BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//jEvents 2.0 for Joomla//EN
CALSCALE:GREGORIAN
METHOD:PUBLISH
BEGIN:VTIMEZONE
TZID:Europe/Berlin
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20250226T180000
RDATE:20250330T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20251026T020000
RDATE:20260329T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20261025T020000
RDATE:20270328T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20271031T020000
RDATE:20280326T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20281029T020000
RDATE:20290325T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20291028T020000
RDATE:20300331T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20301027T020000
RDATE:20310330T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20311026T020000
RDATE:20320328T030000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:Europe/Berlin CET
END:STANDARD
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20250330T030000
RDATE:20251026T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20260329T030000
RDATE:20261025T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20270328T030000
RDATE:20271031T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20280326T030000
RDATE:20281029T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20290325T030000
RDATE:20291028T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20300331T030000
RDATE:20301027T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20310330T030000
RDATE:20311026T020000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:Europe/Berlin CEST
END:DAYLIGHT
END:VTIMEZONE
BEGIN:VEVENT
UID:7374dcce8660c9cead8464a6886e2938
CATEGORIES:Termine
CREATED:20260121T172745
SUMMARY:Vortrag des Stadtarchivars über den abscheulichen Abschnitt der Geschichte des Franziskanerklosters (Artikel von Julian Wirth)
LOCATION:Kelkheim (Taunus)\, Rathaus
DESCRIPTION:<p style="text-align: center;"><img src="images/KlostervortragMatuschekBerg
 er_22.02.2025_3.jpg" alt="KlostervortragMatuschekBerger 22.02.2025 3" width
 ="650" height="248" /></p><p>&nbsp;</p><p style="text-align: center;"><span
  style="font-size: 24pt; color: #ff0000;"><strong>Als die Wölfe über die Bu
 rg Gottes kamen</strong></span></p><p style="text-align: center;"><span sty
 le="font-size: 24pt; color: #ff0000;"><strong>Das Kloster Kelkheim und die 
 Gestapo</strong></span></p><p>&nbsp;</p><p style="text-align: center;"><img
  src="images/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_1
 .jpg" alt="Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 1" 
 width="650" height="174" /></p><p><span style="font-size: 12pt;">Der Plenar
 saal des Kelkheimer Rathauses reichte nicht aus, um die vielen Teilnehmerin
 nen und Teilnehmer beim Vortrag des Stadtarchivars Julian Wirth am 27. Febr
 uar 2026 unterzubringen.</span></p><p style="text-align: center;"><img src=
 "images/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_2.jpg"
  alt="Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 2" width
 ="650" height="188" /></p><p><span style="font-size: 12pt;">Bürgermeister A
 lbrecht Kündiger und Erster Stadtrat Dirk Hofmann begrüßten die Gäste.</spa
 n></p><p><span style="font-size: 12pt;">Das Franziskanerkloster Kelkheim is
 t nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt und der Region, sondern auch ein bede
 utendes Zeugnis katholischer Religiosität.</span></p><p><span style="font-s
 ize: 12pt;">Bei der Grundsteinlegung des Klosters im Jahr 1908 fasste der d
 amalige Kelkheimer Bürgermeister die Intention des Baus in folgende Worte:<
 /span></p><p style="text-align: center;"><img src="images/Vortrag_Julian_Wi
 rth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_3.jpg" alt="Vortrag Julian Wirt
 h über das Franziskanerkloster 27.02.2026 3" width="650" height="304" /></p
 ><p><span style="font-size: 12pt;"><em>„Dieses Haus soll erstehen Gott zur 
 Ehr, Kelkheim zum Frieden und dem schönen Taunus zur Zier!“</em></span></p>
 <p style="text-align: center;"><img src="images/Vortrag_Julian_Wirth_über_d
 as_Franziskanerkloster_27.02.2026_4.jpg" alt="Vortrag Julian Wirth über das
  Franziskanerkloster 27.02.2026 4" width="650" height="396" /></p><p><span 
 style="font-size: 12pt;">Der Grundstein für den Kirchenbau wurde 1906 geleg
 t.</span></p><p style="text-align: center;"><img src="images/Klostervortrag
 MatuschekBerger_22.02.2025_4.jpg" alt="KlostervortragMatuschekBerger 22.02.
 2025 4" width="650" height="187" /></p><p><span style="font-size: 12pt;">Ei
 n zentrales Jahr in der Geschichte des Klosters ist das Jahr 1939. In diese
 m Jahr wurde das Franziskanerkloster Kelkheim von der Frankfurter Gestapo g
 estürmt – ein Akt willkürlicher Gewalt, der das „Recht des Stärkeren“ schon
 ungslos demonstrierte.</span></p><p><span style="font-size: 12pt;">Gewalt u
 nd Schamlosigkeit als Mittel der Politik schienen überwunden. Doch die Gesc
 hichte zeigt: Sie sind es nicht. Aktuelle Beispiele wie die Praktiken der U
 S-Einwanderungsbehörde ICE oder politische Führungsstile, die eher an absol
 utistische Herrscher als an demokratische Prinzipien erinnern, belegen dies
  auf erschreckende Weise.</span></p><p style="text-align: center;"><img src
 ="images/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_9.jpg
 " alt="Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 9" widt
 h="650" height="259" /></p><p><em><span style="font-size: 10pt;">Pater Ivo 
 Trautscheidt links und rechts mit den Patres des Franziskanerklosters&nbsp;
 </span></em></p><p><span style="font-size: 12pt;">Der erste Pfarrer Kelkhei
 ms, Pater Ivo Trauscheidt, war ein Franziskaner vom Niederrhein. Ursprüngli
 ch für die Missionsarbeit in Japan bestimmt, änderte der Ausbruch des Erste
 n Weltkriegs 1914 seinen Lebensweg. Statt nach Asien zu gehen, blieb er im 
 Deutschen Reich und übernahm 1919 die seelsorgerische Verantwortung in Kelk
 heim.</span></p><p><span style="font-size: 12pt;">Pater Ivo Trauscheidt übe
 rnahm sein Amt in Kelkheim zu einer Zeit tiefer Krisen. Die Folgen des Erst
 en Weltkriegs lasteten schwer auf der Bevölkerung: Die Männer litten nicht 
 nur körperlich, sondern waren, wie er selbst formulierte, <em>„am Herzen kr
 ank“</em>. Die Hungerblockade hatte das Volk geschwächt, und die politische
 n Umbrüche entfesselten unkontrollierbare Leidenschaften.</span></p><p><spa
 n style="font-size: 12pt;">Die Lage war prekär: Der Krieg war verloren, die
  Stimmung gedrückt. Viele wissen heute nicht mehr, dass Kelkheim ab Dezembe
 r 1918 sogar unter französischer Besatzung stand. 400 Soldaten quartierten 
 sich in der Stadt ein, und die Trikolore wehte über dem Kloster – ein sicht
 bares Zeichen der Fremdbestimmung.</span></p><p style="text-align: center;"
 ><img src="images/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2
 026_5.jpg" alt="Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.202
 6 5" width="650" height="335" /></p><p><span style="font-size: 10pt;"><em>A
 ufmarsch in der Kelkheimer Bahnstraße 1934</em></span></p><p><span style="f
 ont-size: 12pt;">Der nationalsozialistische Staat war nicht nur auf Adolf H
 itler ausgerichtet – er war seine Schöpfung. Hitler verkörperte als „Führer
 “ die absolute Spitze und zugleich den Architekten des Systems. In dieser t
 otalitären Ordnung gab es keinen Platz für konkurrierende Autoritäten. Währ
 end gläubige Katholiken sich ideologisch am Papst in Rom orientierten, wide
 rsprach dies fundamental dem NS-Anspruch: Keine Götter neben dem einen Gott
 .</span></p><p style="text-align: center;"><img src="images/Vortrag_Julian_
 Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_8.jpg" alt="Vortrag Julian Wi
 rth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 8" width="650" height="280" /><
 /p><p><span style="font-size: 12pt;">Das Kelkheimer Kloster galt bereits fr
 üh als Symbol katholischen Widerstands. Bereits 1925 bezeichnete das evange
 lische <em>„Der evangelische Samaritan“</em> das Kloster als <em>„Hochburg 
 des Katholizismus“</em>. Für die Nationalsozialisten wurde dieser Umstand z
 unehmend unhaltbar. </span></p><p style="text-align: center;"><img src="ima
 ges/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_6.jpg" alt
 ="Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 6" width="65
 0" height="208" /></p><p><span style="font-size: 12pt;">Im Februar 1939 esk
 alierte die Situation: Die Gestapo stürmte das Kloster – im NS-Jargon <em>„
 überholte“</em> man es, als handele es sich um eine technische Anlage. Auch
  andere Einrichtungen der Peter-Josef-Stiftung, wie das Kloster in Hadamar 
 oder das Schwesternhaus <em>„Zum Guten Hirten“</em> in Marxheim, wurden auf
  diese Weise <em>„überholt“</em>.</span></p><p><span style="font-size: 12pt
 ;">Alle kirchlichen Proteste gegen die Schließung des Klosters blieben unbe
 antwortet. In letzter Instanz wandte sich der Kirchenvorstand sogar direkt 
 an Adolf Hitler mit den Worten:</span></p><p><span style="font-size: 12pt;"
 ><em>„Lieber Führer, im Vertrauen, dass Sie, unser Führer, der stets für da
 s Recht gekämpft hat, auch uns zu unserem Recht verhelfen wird.“</em></span
 ></p><p><span style="font-size: 12pt;">Die Forderung war klar: Kirche und K
 loster sollten wieder freigegeben werden. Doch die Antwort aus der <em>„Kan
 zlei des Führers“</em> vom 8. Mai 1939 war eine klare Absage. Statt Unterst
 ützung wurde die Gemeinde an die <em>„Geheime Staatspolizei in Berlin“</em>
  verwiesen – ein unmissverständliches Signal, dass es keine Hilfe geben wür
 de.</span></p><p><span style="font-size: 12pt;">Der propagandistisch beschw
 orene <em>„Endsieg“</em> blieb aus. Mit dem Vorrücken der Alliierten übersc
 hritten 1945 amerikanische Truppen den Rhein. Die NS-Lagerleitung floh Hals
  über Kopf aus dem Kloster, zusammen mit den Arbeitsmaiden. Bis August 1945
  nutzten die Amerikaner das Gebäude als Quartier. Nach ihrem Abzug kehrten 
 die Franziskaner zurück.</span></p><p><span style="font-size: 12pt;">Die Pa
 tres vollzogen im Kloster sogar einen Exorzismus – ein symbolischer Akt der
  Reinigung nach den Gräueltaten der NS-Zeit. Doch dieser Exorzismus war meh
 r als ein Ritual: Er spiegelte die verzweifelte Lage einer Gesellschaft wid
 er, deren Staat zusammengebrochen war, deren moralische Grundfesten zerstör
 t waren und die Millionen Tote zu verantworten hatte. Eine Hornauer Quelle 
 beschreibt die Zeit so:</span></p><p><span style="font-size: 12pt;"><em>„Di
 e Zeit ist von Not und Leid erfüllt. Zur Zeit besteht keine Zentralregierun
 g und keine Repräsentation. Das Reich ist völlig zerbrochen, in vier Zonen 
 aufgeteilt.“</em></span></p><p><span style="font-size: 12pt;">Wer hatte die
  Gestapo-Aktion gegen das Kloster 1939 tatsächlich veranlasst? Ein Bericht 
 des Gendarmerie-Gruppenpostens Sulzbach an den Landrat des Main-Taunus-Krei
 ses vom November 1945 gibt Aufschluss:</span></p><p><span style="font-size:
  12pt;"><em>„Als der Anzeigende [des Klosters bei der Gestapo] kann nur Bür
 germeister Graf in Frage kommen, da der Bericht der Geheimen Staatspolizei 
 zu Berlin den damaligen Bürgermeister von Kelkheim angibt. Graf bezeichnete
  laut Bericht das Franziskanerkloster als ‚Hochburg der katholischen Aktion
  für Kelkheim und Umgebung‘ und behauptete, dass in dem Kloster ‚staatsfein
 dliche Schriften hergestellt worden seien‘. Eine Vernehmung des in Frage ko
 mmenden Schuldigen kann nicht durchgeführt werden. Graf ist tot.“</em></spa
 n></p><p><span style="font-size: 12pt;">Text: Julian Wirth</span></p><p><sp
 an style="font-size: 12pt;">Fotos: Jürgen Moog</span></p>
X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:<p style="text-align: center;"><img src="https://museum-kelkheim.de/images/
 KlostervortragMatuschekBerger_22.02.2025_3.jpg" alt="KlostervortragMatusche
 kBerger 22.02.2025 3" width="650" height="248" /></p><p>&nbsp;</p><p style=
 "text-align: center;"><span style="font-size: 24pt; color: #ff0000;"><stron
 g>Als die Wölfe über die Burg Gottes kamen</strong></span></p><p style="tex
 t-align: center;"><span style="font-size: 24pt; color: #ff0000;"><strong>Da
 s Kloster Kelkheim und die Gestapo</strong></span></p><p>&nbsp;</p><p style
 ="text-align: center;"><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Vortrag_
 Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_1.jpg" alt="Vortrag Ju
 lian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 1" width="650" height="1
 74" /></p><p><span style="font-size: 12pt;">Der Plenarsaal des Kelkheimer R
 athauses reichte nicht aus, um die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer be
 im Vortrag des Stadtarchivars Julian Wirth am 27. Februar 2026 unterzubring
 en.</span></p><p style="text-align: center;"><img src="https://museum-kelkh
 eim.de/images/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_
 2.jpg" alt="Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 2"
  width="650" height="188" /></p><p><span style="font-size: 12pt;">Bürgermei
 ster Albrecht Kündiger und Erster Stadtrat Dirk Hofmann begrüßten die Gäste
 .</span></p><p><span style="font-size: 12pt;">Das Franziskanerkloster Kelkh
 eim ist nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt und der Region, sondern auch ei
 n bedeutendes Zeugnis katholischer Religiosität.</span></p><p><span style="
 font-size: 12pt;">Bei der Grundsteinlegung des Klosters im Jahr 1908 fasste
  der damalige Kelkheimer Bürgermeister die Intention des Baus in folgende W
 orte:</span></p><p style="text-align: center;"><img src="https://museum-kel
 kheim.de/images/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.202
 6_3.jpg" alt="Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 
 3" width="650" height="304" /></p><p><span style="font-size: 12pt;"><em>„Di
 eses Haus soll erstehen Gott zur Ehr, Kelkheim zum Frieden und dem schönen 
 Taunus zur Zier!“</em></span></p><p style="text-align: center;"><img src="h
 ttps://museum-kelkheim.de/images/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskaner
 kloster_27.02.2026_4.jpg" alt="Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkl
 oster 27.02.2026 4" width="650" height="396" /></p><p><span style="font-siz
 e: 12pt;">Der Grundstein für den Kirchenbau wurde 1906 gelegt.</span></p><p
  style="text-align: center;"><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Kl
 ostervortragMatuschekBerger_22.02.2025_4.jpg" alt="KlostervortragMatuschekB
 erger 22.02.2025 4" width="650" height="187" /></p><p><span style="font-siz
 e: 12pt;">Ein zentrales Jahr in der Geschichte des Klosters ist das Jahr 19
 39. In diesem Jahr wurde das Franziskanerkloster Kelkheim von der Frankfurt
 er Gestapo gestürmt – ein Akt willkürlicher Gewalt, der das „Recht des Stär
 keren“ schonungslos demonstrierte.</span></p><p><span style="font-size: 12p
 t;">Gewalt und Schamlosigkeit als Mittel der Politik schienen überwunden. D
 och die Geschichte zeigt: Sie sind es nicht. Aktuelle Beispiele wie die Pra
 ktiken der US-Einwanderungsbehörde ICE oder politische Führungsstile, die e
 her an absolutistische Herrscher als an demokratische Prinzipien erinnern, 
 belegen dies auf erschreckende Weise.</span></p><p style="text-align: cente
 r;"><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Vortrag_Julian_Wirth_über_d
 as_Franziskanerkloster_27.02.2026_9.jpg" alt="Vortrag Julian Wirth über das
  Franziskanerkloster 27.02.2026 9" width="650" height="259" /></p><p><em><s
 pan style="font-size: 10pt;">Pater Ivo Trautscheidt links und rechts mit de
 n Patres des Franziskanerklosters&nbsp;</span></em></p><p><span style="font
 -size: 12pt;">Der erste Pfarrer Kelkheims, Pater Ivo Trauscheidt, war ein F
 ranziskaner vom Niederrhein. Ursprünglich für die Missionsarbeit in Japan b
 estimmt, änderte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 seinen Lebensweg. 
 Statt nach Asien zu gehen, blieb er im Deutschen Reich und übernahm 1919 di
 e seelsorgerische Verantwortung in Kelkheim.</span></p><p><span style="font
 -size: 12pt;">Pater Ivo Trauscheidt übernahm sein Amt in Kelkheim zu einer 
 Zeit tiefer Krisen. Die Folgen des Ersten Weltkriegs lasteten schwer auf de
 r Bevölkerung: Die Männer litten nicht nur körperlich, sondern waren, wie e
 r selbst formulierte, <em>„am Herzen krank“</em>. Die Hungerblockade hatte 
 das Volk geschwächt, und die politischen Umbrüche entfesselten unkontrollie
 rbare Leidenschaften.</span></p><p><span style="font-size: 12pt;">Die Lage 
 war prekär: Der Krieg war verloren, die Stimmung gedrückt. Viele wissen heu
 te nicht mehr, dass Kelkheim ab Dezember 1918 sogar unter französischer Bes
 atzung stand. 400 Soldaten quartierten sich in der Stadt ein, und die Triko
 lore wehte über dem Kloster – ein sichtbares Zeichen der Fremdbestimmung.</
 span></p><p style="text-align: center;"><img src="https://museum-kelkheim.d
 e/images/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_5.jpg
 " alt="Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 5" widt
 h="650" height="335" /></p><p><span style="font-size: 10pt;"><em>Aufmarsch 
 in der Kelkheimer Bahnstraße 1934</em></span></p><p><span style="font-size:
  12pt;">Der nationalsozialistische Staat war nicht nur auf Adolf Hitler aus
 gerichtet – er war seine Schöpfung. Hitler verkörperte als „Führer“ die abs
 olute Spitze und zugleich den Architekten des Systems. In dieser totalitäre
 n Ordnung gab es keinen Platz für konkurrierende Autoritäten. Während gläub
 ige Katholiken sich ideologisch am Papst in Rom orientierten, widersprach d
 ies fundamental dem NS-Anspruch: Keine Götter neben dem einen Gott.</span><
 /p><p style="text-align: center;"><img src="https://museum-kelkheim.de/imag
 es/Vortrag_Julian_Wirth_über_das_Franziskanerkloster_27.02.2026_8.jpg" alt=
 "Vortrag Julian Wirth über das Franziskanerkloster 27.02.2026 8" width="650
 " height="280" /></p><p><span style="font-size: 12pt;">Das Kelkheimer Klost
 er galt bereits früh als Symbol katholischen Widerstands. Bereits 1925 beze
 ichnete das evangelische <em>„Der evangelische Samaritan“</em> das Kloster 
 als <em>„Hochburg des Katholizismus“</em>. Für die Nationalsozialisten wurd
 e dieser Umstand zunehmend unhaltbar. </span></p><p style="text-align: cent
 er;"><img src="https://museum-kelkheim.de/images/Vortrag_Julian_Wirth_über_
 das_Franziskanerkloster_27.02.2026_6.jpg" alt="Vortrag Julian Wirth über da
 s Franziskanerkloster 27.02.2026 6" width="650" height="208" /></p><p><span
  style="font-size: 12pt;">Im Februar 1939 eskalierte die Situation: Die Ges
 tapo stürmte das Kloster – im NS-Jargon <em>„überholte“</em> man es, als ha
 ndele es sich um eine technische Anlage. Auch andere Einrichtungen der Pete
 r-Josef-Stiftung, wie das Kloster in Hadamar oder das Schwesternhaus <em>„Z
 um Guten Hirten“</em> in Marxheim, wurden auf diese Weise <em>„überholt“</e
 m>.</span></p><p><span style="font-size: 12pt;">Alle kirchlichen Proteste g
 egen die Schließung des Klosters blieben unbeantwortet. In letzter Instanz 
 wandte sich der Kirchenvorstand sogar direkt an Adolf Hitler mit den Worten
 :</span></p><p><span style="font-size: 12pt;"><em>„Lieber Führer, im Vertra
 uen, dass Sie, unser Führer, der stets für das Recht gekämpft hat, auch uns
  zu unserem Recht verhelfen wird.“</em></span></p><p><span style="font-size
 : 12pt;">Die Forderung war klar: Kirche und Kloster sollten wieder freigege
 ben werden. Doch die Antwort aus der <em>„Kanzlei des Führers“</em> vom 8. 
 Mai 1939 war eine klare Absage. Statt Unterstützung wurde die Gemeinde an d
 ie <em>„Geheime Staatspolizei in Berlin“</em> verwiesen – ein unmissverstän
 dliches Signal, dass es keine Hilfe geben würde.</span></p><p><span style="
 font-size: 12pt;">Der propagandistisch beschworene <em>„Endsieg“</em> blieb
  aus. Mit dem Vorrücken der Alliierten überschritten 1945 amerikanische Tru
 ppen den Rhein. Die NS-Lagerleitung floh Hals über Kopf aus dem Kloster, zu
 sammen mit den Arbeitsmaiden. Bis August 1945 nutzten die Amerikaner das Ge
 bäude als Quartier. Nach ihrem Abzug kehrten die Franziskaner zurück.</span
 ></p><p><span style="font-size: 12pt;">Die Patres vollzogen im Kloster soga
 r einen Exorzismus – ein symbolischer Akt der Reinigung nach den Gräueltate
 n der NS-Zeit. Doch dieser Exorzismus war mehr als ein Ritual: Er spiegelte
  die verzweifelte Lage einer Gesellschaft wider, deren Staat zusammengebroc
 hen war, deren moralische Grundfesten zerstört waren und die Millionen Tote
  zu verantworten hatte. Eine Hornauer Quelle beschreibt die Zeit so:</span>
 </p><p><span style="font-size: 12pt;"><em>„Die Zeit ist von Not und Leid er
 füllt. Zur Zeit besteht keine Zentralregierung und keine Repräsentation. Da
 s Reich ist völlig zerbrochen, in vier Zonen aufgeteilt.“</em></span></p><p
 ><span style="font-size: 12pt;">Wer hatte die Gestapo-Aktion gegen das Klos
 ter 1939 tatsächlich veranlasst? Ein Bericht des Gendarmerie-Gruppenpostens
  Sulzbach an den Landrat des Main-Taunus-Kreises vom November 1945 gibt Auf
 schluss:</span></p><p><span style="font-size: 12pt;"><em>„Als der Anzeigend
 e [des Klosters bei der Gestapo] kann nur Bürgermeister Graf in Frage komme
 n, da der Bericht der Geheimen Staatspolizei zu Berlin den damaligen Bürger
 meister von Kelkheim angibt. Graf bezeichnete laut Bericht das Franziskaner
 kloster als ‚Hochburg der katholischen Aktion für Kelkheim und Umgebung‘ un
 d behauptete, dass in dem Kloster ‚staatsfeindliche Schriften hergestellt w
 orden seien‘. Eine Vernehmung des in Frage kommenden Schuldigen kann nicht 
 durchgeführt werden. Graf ist tot.“</em></span></p><p><span style="font-siz
 e: 12pt;">Text: Julian Wirth</span></p><p><span style="font-size: 12pt;">Fo
 tos: Jürgen Moog</span></p>
DTSTAMP:20260512T081133
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20260227T180000
SEQUENCE:0
TRANSP:OPAQUE
END:VEVENT
END:VCALENDAR