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Kelkheimer Beitrag zu den Tagen der Industriekultur 2017 (Artikel von Marianne Bopp)
Fr, 11. August 2017, 15:00 Uhr
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Vom Stamm zum Schrank und zum Sonnengesang

von uns mit Museumspädagogin Marianne Bopp

Auch in diesem Jahr hat sich unser Museum wieder an den Tagen der Industriekultur Rhein-Main beteiligt. Dieses Mal hieß das Fokusthema Material. Da gab es für das Museum für Möbelhandwerk in der Möbelstadt Kelkheim nur eine Wahl: Holz!

Für den Weg vom Stamm zum Endprodukt interessierten sich zwei etwa gleichgroße Gruppen. Am 10.08. begann die Führung mit einer Begrüßung durch Andrea Hillebrecht-Schulte, am 11.08. durch Jürgen Moog, beide im Vorstand des Museumsvereins.

Marianne Bopp erläuterte in der Museumsetage, wie Kelkheim zur Stadt der Möbel mit mehr als 300 Schreinereien wurde: Die bäuerliche Bevölkerung der heutigen Stadtteile fand im Schreinerhandwerk den nötigen Nebenerwerb.

Erst wurden Stämme aus dem Taunus verarbeitet. Dafür entstanden Sägewerke.

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Unter den Möbeln aus 100 Jahren Schreinerei-Geschichte beeindruckten das Vertiko, an dem verschiedene Maserungen des heimischen Nussbaums zu sehen sind, und der Frankfurter Schrank, unser Möbel des Jahres 2017.

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Die Fertigkeiten der Schreiner wuchsen. Einige Schreinereien entwickelten sich zu Möbelfabriken, ein Grund, dass Kelkheim zur Route der Industriekultur gehört. Beispiele zeigt das Digitale Bildarchiv.

Natürlich durfte der Hinweis auf berühmte Kunden wie Haile Selassie, Kaiser von Äthiopien, und Brad Pitt nicht fehlen.

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Als Abschluss im Museum lief der Film zur Dampfmaschine des Sägewerks Diehl, eine gute Einstimmung auf den Besuch vor Ort.

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Dann ging es in den Regen hinaus.

Erste Station Mittelweg. Hier liefen die Werksbahn-Gleise, über die die mächtigen Stämme aus aller Welt die letzten Meter zum Sägewerk Dichmann zurücklegten. Werk wie Gleise sind längst Vergangenheit. Der Name der Wilhelm-Dichmann-Straße und die holzähnliche Verkleidung der Häuser auf dem ehemaligen Werksgelände erinnern noch daran.

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Auf der Hauptstraße passierten die Gruppen denkmalgeschützte Häuser, darunter viele ehemalige Schreinereien.

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Über den Liederbach, der das Wasser für den großen Kessel lieferte, ging es zur Dampfmaschine der Brüder Horst und Friedel Diehl. Schon der Geruch des Raumes, in dem dieses 145 Jahre alte Denkmal der Industriegeschichte steht, ist etwas Besonderes. Aus einer anderen Zeit herübergerettet, steht das letzte Exemplar der Gebr. Schmaltz aus Offenbach da, als könne es gleich wieder loslegen, die drei Sägegatter anzutreiben und den Kelkheimer Schreinern Brett um Brett zu liefern.

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Unser Dank geht an Frau Diehl, die den Zugang am ersten Tag spontan ermöglichte, und an ihren Schwager, Friedel Diehl, der am zweiten Tag Wissen aus erster Hand weitergab.

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Herzlichen Dank auch an Christian Simon und Miro Sinovcic, die neuen Inhaber der Schreinerei Paul Müller Söhne. Sie führten durch ihre Werkstatt, zeigten den Weg vom Brett zum Endprodukt und beantworteten kompetent die Fragen zur Praxis. Gern nahmen die Besucher das Angebot an, sich beim Hobeln zu versuchen.

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Die letzte Station, das Relief zum Sonnengesang des Heiligen Franziskus, war dann schnell erreicht.

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Der Hornauer Holzbildhauermeister Johannes Norbert Klarmann hat es für das Pfarrzentrum St. Franziskus entworfen. Er ist ein Enkel des Albert Eckart, den Teilnehmern schon als Inhaber der Möbelfabrik Albecka bekannt.

Der Museumsverein hofft weiter, demnächst in das ehemalige Pfarrzentrum umziehen zu können. Der Sonnengesang wäre dann wieder für jedermann zugänglich.

Text: Marianne Bopp; Fotos Jürgen Moog

Fr, 11. August 2017 15:00 Uhr

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