  der damalige Kelkheimer Bürgermeister die Intention des Baus in folgende W
 orte:</span></p><p style="text-align: center;"><img src="https://museum-kel
 kheim.de/images/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.202
 6_3.jpg" alt="Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 
 3" width="650" height="304" /></p><p><span style="font-size: 12pt;"><em>„Di
 eses Haus soll erstehen Gott zur Ehr, Kelkheim zum Frieden und dem schönen 
 Taunus zur Zier!“</em></span></p><p style="text-align: center;"><img src="h
 ttps://museum-kelkheim.de/images/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskaner
 kloster_27.02.2026_4.jpg" alt="Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkl
 oster 27.02.2026 4" width="650" height="396" /></p><p><span style="font-siz
 e: 12pt;">Der Grundstein für den Kirchenbau wurde 1906 gelegt.</span></p><p
  style="text-align: center;"><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Kl
 ostervortragMatuschekBerger_22.02.2025_4.jpg" alt="KlostervortragMatuschekB
 erger 22.02.2025 4" width="650" height="187" /></p><p><span style="font-siz
 e: 12pt;">Ein zentrales Jahr in der Geschichte des Klosters ist das Jahr 19
 39. In diesem Jahr wurde das Franziskanerkloster Kelkheim von der Frankfurt
 er Gestapo gestürmt – ein Akt willkürlicher Gewalt, der das „Recht des Stär
 keren“ schonungslos demonstrierte.</span></p><p><span style="font-size: 12p
 t;">Gewalt und Schamlosigkeit als Mittel der Politik schienen überwunden. D
 och die Geschichte zeigt: Sie sind es nicht. Aktuelle Beispiele wie die Pra
 ktiken der US-Einwanderungsbehörde ICE oder politische Führungsstile, die e
 her an absolutistische Herrscher als an demokratische Prinzipien erinnern, 
 belegen dies auf erschreckende Weise.</span></p><p style="text-align: cente
 r;"><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Vortrag_Julian_Wirth_über_d
 as_Franziskanerkloster_27.02.2026_9.jpg" alt="Vortrag Julian Wirth über das
  Franziskanerkloster 27.02.2026 9" width="650" height="259" /></p><p><em><s
 pan style="font-size: 10pt;">Pater Ivo Trautscheidt links und rechts mit de
 n Patres des Franziskanerklosters&nbsp;</span></em></p><p><span style="font
 -size: 12pt;">Der erste Pfarrer Kelkheims, Pater Ivo Trauscheidt, war ein F
 ranziskaner vom Niederrhein. Ursprünglich für die Missionsarbeit in Japan b
 estimmt, änderte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 seinen Lebensweg. 
 Statt nach Asien zu gehen, blieb er im Deutschen Reich und übernahm 1919 di
 e seelsorgerische Verantwortung in Kelkheim.</span></p><p><span style="font
 -size: 12pt;">Pater Ivo Trauscheidt übernahm sein Amt in Kelkheim zu einer 
 Zeit tiefer Krisen. Die Folgen des Ersten Weltkriegs lasteten schwer auf de
 r Bevölkerung: Die Männer litten nicht nur körperlich, sondern waren, wie e
 r selbst formulierte, <em>„am Herzen krank“</em>. Die Hungerblockade hatte 
 das Volk geschwächt, und die politischen Umbrüche entfesselten unkontrollie
 rbare Leidenschaften.</span></p><p><span style="font-size: 12pt;">Die Lage 
 war prekär: Der Krieg war verloren, die Stimmung gedrückt. Viele wissen heu
 te nicht mehr, dass Kelkheim ab Dezember 1918 sogar unter französischer Bes
 atzung stand. 400 Soldaten quartierten sich in der Stadt ein, und die Triko
 lore wehte über dem Kloster – ein sichtbares Zeichen der Fremdbestimmung.</
 span></p><p style="text-align: center;"><img src="https://museum-kelkheim.d
 e/images/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_5.jpg
 " alt="Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 5" widt
 h="650" height="335" /></p><p><span style="font-size: 10pt;"><em>Aufmarsch 
 in der Kelkheimer Bahnstraße 1934</em></span></p><p><span style="font-size:
  12pt;">Der nationalsozialistische Staat war nicht nur auf Adolf Hitler aus
 gerichtet – er war seine Schöpfung. Hitler verkörperte als „Führer“ die abs
 olute Spitze und zugleich den Architekten des Systems. In dieser totalitäre
 n Ordnung gab es keinen Platz für konkurrierende Autoritäten. Während gläub
 ige Katholiken sich ideologisch am Papst in Rom orientierten, widersprach d
 ies fundamental dem NS-Anspruch: Keine Götter neben dem einen Gott.</span><
 /p><p style="text-align: center;"><img src="https://museum-kelkheim.de/imag
 es/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_8.jpg" alt=
 "Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 8" width="650
 " height="280" /></p><p><span style="font-size: 12pt;">Das Kelkheimer Klost
 er galt bereits früh als Symbol katholischen Widerstands. Bereits 1925 beze
 ichnete das evangelische <em>„Der evangelische Samaritan“</em> das Kloster 
 als <em>„Hochburg des Katholizismus“</em>. Für die Nationalsozialisten wurd
 e dieser Umstand zunehmend unhaltbar. </span></p><p style="text-align: cent
 er;"><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Vortrag_Julian_Wirth_über_
 das_Franziskanerkloster_27.02.2026_6.jpg" alt="Vortrag Julian Wirth über da
 s Franziskanerkloster 27.02.2026 6" width="650" height="208" /></p><p><span
  style="font-size: 12pt;">Im Februar 1939 eskalierte die Situation: Die Ges
 tapo stürmte das Kloster – im NS-Jargon <em>„überholte“</em> man es, als ha
 ndele es sich um eine technische Anlage. Auch andere Einrichtungen der Pete
 r-Josef-Stiftung, wie das Kloster in Hadamar oder das Schwesternhaus <em>„Z
 um Guten Hirten“</em> in Marxheim, wurden auf diese Weise <em>„überholt“</e
 m>.</span></p><p><span style="font-size: 12pt;">Alle kirchlichen Proteste g
 egen die Schließung des Klosters blieben unbeantwortet. In letzter Instanz 
 wandte sich der Kirchenvorstand sogar direkt an Adolf Hitler mit den Worten
 :</span></p><p><span style="font-size: 12pt;"><em>„Lieber Führer, im Vertra
 uen, dass Sie, unser Führer, der stets für das Recht gekämpft hat, auch uns
  zu unserem Recht verhelfen wird.“</em></span></p><p><span style="font-size
 : 12pt;">Die Forderung war klar: Kirche und Kloster sollten wieder freigege
 ben werden. Doch die Antwort aus der <em>„Kanzlei des Führers“</em> vom 8. 
 Mai 1939 war eine klare Absage. Statt Unterstützung wurde die Gemeinde an d
 ie <em>„Geheime Staatspolizei in Berlin“</em> verwiesen – ein unmissverstän
 dliches Signal, dass es keine Hilfe geben würde.</span></p><p><span style="
 font-size: 12pt;">Der propagandistisch beschworene <em>„Endsieg“</em> blieb
  aus. Mit dem Vorrücken der Alliierten überschritten 1945 amerikanische Tru
 ppen den Rhein. Die NS-Lagerleitung floh Hals über Kopf aus dem Kloster, zu
 sammen mit den Arbeitsmaiden. Bis August 1945 nutzten die Amerikaner das Ge
 bäude als Quartier. Nach ihrem Abzug kehrten die Franziskaner zurück.</span
 ></p><p><span style="font-size: 12pt;">Die Patres vollzogen im Kloster soga
 r einen Exorzismus – ein symbolischer Akt der Reinigung nach den Gräueltate
 n der NS-Zeit. Doch dieser Exorzismus war mehr als ein Ritual: Er spiegelte
  die verzweifelte Lage einer Gesellschaft wider, deren Staat zusammengebroc
 hen war, deren moralische Grundfesten zerstört waren und die Millionen Tote
  zu verantworten hatte. Eine Hornauer Quelle beschreibt die Zeit so:</span>
 </p><p><span style="font-size: 12pt;"><em>„Die Zeit ist von Not und Leid er
 füllt. Zur Zeit besteht keine Zentralregierung und keine Repräsentation. Da
 s Reich ist völlig zerbrochen, in vier Zonen aufgeteilt.“</em></span></p><p
 ><span style="font-size: 12pt;">Wer hatte die Gestapo-Aktion gegen das Klos
 ter 1939 tatsächlich veranlasst? Ein Bericht des Gendarmerie-Gruppenpostens
  Sulzbach an den Landrat des Main-Taunus-Kreises vom November 1945 gibt Auf
 schluss:</span></p><p><span style="font-size: 12pt;"><em>„Als der Anzeigend
 e [des Klosters bei der Gestapo] kann nur Bürgermeister Graf in Frage komme
 n, da der Bericht der Geheimen Staatspolizei zu Berlin den damaligen Bürger
 meister von Kelkheim angibt. Graf bezeichnete laut Bericht das Franziskaner
 kloster als ‚Hochburg der katholischen Aktion für Kelkheim und Umgebung‘ un
 d behauptete, dass in dem Kloster ‚staatsfeindliche Schriften hergestellt w
 orden seien‘. Eine Vernehmung des in Frage kommenden Schuldigen kann nicht 
 durchgeführt werden. Graf ist tot.“</em></span></p><p><span style="font-siz
 e: 12pt;">Text: Julian Wirth</span></p><p><span style="font-size: 12pt;">Fo
 tos: Jürgen Moog</span></p>
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