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Vortrag von Helmut Krause über Historie und Kultur des Apfelweins (Artikel von Petra und Helmut Krause)
Sonntag, 21. März 2021, 16:00 Uhr - 17:00 Uhr
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Vom Apfelbaum ins Gerippte

Vortrag von Helmut Krause über Historie und Kultur des Apfelweins

 im Rahmen der gleichnamigen Kabinettausstellung

mit Exponaten aus der Sammlung von Petra und Helmut Krause

 im Museum Kelkheim, Frankfurter Straße 21

Die Kabinettausstellung "Vom Apfelbaum ins Gerippte" befindet sich seit Oktober letzten Jahres im Museum Kelkheim.

VortragApfelweinHelmutKrause 21.03.2021 1

Helmut Krause mit der Mutter seiner Frau Petra - mit 94 Jahren die älteste Besucherin der Ausstellung.

Im Rahmen dieser Ausstellung konnten am Sonntag, dem 21. März 2021, Corona bedingt leider nur zehn interessierte Zuhörer sehr viel Wissenswertes über das heimische Nationalgetränk vom Referenten Helmut Krause, erfahren.  Umso größer waren Freude und Begeisterung über das wieder geöffnete Museum.

VortragApfelweinHelmutKrause 21.03.2021 2

Die Geschichte des Apfels in unsere Region begann bereits mit den Römern, die den Apfel mit über die Alpen brachten. Jedoch wurde das Getränk erst durch Karl den Großen, der  bereits um 800 per Verordnung an seinen Höfen Apfelwein herstellen ließ, richtig etabliert.

Grundsätzlich wird Apfelwein weltweit überall hergestellt und getrunken, wo Äpfel gedeihen. Natürlich mit anderen Namen. In Frankreich Cidre, in Spanien Sidra, in England Cider, wobei in Südwestengland europaweit am meisten getrunken wird!

In Hessen werden von ca. 100 gewerblichen Keltereien insgesamt ca. 40 Mio. Liter gekeltert. Vergleichsweise ist der Konsum von Apfelwein in Deutschland pro Jahr folgendermaßen verteilt: Deutschland: Ø1,5 Liter; Hessen: Ø 13 Liter; Frankfurt: Ø 43 Liter, daher wird Frankfurt auch als die Apfelwein-Hauptstadt bezeichnet!

SonderausstellungVomApfelbauminsGerippte 24.10.2020 1

Hier bei uns in Hessen gibt es aber ein besonderes Alleinstellungsmerkmal: Äpfel von Streuobstwiesen und Apfelwein aus Bembel und Geripptem.

Die Äpfel von Streuobstwiesen zeichnen sich durch einen hohen Säuregehalt aus, welche den alten Apfelsorten eigen ist. Hieraus resultiert der etwas herbe, typische Geschmack für den hessischen Apfelwein.

Außerdem sind die Streuobstwiesen auf Grund ihrer extensiven Bewirtschaftung Lebensraum für eine Vielzahl von Tierarten, die in den sonstigen Flurlagen vom Aussterben bedroht sind. Somit sind Apfelweintrinker Naturschützer, denn sie unterstützen die regionalen Produkte! Weiterhin wurde im August 2020 ein Antrag gestellt, um die Apfelweinkultur in die Bundesliste des „Immateriellen Kulturerbes“ aufzunehmen, was dann seine Einmaligkeit besonders hervorhebt!

Verbreitungsgebiet

Der Vordertaunus und die Wetterau gelten als die wichtigsten Streuobstwiesen-Gebiete Hessens. => 36% aller hessischen Apfelbäume stehen im Main-Taunus-Kreis, dies sind ca.250 000 Bäume!

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Apfelwein ist eingefangener Sonnenschein, also ein reines Naturprodukt und ein Teil unserer regionalen Kultur! Apfelwein ist gesund und bekömmlich. Er hat vergleichsweise zu Wein und Bier die wenigsten Kalorien. Sein Alkoholgehalt liegt bei ca. 5,5%. Das bekannte, alte walisische Sprichwort von 1866 bringt die Heilkraft des Apfels auf den Punkt: „An apple a day keeps the doctor away!“ Der Apfel steckt voll Heilkraft und hat sehr viele wichtige Inhaltstoffe für den Menschen. Über die Vitamine A, B und C verfügt er über Kalzium, Eisen und Magnesium.

Erläuterungen zum Bembel und dem Gerippten

Traditionsgemäß wird der Apfelwein in einem dickbauchigen Tonkrug serviert, dem Bembel. Er hat einen Salzüberzug mit blauem Muster und hält den Apfelwein schön kühl.

Apfelweinglasausstellung 25.10.2020 5

Getrunken wird er aus dem Gerippte, dem typischen Apfelweinglas, das seinen Namen den quergestellten Rauten, den „Rippen“ verdankt. Das typische Apfelweinglas im hessischen Raum verdankt seinen Namen dem rautenartigen Muster und den dadurch entstehenden Rippen auf dem Glas.

Durch die einheitliche Glasform und die große Vielfalt der äußeren Dekor-Ausführung, bei gleichzeitigem, direktem Heimatbezug, stellen die Apfelweingläser seit mehr als 30 Jahren ein sehr attraktives Sammel-Hobby für uns dar, was wenn möglich, stets erweitert wird.

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Am Abschluss des Vortrages wurden die ausgestellten Exponate der Sammlung vorgestellt und erklärt. Hierbei handelte es sich neben den Mustergläsern aus den fünf nachfolgenden Kategorien unserer Sammlung auch um „Bembel“ in verschiedenen Größen, dem „Faulenzer“, sowie eine Vielzahl von „Deckelchen“ zur Glasabdeckung im Freien und umfangreiche, einschlägige Literatur zum Thema Apfelwein.

  1. Alte Gläser und Raritäten
  2. Andenken-Gläser
  3. Gläser von Keltereien
  4. Gläser von Gastwirtschaften
  5. Gläser von Vereinen, Jubiläen und sonstigen Anlässen

Text: Petra und Helmut Krause

Fotos: Petra Krause und Jürgen Moog

Sonntag, 21. März 2021 16:00 Uhr
Ort Museum Kelkheim, Frankfurter Str. 21