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Veranstaltung zum Internationalen Museumstag "Mut zur Verantwortung!" - Artikel von Rüdiger Kraatz und Jürgen Moog
So, 21. Mai 2017, 19:00 Uhr
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Geschichten und Bilder von bekannten Kelkheimer Persönlichkeiten.

Veranstaltung zum Internationalen Museumstag

mit Thomas Berger, Rüdiger Kraatz, Paul Pfeffer, Jörg Strobel u.a.

Sonntag d. 21. Mai 2017, 19:00 Uhr

im Gartensaal, Rathaus Kelkheim, Gagernring 6

I Museumstag 1

Würdigung 

     Dr. Hildegard Bonczkowitz, Dr. Helmut Rothenberger, Simone Sieger,      Josef Becker, Klaus Waldeck, die Retter des Alten Rathauses Münster, Manfred Guder, Alexander Furtwängler, die „Dammbesetzer“

Seit 40 Jahren findet der Internationale Museumstag jeweils unter einem besonderen Motto statt. Damit soll auf die thematische Vielfalt der 6.500 Museen in Deutschland sowie der Museen weltweit aufmerksam gemacht werden.

Um das diesjährige Motto "Spurensuche. Mut zur Verantwortung!“ möglichst authentisch umzusetzen, organisierte der Museumsverein Kelkheim in Zusammenarbeit mit der Stadt Kelkheim eine Veranstaltung im Gartensaal des Rathauses zur Würdigung herausragender Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die in besonderer Weise diesem Motto gerecht geworden sind.

Das Veranstaltungskonzept beruhte weitgehend auf der szenischen Inszenierung von Jörg Strobel und Thomas Berger, die vor einigen Jahren unter dem Titel „Gesichter einer Stadt“ vorgestellt wurde. Während der Lesungen wurde das jeweilige Bild durch einen Lichtkegel aus einer starken Taschenlampe durch den Maler Jörg Strobel beleuchtet.

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Foto: Kalle Strobel und Rüdiger Kraatz begrüßen die Gäste.

Jörg Strobels kleiner Sohn Kalle sprach die ersten Worte der Begrüßung, die von dem ehemaligen Vorsitzenden des Museumsvereins, Rüdiger Kraatz, fortgeführt wurde. Schließlich galt es eine Reihe von Persönlichkeiten, wie den Stadtverordnetenvorsteher Wolf-Dieter Hasler und den Bürgermeister Albrecht Kündiger, zu begrüßen. Rüdiger Kraatz erläuterte den Ablauf und führte kompetent und unterhaltsam mit verbindenden Kommentaren durch die Lesungen und Wortbeiträge.   

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Foto: Moderator Rüdiger Kraatz stellt die Inszenierung vor.

Aus den in „Gesichter einer Stadt“ dargestellten Persönlichkeiten hatten die Veranstalter eine Auswahl getroffen und weitere Persönlichkeiten und Episoden hinzugefügt.

Die Inszenierung erfolgte mit Porträts, Zeichnungen und Fotos sowie entsprechenden Lesungen und Kommentaren.

 

„Die Ärztin“  -  Lesung Thomas Berger über Dr. Hildegard Bonczkowitz

Frau Dr. Bonczkowitz war nicht nur eine herausragende Ärztin, sondern auch in vielfältiger Weise karitativ tätig. Ihre „Bürgerstiftung“ wirkt überaus segensreich in Kelkheim. Die zahlreichen Projekte die Bürgerstiftung kommen Kindern, Jugendlichen (meist in Verbindung mit den Schulen) und Flüchtlingen zugute.

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Foto 3: Thomas Berger vor dem Portrait von Dr. Hildegard Bonczkowitz

Frau Dr. Bonczkowitz und ihr Mann haben darüber hinaus mehrere historische Projekte gefördert, die u.a. der Würdigung der für Kelkheim so wichtigen Familie von Gagern dienen.

 

„Der Unternehmer“  - Lesung Andrea Hillebrecht-Schulte über Dr. Helmut Rothenberger, Text von Thomas Berger

Der Kelkheimer Fabrikant Dr. Helmut Rothenberger hat seinen Betrieb mit viel Mut und Engagement zu einem Weltmarktführer entwickelt und den Übergang zum Industriezeitalter 4.0 geschafft: Menschen kommunizieren mit Maschinen. Bei den erforderlichen hohen Investitionen ist die Standortfrage extrem wichtig.

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Foto: Andrea Hillebrecht-Schulte vor dem Portrait von Dr. Helmut Rothenberger

Die Stadt Kelkheim darf sich glücklich schätzen, dass wesentliche Betriebsanlagen hier verortet sind. Dr. Rothenberger hat sich in den letzten Jahren auf wohltätige Weise hervorgetan. Seine Förderung von Projekten für Flüchtlinge oder das Projekt „Tools for Life“ haben viel öffentliche Anerkennung erfahren.

 

„Die Polizistin“ - Lesung Thomas Berger über Simone Sieger und anschließend

„Der Polizist“  - Lesung von Jürgen Moog über Josef Becker

Mit Simone Sieger wurde – auch stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen - eine engagierte Polizistin geehrt, welche mithalf, die Sicherheit des öffentlichen Lebens in der Stadt zu gewährleisten.

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Foto: auf den Staffeleien unten links Polizist Josef Becker in den 50er Jahren, darüber die komplette Mannschaft der Polizeiwache Kelkheim in der Hauptstraße in 1963 und rechts das von Jörg Strobel gemalte Portrait von Polizeihauptkommissarin Simone Sieger

Anschließend erinnerte Jürgen Moog, Polizeidirektor im Ruhestand, an den ersten Polizisten Kelkheims nach 1945, Josef Becker - eine außerordentlich integre und geachtete Persönlichkeit.

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Foto: Jürgen Moog würdigt Josef Becker

Über seine dienstlichen Belange hinaus engagierte sich Josef Becker immer wieder in kirchlichen und sozialen Bereichen. Er unterstützte die Kolping Familie, die Katholische Kirchengemeinde St. Franziskus, organisierte Hilfslieferungen für Lateinamerika und half tatkräftig bei der Wiederherstellung verschiedener kirchlicher Gebäude mit.

 

„Der Pfarrer“ - Lesung Thomas Berger über Klaus Waldeck

Einem Pfarrer würden im Vergleich zu Polizisten wahrscheinlich nur wenige Menschen die gesellschaftliche Anerkennung verweigern.

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Foto 7: Autor Thomas Berger neben dem Portrait von Pfarrer Klaus Waldeck

Aber auch sie müssen ihren ganzen Mut zusammennehmen, um ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Davon handelt der einfühlsame Text, vorgetragen vom Autor, Thomas Berger.

 

Rettung des Alten Rathauses Münster – ein Leserbrief aus „Kelkheim schreibt ein Buch“

Als nächstes blickten die Teilnehmer zurück auf eine wichtige Erfahrung der Münsterer: Es gelang einer Gruppe von Einwohnern mit Zivilcourage, das Alte Rathaus in ihrem Ortskern vor dem Abbruch zu retten. Ein Modell des Alten Rathauses wurde im Eingangsraum des Gartensaales ausgestellt. Von den dramatischen Ereignissen berichteten eine Lesung aus dem Buch „Kelkheim schreibt ein Buch“ (Hrsg. Paul Pfeffer) und die Zeitzeugen Reinhard Herr und Manfred Kilp.

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Foto 8: Reinhard Herr und Manfred Kilp mit dem historischen Banner

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Foto 9: Reinhard Herr berichtet von der Rettung des Alten Rathauses Münster vor der Bildwand

Beide entrollten ein Banner (ein bemaltes Bettlaken), welches den Protest gegen den Abriss ausdrückte und schilderten anschaulich die spannenden Vorgänge während der Rettung des Alten Rathauses und danach. Reinhard Herr und Manfred Kilp sind auch maßgeblich an der Restaurierung der Marien-Kapelle in Münster beteiligt.

 

„Der Maler und Naturschützer“  - Lesung Thomas Berger über Manfred Guder

Vielen Kelkheimer Bürgerinnen und Bürgern ist der Maler und Naturschützer Manfred Guder ein Begriff. Manfred Guder hat sich immer wieder für die Umwelt und eine bürgernahe Stadtplanung eingesetzt.

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Foto: Manfred Guder im Interview mit Thomas Berger

Sein Engagement darf in dieser Beziehung als vorbildlich gelten. Mit Unterschriftensammlungen und anderen Aktionen hat er sich zwar nicht nur Freunde gemacht, aber sehr viel öffentliche Anerkennung erworben. Wie die anderen vorgestellten Persönlichkeiten ist Manfred Guder ein herausragendes Beispiel für das Thema „Mut zur Verantwortung“.

 

„Der Stadtverordnetenvorsteher“ - Lesung Andrea Hillebrecht-Schulte über Alexander Furtwängler, Text von Thomas Berger

Für einen Politiker ist es nicht leicht, Verantwortung in einem wichtigen Amt zu übernehmen und zugleich für die Einhaltung demokratischer Regeln zu sorgen, ohne bestimmte Parteien zu bevorzugen oder zu benachteiligen.

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Foto: Andrea Hillebrecht-Schulte vor dem Portrait von Alexander Furtwängler

Dies hat der ehemalige Stadtverordnetenvorsteher Alexander Furtwängler in menschlich überzeugender Weise verkörpert.

 

 „Das Dorf am Damm und die neue B8“- Lesung Wolf-Dieter Hasler einer gekürzten Fassung des von ihm verfassten Textes aus „Kelkheim schreibt ein Buch“

Der aktuelle Stadtverordnetenvorsteher, Wolf-Dieter Hasler, berichtete zum Abschluss über eine dramatische Epoche in der Kelkheimer Geschichte: der sogenannten „Dammbesetzung“ zur Verhinderung einer Verkehrsanbindung von der B8 durch das Braubachtal in Richtung Glashütten.

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Foto: Wolf-Dieter Hasler liest aus seiner Jahresarbeit in Klasse 12 an der Paul-Ehrlich-Schule in Frankfurt vom März 1982 vor.

Die Initiatoren haben mit ihrem „Dorf am Damm“ (vom 5. Mai 1979 bis zum 12. Mai 1981) den Straßenbau gegen viele Widerstände verhindert und für die Abtragung des bereits aufgeschütteten Damms gesorgt. Damit blieb auch die Frischluftzufuhr aus dem Taunus in Richtung Hornau gesichert, worüber eine Strömungskarte Auskunft gab.

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Foto: Stadtverordnetenvorsteher Wolf-Dieter Hasler gibt weitere Erläuterungen an der Bildwand

Beide Bürgerinitiativen, die der „Dammbesetzung“ und die der „Rettung des Münsterer Rathauses“, wurden illustriert durch Fotodokumentationen, die mit Hilfe von Wolf-Dieter Hasler und Reinhard Herr zusammengestellt wurden. Die Bildergalerie rief die damals hochbrisanten Ereignisse in Erinnerung. Sowohl bei der Rettung des Münsterer Rathauses als auch bei der Verhinderung der „Taunus-Autobahn“ waren die beiden Kelkheimer Bürgerinitiativen erfolgreich.

Am Ende der allseits gelobten Veranstaltung gab es rote Rosen für die geehrten Persönlichkeiten – soweit sie anwesend sein konnten – und für einige der Mitwirkenden und Helfer, die zu dem großen Erfolg beigetragen haben. Der Museumsverein bedankt sich insbesondere bei Jörg Strobel und Thomas Berger sowie bei Rüdiger Kraatz, der den Kelkheimer Beitrag zum Internationalen Museumstag geplant, organisiert und moderiert hat!

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Foto: Rote Rosen als Dankeschön

 

Rüdiger Kraatz und Jürgen Moog

So, 21. Mai 2017 19:00 Uhr

Öffnungszeiten

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